# taz.de -- Gratulationsschreiben an Epstein: Trump klagt nach Schlappe weiter gegen „Wall Street Journal“
> Das „Wall Street Journal“ berichtete über eine Verbindung des
> US-Präsidenten zu Sexualstraftäter Epstein. Trotz einer ersten Schlappe
> vor Gericht gibt Trump nicht auf.
IMG Bild: Trump während einer Kabinettssitzung am 27. Mai
dpa Der juristische Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Wall
Street Journal geht [1][in die nächste Runde.] Nach einer ersten Schlappe
für Trump vor Gericht im April reichte der Republikaner am Mittwoch eine
überarbeitete Klage gegen die Herausgeber der Zeitung ein, wie das WSJ
berichtet.
Im Kern geht es dabei um die Veröffentlichung eines Gratulationsschreibens
an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Trump behauptet,
dadurch verleumdet worden zu sein. Vor wenigen Wochen war die Klage von
einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Florida vorläufig abgewiesen worden.
Richter Darrin P. Gayles urteilte, Trump habe nicht plausibel darlegen
können, dass die Zeitung mit der Veröffentlichung des Schreibens an Epstein
in „böswilliger Absicht“ gehandelt habe. Bestimmte Kriterien seien zudem
„bei Weitem“ nicht erfüllt worden.
In der nun überarbeiteten Klage heißt es den Angaben nach, das Wall Street
Journal habe in mehreren Punkten in böswilliger Manier gehandelt. Zudem
wird darauf verwiesen, dass der US-Präsident eine Beteiligung an dem Brief
mehrfach dementierte. In der Klage fordert Trump wie auch zuvor einen
Schadenersatz in Milliardenhöhe.
## Immer wieder Klagen
Die US-Zeitung hatte 2025 von einem angeblichen Glückwunschschreiben an
Epstein zu dessen 50. Geburtstag im Jahr 2003 berichtet, das den Namen
Trumps trägt. Die Zeitung stellt so eine weitere Verbindung zwischen Trump
und dem US-Finanzier her. Der 2019 in Haft gestorbene Epstein betrieb über
Jahre einen Missbrauchsring, dem eine bis heute unbekannte Zahl von Frauen
und Mädchen zum Opfer fielen.
In dem Brief mit anzüglichem Inhalt sollen mit einem Marker die Umrisse
eines Frauenkörpers gezeichnet worden sein – die Zeitung berief sich auf
Einblick in Dokumente. Trump bestreitet, Urheber gewesen zu sein. Das WSJ
zählt zum Portfolio des Medienmoguls Rupert Murdoch.
Immer wieder geht Trump rechtlich gegen ihm unliebsame Medien vor. Die
britische Rundfunkanstalt BBC [2][verklagte] er zuletzt auf insgesamt 10
Milliarden US-Dollar. Auch gegen die [3][New York Times] reichte Trump
bereits mehrfach Klagen ein.
28 May 2026
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