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       # taz.de -- was für eine woche: „Mit Kubicki positioniert sich die FDP zwischen Union und AfD“
       
       Martina Mescher 
       
       Wer die Krise des Liberalismus verstehen will, bekam beim FDP-Parteitag
       viel geboten. Glaubwürdigkeit lässt sich daran messen, wie
       Lieblingsbegriffe im eigenen Laden durchdekliniert werden. Die Hardliner
       erwarteten eine störungsfreie Wolfgang-Kubicki-Krönung, bei der Kandidatur
       von Marie-Agnes Strack-Zimmermann verpuffte ihre Liebe zu Wettbewerb und
       Disruption schlagartig.
       
       Eindrucksvoller als mit diesem Kubicki-Satz lassen sich die Gründe, warum
       der Glaube an liberale Versprechen von Chancen, Leistung, Aufstieg
       erodiert, kaum illustrieren: „Wir wollen also nicht Milliardäre
       abschaffen, sondern dafür sorgen, dass jeder Milliardär werden kann, wenn
       er sich anstrengt.“ Hohler kann Leistungsträgerpropaganda kaum klingen. Die
       Arbeitertochter, der sich die FDP in den 1960ern zuwendete, muss nicht erst
       den Taschenrechner zücken, zum Milliardär schafft man es auch mit dem
       Monatsgehalt des Spitzenverdieners nicht.
       
       Und wie steht es um den liberalen Klassiker Freiheit? Mit Kubicki
       positioniert sich die Partei zwischen Union und AfD. Das passt zum globalen
       Trend des libertären Autoritarismus. Nur: Da geht es um Willkürherrschaft,
       und die zertrümmert bekanntlich die Freiheit.
       
       6 Jun 2026
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Martina Mescher
       
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