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       # taz.de -- Uni-Mitarbeiter über Kürzungen: „Es verschlechtert sich die Qualität der Lehre“
       
       > An der Universität Hamburg wehrt sich das Bündnis AG Ausfinanzierung
       > gegen den Sparkurs des Senats. Es fehlen Millionen, sagt Florian Muhl.
       
   IMG Bild: Gegen Kürzungen und für mehr Geld: Schon im Januar wurde an der Uni Hamburg gestreikt
       
       taz: Florian Muhl, die AG Ausfinanzierung hat zu einem Protestsemester an
       der Uni Hamburg aufgerufen. Was ist geplant?
       
       Florian Muhl: Wir wollen von den Hochschulen aus öffentlich auf deren
       [1][problematische Finanzlage] und ihre Auswirkungen auf die Studien- und
       Arbeitsbedingungen hinweisen. Und wir fordern damit den Senat auf, durch
       entsprechende Beschlüsse und Finanzzusagen zu einer Verbesserung der
       Haushaltslage beizutragen. Viele Aktionen haben jetzt zunächst innerhalb
       der Uni stattgefunden. Es gab Informationsveranstaltungen und Diskussionen.
       Die Finanzlage war Thema in Lehrveranstaltungen. Die Demonstration am 11.
       Juni soll das Ganze in die Öffentlichkeit bringen.
       
       taz: Was erhoffen Sie sich von der Demo? 
       
       Muhl: Wir hoffen einerseits, dass mehr Hamburgerinnen und Hamburger ein
       Bewusstsein von der prekären Lage an den Hochschulen gewinnen. Und wir
       erhoffen uns Unterstützung aus anderen zivilgesellschaftlichen Bereichen,
       die auch von Kürzungen bedroht sind, zum Beispiel die Kinder- und
       Jugendhilfe. Nicht zuletzt wollen wir Druck auf den Hamburger Senat
       aufbauen, damit sich die Finanzsituation verbessert. Und dass diese
       Kürzungen, die jetzt hier gerade im Raum stehen, abgewendet werden können.
       
       taz: Wie sehen die konkreten Forderungen aus? 
       
       Muhl: Wir fordern, dass in Bezug auf die Universität Hamburg der jährliche
       Grundetat um 30 Millionen Euro erhöht wird, damit das Defizit, das in den
       vergangenen Jahren entstanden ist, ausgeglichen werden kann. Mittelfristig
       fordern wir, dass der Etat in Zukunft politisch so gestaltet wird, dass die
       Tarifsteigerungen und die Inflation auch ausgeglichen werden.
       
       taz: Wieso fehlt es denn an Geld? 
       
       Muhl: Weil in der Vergangenheit von den politisch Verantwortlichen andere
       Prioritäten gesetzt wurden. Die Finanzierung der Universität und auch der
       anderen Hochschulen ist in Hamburg in den letzten Jahren über
       Hochschulvereinbarungen geregelt worden. Die aktuelle Vereinbarung, die bis
       2027 gilt, sieht nur eine Erhöhung des Etats um 2 Prozent pro Jahr vor.
       Angesichts der gestiegenen Inflation, höherer Energiekosten und nötiger
       Ausgaben für IT-Sicherheit reicht das nicht aus. Die Uni soll nun intern
       kürzen, um den Betrieb zu sichern. Sie braucht aber eine verlässliche
       Grundlage, sodass sie ihre Struktur nicht um 10 bis 20 Prozent abbauen
       muss.
       
       taz: Ändert der Status als [2][Exzellenzuniversität] etwas daran? 
       
       Muhl: Leider hilft der nicht weiter, weil diese Mittel ausschließlich für
       die Exzellenzbereiche und die damit zusammenhängenden Ausgaben vorgesehen
       sind. Sie dürfen nicht für andere Bereiche, in denen das Geld fehlt,
       verwendet werden.
       
       taz: Wo merkt man das fehlende Geld schon jetzt? 
       
       Muhl: In vielen Bereichen. Viele Stellen in der Verwaltung und in der
       Wissenschaft werden nicht nachbesetzt. Es gibt Einschränkungen bei den
       Bibliotheksöffnungszeiten oder im Angebot von Tutorien. Und wenn zum
       Beispiel statt Professor:innen Lehrbeauftragte oder wissenschaftliche
       Mitarbeiter:innen eingesetzt werden, die sehr viel Lehre machen müssen
       und parallel gar nicht in der Forschung tätig sein können, verschlechtert
       sich die Qualität der Lehre.
       
       taz: Ende des Jahres hatte der AStA sogar davon abgeraten, an der Uni
       Hamburg zu studieren. 
       
       Muhl: Ich bin dafür, dass die Mitglieder der Uni, also sowohl die
       Studierenden als auch die Beschäftigten, sich dafür einsetzen, dass sich
       die Situation verbessert, sodass man gerne in Hamburg studieren mag.
       
       10 Jun 2026
       
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