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       # taz.de -- Iran-USA-Abkommen: 1:0 für Teheran
       
       > In gewohntem Größenwahn verkündet US-Präsident Trump das Friedensabkommen
       > mit Iran. Dabei sind die Konsequenzen des Deals eine Katastrophe.
       
   IMG Bild: US-Präsident Donald Trump besteigt die Air Force One auf dem Palm Beach International Airport
       
       And the winner is: das iranische Regime. So müsste die Botschaft aus dem
       Weißen Haus lauten, ginge es in der Politik – besonders in der von
       US-Präsident Trump – um Ehrlichkeit.
       
       Doch er [1][verschließt die Augen vor den Konsequenzen des Abkommens,] das
       am kommenden Freitag in Genf von Iran und den USA unterzeichnet werden
       soll. Noch sind die Informationen zum Abkommen mit Vorsicht zu genießen,
       sie stammen von den iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr News,
       den Sprachrohren des iranischen Regimes. Doch die groben Linien dürften
       stimmen. Und nicht nur Trump, auch Kanzler Merz, die EU und die Golfstaaten
       feiern das Abkommen.
       
       Das Öl wird fließen und alles ist gut? Mitnichten. Das Abkommen ist eine
       Katastrophe. [2][Milliarden von Dollar, die wohl schon in der ersten Phase
       des Abkommens in Richtung Iran fließen] werden, werden die Stellung des
       iranischen Regimes in der Welt stärken. Nach innen steht zu befürchten,
       dass das Regime mit dem neu gewonnenen Selbstbewusstsein noch härter gegen
       die eigene Bevölkerung und Regimekritiker*innen vorgeht.
       
       Auch die meisten Israelis empfinden den Deal als Desaster, egal wie sie zu
       Netanjahu stehen (der anscheinend blind für das Leid von Zivilist*innen
       auf allen Seiten seine eigene Agenda verfolgt). Voraussichtlich sollen die
       Verhandlungen über das in Iran gelagerte angereicherte Uran überhaupt erst
       nach Ablauf der ersten Phase beginnen. Die militärische Unterstützung von
       Irans Proxys – Hisbollah im Libanon, Hamas in den palästinensischen
       Gebieten, Huthis im Jemen – wird ignoriert, genauso wie das Raketenprogramm
       Irans.
       
       Trump steckt in einer Sackgasse, in die er sich mit zwei fatalen Fehlern
       selbst manövriert hat. Der erste passierte bereits während seiner ersten
       Amtszeit: der Ausstieg aus der Wiener Nuklearvereinbarung (das jetzige
       Abkommen fällt weit dahinter zurück). Der zweite Fehler: der planlos
       angezettelte Krieg in Trumps aktueller Amtszeit. Nun ist die globale
       Wirtschaft schwer angeschlagen, selbst unter seinen treuesten Anhängern
       fehlt Trump der politische Rückhalt für eine Fortsetzung des Krieges. Wäre
       eine solche wünschenswert? Sicher nicht. Könnte damit, so wie der Krieg
       bislang geführt wurde, das Regime entmachtet werden? Das steht zu
       bezweifeln.
       
       Was Trump bleibt, ist, sich in [3][altbekanntem Größenwahn] damit zu
       rühmen, die Meerenge von Hormus wieder geöffnet zu haben – die wohlgemerkt
       vor dem Krieg für Schiffe frei passierbar war. In letzter Sekunde hat Iran
       laut Medienberichten nun noch eine Klausel hinzugefügt, dass das Land für
       die Passage von Schiffen Gebühren verlangen kann.
       
       Was es jetzt bräuchte, wäre kluge Diplomatie zwischen den Golfstaaten und
       Libanon auf der einen und Israel auf der anderen Seite, eine andere Art der
       Politik im Nahen Osten. Trump als selbst erklärter Beschützer des Nahen
       Ostens ist gefährlich – das sollten nun auch die Letzten begriffen haben.
       
       15 Jun 2026
       
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