# taz.de -- Das Treiben der Katherina Reiche: Klimapolitisches Fiasko
> Die Wirtschaftsministerin setzt alles daran, dass Deutschland bis 2045
> nicht klimaneutral wird. Gerade hat sie Flüssiggas aus Kanada geordert.
IMG Bild: Die Politik von Katherina Reiche (CDU) ist fest darauf ausgerichtet, fossile Geschäftsmodelle zu erhalten
Immer wieder erklären Mitglieder der Bundesregierung, sie würden am Ziel
festhalten, Deutschland werde bis 2045 klimaneutral. Doch von diesen
Lippenbekenntnissen sollte sich niemand täuschen lassen. Gerade
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schafft mehr und mehr
Fakten, die das Erreichen der Klimaneutralität bis 2045 verhindern. Die
Politik der Christdemokratin ist fest darauf ausgerichtet, [1][fossile
Geschäftsmodelle zu erhalten] – und zwar auch über 2045 hinaus.
Jüngste Volte: Verträge für die Lieferung von Flüssiggas aus Kanada. Das im
Besitz des deutschen Staates befindliche Energieunternehmen Sefe schließt
Vereinbarungen ab, die eine Lieferung dieses extrem [2][klimaschädlichen
Brennstoffes] bis 2050 vorsehen. Das passt zu den diversen Gesetzesvorhaben
mit ebenfalls extrem klimaschädlichen Potenzial aus dem Hause Reiche, die
in den kommenden Monaten durchs Parlament gebracht werden sollen.
Mit der Entkernung des Heizungsgesetzes ihres grünen Vorgängers Robert
Habeck sorgt die Ministerin dafür, dass Gas- und Ölheizungen trotz ihrer
enorm negativen Auswirkungen für die Erderhitzung bis in alle Ewigkeit
betrieben werden können.
Gleichzeitig forciert Reiche mit dem Gesetz zur Absicherung des
Kohleausstiegs den Bau einer massiven neuen fossilen Gasinfrastruktur. Und
nicht nur das: Sie will die erneuerbaren Energien systematisch schwächen.
Setzt sie sich durch, werden Solaranlagen auf Dächern wirtschaftlich
unattraktiv und große Erneuerbaren-Projekte wie Windparks nicht mehr
finanzierbar.
## Das provoziert ein Verschieben der Klimaziele
Jedes einzelne dieser Vorhaben ist schlecht. Gebündelt sind sie ein
klimapolitisches Fiasko auf Kosten künftiger Generationen. Das nimmt die
Bundesregierung in Kauf – zugunsten fossiler Geschäftsinteressen. Nebenbei
bedient sie die Rechten, die den menschengemachten Klimawandel leugnen. Es
ist unbegreiflich, dass die Sozialdemokrat:innen so etwas mitmachen.
Mit dieser Politik [3][provozieren Union und SPD die Rufe nach einem
Verschieben der Klimaziele]. In konservativen Wirtschaftsverbänden und
Organisationen sitzen etliche in den Startlöchern, um ihre Kampagnen gegen
Klimapolitik im Allgemeinen und die deutschen Ziele im Besonderen zu
starten. Beliebt ist das Argument, Deutschland müsse seine Ziele an die der
EU anpassen, die erst 2050 klimaneutral sein will. Da ist allerdings
eingepreist, dass Deutschland früher so weit ist, während wirtschaftlich
schwächere Länder mehr Zeit bekommen. Wenn die Bundesrepublik ihre Marken
verschiebt, verrutschen auch die anderer Staaten – und eine fatale
Abwärtsspirale käme in Gang.
17 Jun 2026
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## AUTOREN
DIR Anja Krüger
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