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       # taz.de -- Armut und Reichtum in Deutschland: „Wer zahlt für den Sozialstaat?“
       
       > Die Kosten für Sozialstaatsreformen tragen die Ärmsten. Das kritisieren
       > Helena Steinhaus von Sanktionsfrei e. V. und Unternehmerin Isabelle
       > Hoyer.
       
   IMG Bild: Mauerecho-Host Dennis Chiponda
       
       Der Sozialstaat soll sukzessive reformiert werden, damit er weniger kostet.
       So der Plan der Bundesregierung. Kürzlich erst sprach sich die
       Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) gegen eine eigentlich im
       Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarte Bafög-Reform aus. Denn
       Studierende seien in Deutschland privilegiert und neben dem Studium zu
       arbeiten, sei laut Bär „kein Drama“.
       
       Ebenso ist eine Pflegereform geplant, die beispielsweise vorsieht, die
       Rentenpunkte, die pflegende Personen erhalten, von 100 auf 70
       herunterzusetzen. Die Unternehmerin und Gründerin eines Women Leadership
       Netzwerks, Isabelle Hoyer, hält in der neuen Folge Mauerecho gegen den
       Vorschlag. Und Helena Steinhaus von Sanktionsfrei e. V. fordert sogar: „Die
       sollten verdoppelt werden.“
       
       ## Arbeitnehmer:innen auch durch Grundsicherungssanktionen betroffen
       
       Für die neue Grundsicherung, die ab dem 1. Juli das Bürgergeld ersetzt, hat
       die Bundesregierung einen härteren Sanktionskatalog beschlossen. Bisherige
       Schutzrechte des ehemaligen Bürgergelds sollen ebenfalls wegfallen. Es sind
       Maßnahmen, die nicht nur Leistungsempfänger:innen unter Druck setzen.
       Auch Arbeitnehmer:innen sind betroffen. Kritik gab es von vielen
       Seiten. Gewerkschaften, Grüne und Linke und zivilgesellschaftliche
       Initiativen wie Sanktionsfrei e. V. positionieren sich gegen die geplanten
       Reformen.
       
       Diese würden Menschen zwingen, schlechte Arbeitsbedingungen auszuhalten,
       wie Helena Steinhaus im Gespräch mit Mauerecho-Host Dennis Chiponda
       anmahnt. Sie sagt: „Die Allermeisten würden fast jede Arbeit machen, um
       bloß nicht in die Grundsicherung zu fallen. Und das heißt auch, dass man
       weniger Ansprüche stellt, sowohl an die Arbeitsbedingungen als auch an die
       Bezahlungen.“
       
       Die Sankitonsfrei-Aktivistin fordert außerdem, dass gute Arbeitsbedingungen
       für Menschen geschaffen werden, auch in Berufssparten, die weniger
       „verführerisch“ seien – besonders in großen Unternehmen. Warum die
       Aktivistin in diesem Zusammenhang das Unternehmen und den Arbeitgeber
       Tchibo als „Wichser“ bezeichnet und wie Kleinunternehmer:innen mit
       finanziellem Druck umgehen, hört ihr in dieser neuen Podcast-Folge
       Mauerecho.
       
       „Mauerecho“. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz
       panterstiftung. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf
       [1][taz.de/mauerecho] sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank
       gilt unserer neuen Redakteurin Jacqueline Kamp und unserem Sounddesigner
       Sebastian Jautschus.
       
       11 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /mauerecho
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Dennis Chiponda
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