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       # taz.de -- Cannabis-Konsum: Schwarzmarkt schwächelt
       
       > Erklärtes Ziel der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland war es,
       > den Schwarzmarkt trockenzulegen. Forscher sagen nun: Das könnte klappen.
       > Für Polizei und Justiz ist die Lage weniger eindeutig.
       
   IMG Bild: Halt dich an deiner Liebe fest? Szene einer Polizeirazzia in NRW 2024
       
       [1][taz Thema] | Seit im April 2024 die Teillegalisierung zu Konsumzwecken
       in Kraft trat, kommen Nutzer:innen zunehmend auf legalem Wege an ihr
       Cannabis.
       
       Das bestätigte jüngst der zweite Zwischenbericht der Forschungsgruppe
       EKOCAN, die im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums die Auswirkungen
       der Reform auf den Kinder- und Jugendschutz, auf den allgemeinen
       Gesundheitsschutz und die cannabisbezogene Kriminalität begleitet. Das
       Projekt, das noch bis April 2028 läuft, gibt bis dahin Zwischenberichte ab.
       Der diesjährige hatte das Thema Kriminalität zum Schwerpunkt.
       
       Besonders stark falle der Zuwachs des legalen Marktes bei den Importen von
       [2][medizinischem Cannabis] aus. 200 Tonnen wurden 2025 importiert, hinzu
       kommen 2,6 Tonnen aus inländischer Produktion. „Damit hat sich in
       Deutschland der größte, prinzipiell legal-kommerzielle Cannabismarkt
       Europas entwickelt“, so die Studie.
       
       ## Anbauvereine schwächeln
       
       Auch der private Eigenanbau nehme zu. So gaben 2025 bereits 21,4 Prozent
       der Konsumierenden an, ihr Cannabis vor allem aus eigenem Anbau zu
       beziehen. Ein Jahr zuvor waren es nur 5,4 Prozent gewesen.
       
       Bei den Anbauvereine allerdings bestehe noch Potenzial. Sie können dem
       Schwarzmarkt „aufgrund der sehr engmaschigen Regulierung […] bislang nur
       wenige Anteile abnehmen.“ Gerade einmal 3,5 Prozent der Konsumierenden
       hätten im Jahr 2025 ihr Cannabis aus gemeinschaftlichem Eigenanbau beziehen
       können.
       
       Die Zunahme des legalen Cannabismarktes habe in den zwei Jahren seit der
       Reform bereits Wirkung gezeigt, etwa durch die „sukzessive Verdrängung des
       Schwarzmarktes sowie die deutliche Entlastung der Konsumierenden“.
       
       Vor der Teillegalisierung hätten die Staatsanwaltschaften die meisten
       Ermittlungsverfahren wegen Cannabisdelikten folgenlos eingestellt, so die
       Studie. „In weniger als jedem fünften Fall kam es zu einer Anklage.“ Vor
       allem diese seien nun weggefallen.
       
       ## Justiz und Polizei weiterhin stark belastet
       
       Die Justiz sieht sich dennoch nicht nennenswert entlastet, weil die im
       Cannabisgesetz enthaltene Amnestieregelung zu einem „erheblichen
       Mehraufwand für die Behörden“ geführt habe.
       
       Die Hoffnung, dass die Teillegalisierung die Polizei entlasten würde, damit
       sie sich stärker auf schwere Delikte und die organisierte Kriminalität
       konzentrieren könne, habe sich, so die Studie, nicht erfüllt. Es überwiegen
       Hinweise, dass die Reform die Ermittlungsmöglichkeiten der Polizei
       eingeschränkt habe: „Der Verfolgungsdruck auf die [organisierte
       Kriminalität] könnte also abgenommen haben.“ ■
       
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       12 Jun 2026
       
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