# taz.de -- taz🐾lage: taz hält sich an die Spielregeln
Der Presserat ist so etwas wie die Schiedsstelle für und von Medien. Er
wacht darüber, dass Medien die Spielregeln einhalten – nicht die
juristischen, dafür sind die Pressekammern der Gerichte da, sondern die
ethischen Regeln. Der Presserat ist die freiwillige Selbstkontrolle der
Medien.
Im Januar hatte der freie Journalist Laurenz Schreiner für die taz
recherchiert, dass [1][der niedersächsische Verwaltungsrichter Gert Armin
Neuhäuser] vermutlich über ein anonymes Instagram-Profil im Internet seit
Jahren frauenverachtende und queerfeindliche Kommentare schreibt. Neuhäuser
ist nicht nur Richter, er ist auch Honorarprofessor und war, zum Zeitpunkt
des Erscheinens des Artikels, auch Vorsitzender des Verbands der
niedersächsischen Verwaltungsrichter.
Der taz-Autor Schreiner hat für seinen Bericht Indizien gesammelt und, wie
es in diesen Recherchen üblich ist, den Professor um eine Stellungnahme
gebeten. Der Gegenwind, der Schreiner und der taz daraufhin entgegenblies,
war heftig. Der Professor ließ seinen Anwalt Joachim Steinhöjfel antworten,
einen Mann, der auch schon die AfD vertreten hat und Julian Reichelt. Der
Anwalt schickte vollmundige Drohungen zurück: Er werde die taz und die
Ressortleiterin Anne Fromm, die Schreiners Recherche betreut und ebenfalls
den Anwalt um eine Stellungnahme gebeten hatte, beim Presserat anzeigen.
Das tat er auch.
Der Presserat hat die Beschwerde am 11. April abgewiesen. Er konnte im
Vorgehen der taz kein unethisches Verhalten oder unlautere Methoden
erkennen. Damit bestätigt er die journalistische Sorgfalt, die die taz hat
walten lassen. (taz)
9 Jun 2026
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