URI: 
       # taz.de -- Zukunft der Altersvorsorge: Bas will Beamte zur Rentenkasse bitten
       
       > In Kürze stellt die Rentenkommission ihr Ergebnis vor. Arbeitsministerin
       > Bas will Beamte einbeziehen. Die JU will die Bafögreform zulasten von
       > Rentner*innen retten.
       
   IMG Bild: Schluss mit Pensionen: Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will Beamte in die gesetzliche Rente bringen
       
       Das genaue Datum steht noch nicht fest, aber bald sollen die Ergebnisse der
       Rentenkommission vorliegen. Eigentlich läuft die Frist noch bis zum 29.
       Juni, aber schon Mitte Juni könnte es so weit sein, verkündete
       Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) zuversichtlich am Sonntagabend in
       der ARD-Talkshow „Caren Miosga“. Die Vorschläge der Kommission sollen
       Grundlage für eine große Rentenreform der Bundesregierung sein. Die
       Arbeitsministerin hofft auf ein einstimmiges Ergebnis [1][des 13-köpfigen
       Gremiums], das aus Politiker*innen und Wissenschaftler*innen
       besteht. Ziel sei es, erste Eckpunkte vor der Sommerpause zu beschließen,
       erklärte Bas.
       
       Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission hat zahlreiche
       Prüfaufträge erhalten. So wird diskutiert, ob das [2][Renteneintrittsalter
       angehoben werden soll] oder ob künftig [3][die Zahl der Beitragsjahre]
       entscheidend sein soll. Auch die Frage, wer eigentlich in die gesetzliche
       Rente einzahlen soll, steht zur Debatte. Im Koalitionsvertrag hatte sich
       Schwarz-Rot darauf verständigt, Selbstständige miteinzubeziehen.
       Arbeitsministerin Bas befürwortete nun erneut, dass auch Beamte und
       Abgeordnete einzahlen sollten – ein Vorschlag, der innerhalb der Koalition
       umstritten ist.
       
       In Deutschland zahlen Beamte nicht in die gesetzliche Rentenversicherung
       ein, sondern werden im Alter mit Pensionen versorgt, die aus Steuergeldern
       finanziert werden. Ihre Altersversorgung ist meist viel besser als
       gesetzliche Renten, denn zur Berechnung von Pensionen werden die Gehälter
       der letzten Dienstjahre herangezogen. Wie sinnvoll eine Eingliederung wäre,
       hängt maßgeblich von Details ab – etwa ob alle Beamte in ein neues System
       überführt werden sollen (sehr kompliziert) oder ob das nur neue Beamte
       beträfe.
       
       Der [4][Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen
       Entwicklung] hat sich bereits im Jahresgutachten 2023/24 ausführlich mit
       den finanziellen Folgen einer Erweiterung des Versichertenkreises
       beschäftigt. Die Einbeziehung von Beamten könnte die gesetzliche
       Rentenversicherung kurz- bis mittelfristig finanziell entlasten, wenn
       zunächst nur neue Beamt*innen aufgenommen würden, heißt es darin. Der
       positive Effekt würde sich jedoch voraussichtlich ab Mitte der 2070er-Jahre
       wieder umkehren, da Beamte im Schnitt eine höhere Lebenserwartung haben und
       dadurch auch länger Renten beziehen.
       
       Befürworter*innen verweisen gern auf Österreich, [5][wo eine solche
       Reform bereits umgesetzt wurde]. Abgeordnete, Selbstständige und Beamte
       zahlen dort alle in die gesetzliche Rentenkasse ein. Die Durchschnittsrente
       ist im Vergleich zu Deutschland im Schnitt um 500 Euro monatlich höher.
       Allerdings gibt es in Österreich auch einen höheren Beitragssatz und höhere
       Bundeszuschüsse. Auch die Verbeamtungspraxis wurde deutlich eingeschränkt.
       
       ## Junge Union will von Alten nehmen und Jungen geben
       
       Der Bundestagsabgeordnete Johannes Winkel (CDU) machte angesichts der
       aktuellen Spardebatten einen ganz neuen Vorschlag. Der Chef der Jungen
       Union sprach sich jüngst dafür aus, den aktuellen Rentner*innen Geld
       abzuzwacken, um damit die [6][von Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU)
       abgeblasene Bafög-Reform zu retten]. Und das [7][Elterngeld, das von
       Bildungsministerin Karin Prien (CDU) zusammengekürzt werden soll], am
       besten gleich mit.
       
       Statt der geplanten Rentenanpassung von 4,2 Prozent, die ab 1. Juli 2026
       gelten soll, sollten die rund 21 Millionen Rentner*innen nur 3 Prozent
       Erhöhung bekommen, der Rest solle jüngeren Menschen und Eltern
       zugutekommen, forderte er in [8][der Bild-Zeitung]. Winkel bemüht dafür das
       Stichwort Generationengerechtigkeit, gemäß der Logik: die armen Jungen
       gegen die reichen Alten. Dabei sind laut dem [9][jüngsten Armutsbericht des
       Paritätischen] Wohlfahrtsverbands sowohl jüngere als auch ältere Menschen
       armutsgefährdet. Zudem folgen die gesetzlichen Renten der Lohnentwicklung,
       die jährliche Anpassung ist deshalb nicht willkürlich.
       
       Die SPD lehnte diesen Vorschlag entsprechend ab. Besonders Menschen mit
       kleinen und mittleren Einkommen seien auf die gesetzliche Rente angewiesen,
       um im Ruhestand über die Runden zu kommen, erklärte die sozialpolitische
       Sprecherin Annika Klose, die auch Mitglied der Rentenkommission ist:
       „Insofern sind wir strikt dagegen, die geplanten Rentenerhöhungen zu
       streichen.“ Generationen gegeneinander auszuspielen, sei nicht zielführend.
       
       8 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Rentenkommission/!6138782
   DIR [2] /Angeblicher-Rentenplan/!6180999
   DIR [3] /Debatte-ueber-Rentenreform/!6136407
   DIR [4] https://de.linkedin.com/company/sachverstaendigenrat-wirtschaft?trk=public_post-text
   DIR [5] https://rentenupdate.drv-bund.de/DE/1_Archiv/Archiv/2024/03_Oesterreich.html
   DIR [6] /Ministerin-Baer-gegen-Bafoeg-Erhoehung/!6182955
   DIR [7] /Debatten-um-Bundeshaushalt/!6181914
   DIR [8] https://www.bild.de/politik/inland/rente-ju-chef-johannes-winkel-stellt-rentenplus-infrage-brisanter-gegenvorschlag-6a230bcabe3c07528fabddb7
   DIR [9] /Bericht-des-Paritaetischen-Wohlfahrtsverbands-161-Prozent-einkommensarm/!6183220
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Jasmin Kalarickal
       
       ## TAGS
       
   DIR Bärbel Bas
   DIR Beamte
   DIR Rente
   DIR Kommission
   DIR Social-Auswahl
   DIR Reden wir darüber
   DIR Aktienrente
   DIR Rente
   DIR Reden wir darüber
   DIR Betriebsrente
   DIR Rente
   DIR Rente
   DIR Schwarz-rote Koalition
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Vorschläge der Rentenkommission: Aktienismus soll die Rente sichern
       
       Erste Vorschläge der Rentenkommission deuten auf weitreichende Änderungen
       im System hin. Manche Fragen bleiben allerdings offen.
       
   DIR Vorschlag der Rentenkommission: Höhere Beiträge, länger malochen
       
       Fünfeinhalb Monate hat die Rentenkommission verhandelt. Nun liegt ein
       Vorschlag auf dem Tisch. Er sieht höhere Beiträge vor und anderes Ungemach.
       
   DIR Betriebliche Altersvorsorge: Sozialpolitische Good Vibes
       
       Eine Betriebsrente klingt angesichts der zahlreichen Sozialkürzungen wie
       ein beruhigendes Signal. Aber es kommt wie so oft auf die Details an.
       
   DIR Finanzminister unterstützt DGB-Vorstoß: Klingbeil plädiert für Betriebsrente für alle
       
       Der DGB schlug eine verpflichtende Betriebsrente für
       Arbeitnehmer:innen vor. Nun sprach sich auch Vizekanzler Klingbeil
       dafür aus.
       
   DIR Rente mit 63 auf der Sparliste: Nicht alle können länger ackern
       
       Eine Abschaffung der Rente mit 63 würde Milliarden Euro sparen, sagt eine
       Studie. Der Schritt würde aber auch eine hässliche Umverteilung erzeugen.
       
   DIR Höheres Rentenalter: Deutsche arbeiten schon heute länger und sterben früher
       
       Neue Daten: Im Vergleich mit Nachbarn leben die Deutschen nach
       Renteneintritt nicht mehr lange. Die Linke schlussfolgert: Bloß nicht noch
       mehr ackern.
       
   DIR Studie zu Rentenpaket: „Nicht ungerecht für jüngere Generationen“
       
       Ökonom*innen zeigen in einer Studie, dass auch junge Menschen von den
       Rentenplänen der Regierung profitieren –anders als von der Jungen Union
       behauptet.