# taz.de -- Studie zu Bürgerräten: Initiativen im „Einzelkämpfermodus“
> Viele zivilgesellschaftliche Bürgerräte werden laut einer Studie von nur
> einer Organisation initiiert. Die Neue Generation fordert mehr Bündnisse.
IMG Bild: Die meisten Bürger*innenrte sind Einzelkämpfende, sagt eine Studie der Neuen Generation
Die meisten außerparlamentarischen Bürgerräte werden nur von einer
einzelnen Organisation statt von einem Bündnis mehrerer Gruppen initiiert.
Das zeigt eine Studie, die die Protestbewegung Neue Generation, die aus der
Klimaschutzgruppe Letzte Generation hervorgegangen ist, am Montag
vorgestellt hat. Von den 68 untersuchten Räten wurden demnach die
allermeisten lediglich von einer Organisation ins Leben gerufen. Nur ein
Fünftel wurde von einem Zusammenschluss von Initiativen angestoßen.
Untersucht wurde eine spezielle Form von Räten, die
[1][„außerparlamentarisch gelosten Räte“]. Diese werden nicht von
staatlichen oder politischen Stellen beauftragt, sondern von der
Zivilgesellschaft: Hochschulen, Vereine oder Wirtschaft können dabei
Auftragsgeber sein. Von diesen wurde nur ein Fünftel von einem
Zusammenschluss von Initiativen angestoßen.
„Das ist der Einzelkämpfermodus“, sagte Georg Rackow von der [2][Neuen
Generation]. Er sehe darin ein grundsätzliches Problem in linken Bewegungen
und wünsche sich, dass das Aufstellen von Bürger:innenräten genutzt
wird, um Bündnisse zu schließen.
Die meisten Räte werden von Hochschulen, Vereinen oder der Wirtschaft
organisiert. Größtenteils sollen diese dann Empfehlungen erarbeiten: für
die initiierenden Gruppen, die Öffentlichkeit und die Politik. Mit Bezug
auf eine [3][frühere Studie der Neuen Generation zu Klimaräten] bemängelte
Rackow, dass Bürger:innenräte von Politik und Verwaltung zu wenig
Aufmerksamkeit bekämen.
Als Grundlage der aktuellen Untersuchung diente die „Datenbank Bürgerräte“
von der Universität Wuppertal und dem Verein „Mehr Demokratie“. Diese
umfasst insgesamt 400 Bürgerräte, die Studie der Neuen Generation bezieht
sich nur auf einen Teil davon.
Die Neue Generation sieht [4][Bürger:innenräte, deren Mitglieder ausgelost
werden, als Lösung für Probleme der] parlamentarischen Demokratie in
Deutschland. Die Gruppe hat das „Parlament der Menschen“ ins Leben gerufen,
das Bürgerinnen und Bürger zusammenbringen will, um über politische und
gesellschaftliche Fragen zu beraten. Bekannt ist auch der [5][Bürgerrat
Demokratie][6][, der Bürgerrat Deutschlands Rolle in der Welt] und der
[7][Bürgerrat Klima], die von anderen Institutionen initiiert wurden.
Transparenzhinweis: In einer ersten Fassung wurde nicht deutlich, dass
lediglich ein bestimmter Teil der in der Datenbank der Uni Wuppertal und
des Vereins „Mehr Demokratie“ erfassten Bürger:innenräte untersucht
wurde.
8 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] /Neuausrichtung-des-Aktivismus/!6091019
DIR [2] /Aktion-der-Neuen-Generation-in-Berlin/!6172603
DIR [3] https://neuegeneration.com/neue-generation-veroeffentlicht-klimarat-studie/
DIR [4] /Neuausrichtung-des-Aktivismus/!6091019
DIR [5] https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerrat_Demokratie
DIR [6] https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerrat_Deutschlands_Rolle_in_der_Welt?action=edit&redlink=1
DIR [7] https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerrat_Klima
## AUTOREN
DIR Charlotte Gabel
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