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       # taz.de -- Sicherheit in baltischen Staaten: Nato-Kampfjets schießen Drohne über Lettland ab
       
       > Die Nato wird erneut auf die Probe gestellt und muss eine Drohne in den
       > baltischen Ländern abschießen. Dieses Mal in Lettland.
       
   IMG Bild: Der Himmel über Litauen, eine drohnende Kulisse
       
       Nach Estland folgt nun Lettland: Am Montag schoss ein Nato-Kampfjet eine
       Drohne über der Region Latgale im Osten Lettlands ab. Wie das lettische
       Verteidigungsministerium mitteilte, handelte es sich um ein ausländisches
       unbemanntes Flugobjekt. Dass die Drohne in den Luftraum des Nato-Landes
       eindrang, sei das Ergebnis elektronischer Kriegsführung Russlands. Lettland
       grenzt an Russland und Belarus. Die Drohne wurde von französischen
       Nato-Kampfjets abgeschossen, wie Baiba Braze, lettische Außenministerin,
       auf X schrieb.
       
       Der Vorfall ereignete sich am Montagvormittag gegen 10 Uhr. Die Bevölkerung
       wurde zuvor in mehreren Regionen Lettlands vor einer potenziellen Bedrohung
       des Luftraums gewarnt. Inzwischen ist der Alarm wieder aufgehoben, die
       Suche nach Trümmerteilen der Drohne dauert noch an. Ob es sich um eine
       russische oder ukrainische Drohne handelt, ist bisher nicht offiziell
       bekannt.
       
       Bereits am 19. Mai schoss ein rumänischer Nato-Pilot eine ukrainische
       Drohne ab, die in den estnischen Luftraum geraten war. Sie ging über einem
       unbesiedelten Sumpfgebiet nieder, Schäden oder gar Verletzte gab es keine.
       Sicherheitsexpert:innen sprechen inzwischen von der 4. Phase der
       russischen Vollinvasion in der Ukraine, die dominiert wird von
       Drohnenattacken und elektronischer Kriegsführung. In etlichen Fällen stört
       Russland dabei die Flugbahn der Drohnen, die Kurs auf russische
       Industrieanlagen nehmen, und diese driften dann in den Luftraum
       angrenzender Länder ab.
       
       ## Mehrere Drohnenvorfälle in Grenzstaaten
       
       In den vergangenen Wochen kam es daher immer wieder zu Drohnensichtungen
       und dem Abschuss solcher Flugobjekte. Vor allem die baltischen Länder
       Lettland, Litauen und Estland waren in den vergangenen Wochen mehrfach
       betroffen. In Rumänien schlug eine Drohne vor wenigen Tagen in ein Wohnhaus
       ein. Auch in Finnland wurden solche Flugobjekte im heimischen Luftraum
       gesichtet. Der Betrieb am Flughafen Helsinki musste Mitte Mai über mehrere
       Stunden eingestellt werden. Solange der Krieg Russlands in der Ukraine
       anhält, sind solche Vorfälle weiterhin möglich, erklärte das lettische
       Verteidigungsministerium. In Lettland führten die Drohnenvorfälle zu einer
       politischen Krise und schließlich zu einem Regierungswechsel.
       
       Generell ist ein Abschuss der Drohnen heikel und muss binnen Sekunden von
       den Kampfpilot:innen entschieden werden. Ausschlaggebend sind der
       Standort oder Wetterbedingungen. Bei der Entscheidung geht es vor allem um
       die Frage, ob bei einem Abschuss Menschen verletzt werden und Schäden
       entstehen könnten. Am Dienstag treffen sich die Staats- und Regierungschefs
       der nordischen und baltischen Staaten in der estnischen Hauptstadt Tallinn.
       Auf der Agenda stehen die Sicherheitslage in der Region, sowie die Themen
       Wettbewerb und Künstliche Intelligenz.
       
       8 Jun 2026
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Tanja Tricarico
       
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