# taz.de -- Bilanz der Bildungsverwaltung: Schulbau kommt voran, aber Tausende Plätze fehlen
> Trotz des Geburtenrückgangs braucht Berlin weiterhin zusätzliche
> Schulplätze. Bildungssenatorin Günther-Wünsch (CDU) fordert eine
> Schulbaubehörde.
IMG Bild: Die Berliner Schulbauoffensive macht Fortschritte, doch noch immer fehlen Plätze
Berlin wird seine Schulbauoffensive, in die pro Jahr 1,5 Milliarden Euro
fließen, noch „bis weit in die 2030er Jahre“ fortsetzen müssen. Das
prognostizierte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) am
Dienstag. „Ich kann Ihnen kein Enddatum nennen“, sagte die Senatorin nach
der Sitzung der schwarz-roten Landesregierung.
Nach Günther-Wünschs Zahlen müsste es trotz aller aus ihrer Sicht
erfolgreichen Bauanstrengungen aktuell 24.000 Schulplätze mehr geben, um
Berlins Schüler so wie eigentlich beabsichtigt unterrichten zu können. Weil
dieses Defizit bis zum vergangenen Schuljahr noch durchweg angestiegen sei,
sich nun aber um 2.000 Plätze verringern ließ, sieht Günther-Wünschs
Senatsverwaltung „eine Trendwende“.
Trotz aller anderen Bauaktivitäten des Landes ist die 2016 verabredete
Schulbauoffensive [1][nach Aussage der Finanzverwaltung] „das größte
Investitionsvorhaben der letzten und laufenden Legislaturperiode“.
Danach gefragt, warum auch künftig neue Schulen gebaut werden müssten,
während doch aktuell teilweise Kitas wegen zu wenig Nachfrage schließen,
antwortete Günther-Wünsch: „Das ist nicht eins zu eins in den Schulbesuch
durchzudeklinieren.“ Viele der Kinder, die Schulplätze brauchen, sind
demnach nicht in Berlin geboren. Die Senatorin verwies auf Zuzug von außen,
auch von Flüchtlingen.
## Schulbau schneller als 2016
Günther-Wünsch betonte zudem, dass sie [2][jüngst mit der Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft] Klassen mit maximal 20 Kindern an strukturell
besonders belasteten Grundschulen vereinbart hat. Das sorgt schon rein
rechnerisch dafür, dass mehr Räume nötig sind. Zur Schulbauoffensive gehört
nicht nur der Neubau, sondern auch die Erweiterung von Schulen.
Das Programm sollte zudem dazu beitragen, Planungs- und Bauzeit von neuen
Schulen zu verringern. Günther-Wünschs Vor-Vorgängerin Sandra Scheeres
(SPD) [3][hoffte beim Start des Programms 2016], dass bis zu einer
Schuleröffnung künftig nicht mehr acht bis neun Jahre vergehen. Laut ihrer
CDU-Nach-Nachfolgerin hat sich dieser Zeitraum tatsächlich deutlich
reduziert: Für die Planung in den dafür zuständigen Bezirken nannte
Günther-Wünsch zwei bis vier Jahre, für die reine Bauzeit bis zur Übergabe
einer für vier Klassen pro Jahrgang geeigneten Schule eineinhalb Jahre.
Zusammen gerechnet sind das dreieinhalb bis fünfeinhalb Jahre.
Eine zentrale Schulbaubehörde könnte die Lage aus Sicht der Senatorin
weiter verbessern, vorrangig bei Wartung und Instandhaltung. Da sind die
Zuständigkeiten nach ihren Worten auf wenig vorteilhafte Weise weit
verteilt, in einer zentralen Behörde hingegen wäre alles in einer Hand.
„Ich würde das für eine sehr gute Entscheidung halten“, sagte
Günther-Wünsch. Als Vorbild nannte sie dabei das Land Hamburg – wo im
dortigen Senat seit 2011 durchweg nicht etwa ihre Partei, die CDU, sondern
die SPD für das Schulressort zuständig ist.
9 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] https://www.berlin.de/sen/finanzen/haushalt/schulbauoffensive/artikel.613867.php
DIR [2] /Schulen-in-Berlin/!6179729
DIR [3] /Nur-noch-viereinhalb-Jahre/!5305264&s=alberti+scheeres+jahre/
## AUTOREN
DIR Stefan Alberti
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