# taz.de -- Luftfahrtmesse ILA bei Berlin: Fluggesellschaften zahlen zu wenig CO2-Preise
> Am Mittwoch startet die Luftfahrtmesse ILA – mit Politprominenz und einer
> neuen nationalen Luftfahrtstrategie. Beim Klimaschutz aber hapert es
> noch.
IMG Bild: Ganz schön viel billiges CO2: Pro Tonne zahlten Fluggesellschaften nur einem Drittel des regulären CO2-Preises
Offiziell öffnet die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA am
Mittwoch ihre Pforten. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU)
und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) aber durften das
Messegelände am Rande des Flughafens BER im brandenburgischen Schönefeld
zum Beispiel schon am Dienstag begehen. Woidke und Wegner [1][waren sich
bei ihrem Rundgang einig]: Die Luftfahrtindustrie solle wachsen, ganz
besonders in der Region, die die beiden Landeschefs unter ihren Fittichen
haben.
Auch die Veranstalter der ILA, einer der großen Luftfahrtmessen der Welt,
machten noch am Dienstag fleißig Werbung für die 750 Aussteller, die ihre
Technologien nahe der Hauptstadt zur Schau stellen. Besonders präsent,
passend zur Militär-Affinität der Bundesregierung und [2][Rekordausgaben
für Rüstung]: militärische Fluggeräte, Drohnen, Kampfhubschrauber.
Das zivile Passagierflugzeug derweil, den Airbus A350, propagieren der
Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und das Unternehmen
Messe Berlin, gemeinsame Ausrichter der ILA, als „eines der effizientesten
Langstreckenflugzeuge“. Dass sich die Branche mit Effizienz und
Klimafreundlichkeit allerdings noch immer schwertut, machte am Dienstag ein
Papier des Verkehrs- und Umweltverbands Transport & Environment (T&E)
deutlich. Demnach kamen Fluggesellschaften bei zwei Dritteln der
klimaschädlichen CO2-Emissionen im europäischen Luftverkehr um die Zahlung
des CO2-Preises herum. So konnten sie sich Kosten in Höhe von 8,5
Milliarden Euro sparen.
Der Grund, laut T&E: Langstreckenflüge sind zu großen Teilen vom
EU-Emissionshandel (ETS) ausgenommen, der den CO2-Preis regelt. „Es ist
unverständlich, warum ausgerechnet der Sektor, der [3][mit am meisten
Emissionen verursacht], am wenigsten dafür bezahlt“, ärgerte sich Sebastian
Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland. „Wir müssen im
EU-Emissionshandelssystem alle in Europa abfliegenden Flüge in die Pflicht
nehmen.“
## Merz stellt neue Luftfahrtstrategie vor
Fliegen gilt als [4][die klimaschädlichste Art der Fortbewegung]. In ganz
Europa sorgten Flüge im Jahr 2025 für 195 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß. Pro
Tonne CO2 zahlten Fluggesellschaften durchschnittlich 19 Euro, wie T&E
darlegt – das entspreche nur einem Drittel des regulären CO2-Preises.
Profiteure der ETS-Regelung seien vor allem große Airlines, die viele
Langstreckenverbindungen anbieten. Billigfluggesellschaften, zum Beispiel
das irische Unternehmen Ryanair, zahlten anteilig höhere Emissionskosten,
weil sie mehr kürzere innereuropäische Flüge im Angebot haben.
Aktuell bespricht die EU-Kommission eine Überarbeitung des europäischen
Emissionshandels. Bock fordert, die Reform zu nutzen, um den CO2-Preis auf
alle Flüge auszuweiten. Das spüle auch Geld in die Kassen der EU-Staaten,
das wiederum in die Förderung nachhaltiger Flugkraftstoffe investiert
werden könnte.
CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz stellt am Mittwoch bei seinem Besuch der
Messe die neue Luftfahrtstrategie der Bundesregierung vor – zur Förderung
der deutschen Flugbranche.
9 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] https://www.airliners.de/ila-2026-regierungschefs-berlin-brandenburg-aufstrebenden-luftfahrtstandort/88274
DIR [2] /Konversion-zu-Ruestungsunternehmen/!6182197
DIR [3] /Energiekrise/!6172392
DIR [4] https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/mobilitaet/flugreisen
## AUTOREN
DIR Nanja Boenisch
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