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       # taz.de -- Benzinpreise: Tankrabatt läuft wie geplant Ende Juni aus
       
       > Zwei Monate galt Tankrabatt von 17 Cent pro Liter. Dieser wird trotz
       > baldigem Sommerferienbeginn nicht verlängert, gab die Bundesregierung
       > bekannt.
       
   IMG Bild: Läuft bald aus: der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt
       
       rtr/afp/dpa | Der Tankrabatt läuft wie geplant Ende Juni aus. Darauf haben
       sich die Bundestagsfraktionen der schwarz-roten Koalition verständigt. Auch
       in der Bundesregierung gebe es keine Pläne für eine Verlängerung, hieß es
       am Mittwochabend in der Regierung. Für Autofahrer dürfte es damit zu Beginn
       der Ferienzeit ab Juli deutlich teurer werden.
       
       Der CDU-Wirtschaftspolitiker Sepp Müller und sein SPD-Kollege Armand Zorn
       sagten der Bild, die Koalition ‌habe sich nach langen Beratungen
       entschieden, den Tankrabatt auslaufen zu lassen. Die Maßnahme habe gut
       gewirkt. „Es ist finanzpolitisch nicht sinnvoll“, sagte Müller. „Wir können
       es uns in der aktuellen Lage nicht leisten, Schulden dafür aufzunehmen.“
       
       In Folge des Nahostkrieges sind die Tankstellenpreise seit März deutlich
       gestiegen. [1][Für Mai und Juni hatte die Koalition deswegen einen Rabatt
       von bis zu 17 Cent pro Liter eingeführt,] indem die Energiesteuer auf
       Diesel und Benzin gesenkt wurde. Die Maßnahme kostet den Staat rund 1,6
       Milliarden Euro und wurde von Ökonomen stark kritisiert, weil sie nicht
       zielgenau bedürftigen Menschen unter die Arme greift. [2][Experten zufolge
       wurde sie nicht komplett, aber weitgehend an Verbraucher weitergegeben.]
       
       Die Inflation in Deutschland ‌war im Mai nach Einführung des Tankrabatts
       spürbar gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich noch um 2,6
       Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,9 Prozent im April.
       
       ## Andere Entlastungen möglich
       
       Müller und Zorn warnten Mineralölkonzerne vor deutlichen Preissteigerungen
       nach dem Auslaufen des Rabatts. ⁠Die Koalition sei vorbereitet, um eine
       mögliche Preisexplosion zu stoppen. „Ändert sich die Lage ab 1. Juli
       dramatisch, können wir schnell reagieren. Das gilt auch in den Sommerferien
       und der sitzungsfreien Zeit“, erklärten die beiden Fraktionsvize. In einem
       solchen Fall könne der Bundestag ‌zu Sondersitzungen einberufen werden.
       „Wir ‌gehen davon aus, dass die Länder im Bundesrat mitgehen.“
       
       Im Gespräch sind den Angaben ⁠zufolge verschiedene Entlastungen, darunter
       gezielte Zuschüsse für Autofahrer mit kleinen Einkommen, eine höhere
       Pendlerpauschale, eine niedrigere Energiesteuer, eine Senkung der
       Stromsteuer für alle sowie ein Spritpreisdeckel und eine Übergewinnsteuer
       ‌für Ölkonzerne. Offen ist bislang, welche Maßnahme bei einer erneuten
       ‌Preisexplosion ergriffen würde. Eine Preisgrenze, ab der die Koalition
       reagieren will, nannten Müller und Zorn nicht. Müller kündigte zudem an:
       „Das Kartellrecht wird noch weiter verschärft.“ Ziel sei es, „den Markt
       ‌aufräumen und mehr Transparenz schaffen“.
       
       ## Bas: Entlastung nach Tankrabatt-Aus möglich
       
       SPD-Chefin Bärbel Bas deutet mögliche weitere Maßnahmen zur Entlastung der
       Verbraucher nach dem geplanten Aus des Tankrabatts Ende Juni an. Der Rabatt
       sei für zwei Monate festgelegt, bis zum Sommer und darüber hinaus werde man
       die Lage aber beobachten und „natürlich andere Entscheidungen vielleicht
       noch treffen müssen“, sagte die Arbeitsministerin im ZDF-„Morgenmagazin“.
       Der hinter den hohen Energiepreisen stehende Irankonflikt gehe ja weiter.
       Auf die Frage nach möglichen Entlastungen sagte Bas: „Wenn es zu großen
       Belastungen kommt, werden wir sicherlich darüber auch noch mal reden
       müssen.“
       
       Die Koalition hatte die Spritsteuer deshalb um knapp 17 Cent pro Liter
       gesenkt. Der seit dem 1. Mai geltende Tankrabatt läuft wie geplant Ende
       Juni aus. Das haben nach Information der Bild die Fraktionen von Union und
       SPD entschieden. Die Maßnahme habe gut gewirkt, die Verlängerung sei aber
       finanzpolitisch nicht sinnvoll, sagte Unions-Fraktionsvize Sepp Müller der
       Zeitung.
       
       ## ADAC: Preisschwankungen seit Beginn von 12-Uhr-Regel an Tankstellen „so
       groß wie nie“
       
       Seit Einführung der 12-Uhr-Regel an den deutschen Tankstellen kommt es bei
       den Spritpreisen im Tagesverlauf zu enormen Schwankungen. So betrug die
       Preisdifferenz zwischen dem Höchststand und dem Tiefststand eines
       durchschnittlichen Tages im Mai 14,6 Cent pro Liter bei Super E10, wie der
       ADAC in München am Donnerstag mitteilte. Bei Diesel betrug er demnach sogar
       18,4 Cent pro Liter.
       
       Damit lag die Differenz „deutlich über den Werten des Vorjahres“, wie der
       Automobilclub weiter mitteilte. Er stellte sogar eine Rekorddifferenz fest:
       Im Mai des vergangenen Jahres hatte der bisherige Rekordunterschied Super
       E10 12,5 Cent gelegen. Die letzte Rekord-Preisschwankung beim Dieselpreis
       stammt aus Mai 2022 und lag bei 16,7 Cent.
       
       Die Tankstellen dürfen seit April die Spritpreise nur noch einmal am Tag
       anheben, nämlich mittags. Preissenkungen bleiben aber jederzeit erlaubt.
       Dieses sogenannte Österreich-Modell war zentraler Bestandteil eines ersten
       Maßnahmenpakets der Bundesregierung in der Energiekrise. Das Preisniveau
       stieg seitdem jedoch insgesamt weiter.
       
       Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und -fahrern, kurz vor 12.00 Uhr zu
       tanken. „Autofahrer, die zum günstigsten anstelle des teuersten Zeitpunkts
       im Tagesverlauf tanken, können bei einer 50-Liter-Tankfüllung Super E10 im
       Schnitt 7,30 Euro sparen“, erklärte der Automobilclub. Für Dieselfahrer
       lohne es sich „bei einer durchschnittlichen Ersparnis von 9,20 Euro sogar
       noch mehr“.
       
       11 Jun 2026
       
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