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       # taz.de -- Antifaschistischer Kongress in Berlin: Der Schaden ist angerichtet
       
       > Ein linker studentischer Kongress hat sich erfolgreich dagegen gewehrt,
       > von der AfD verhindert zu werden. Die Technische Universität macht dabei
       > aber keine gute Figur.
       
   IMG Bild: Findet an der Technischen Universität Berlin (TU) statt: der antikapitalistische Jugendkongress „Take back the future“
       
       Die gute Nachricht zuerst: Die AfD ist mit ihrem Versuch gescheitert, eine
       aus ihrer Sicht unliebsame Studierenden-Veranstaltung zu torpedieren. Der
       antikapitalistische Jugendkongress „Take back the future“ findet also wie
       geplant dieses Wochenende an der Technischen Universität Berlin (TU) statt.
       Nicht ohne Stolz verkündete am Freitag der linke Studierendenverband SDS,
       dass er seinen Kongress erfolgreich gegen die Einschüchterungsversuche der
       AfD verteidigt hat.
       
       Allerdings gibt dieser Sieg mindestens genauso viel Anlass zur Sorge wie
       zur Freude. Denn erstens scheint das TU-Präsidium [1][wie zuletzt die
       Stadtbibliothek Magdeburg] aus Angst vor juristischen Schritten der AfD
       eingeknickt zu sein. Dafür spricht, dass sie den Studierenden erst eine
       [2][Streichliste mit 14 potenziell AfD-kritischen] Veranstaltungen vorlegte
       – ohne zu begründen, warum diese Debatten nicht genauso unter die
       Wissenschaftsfreiheit fallen sollen wie andere gesellschaftskritische
       Beiträge auch. Der „Kompromiss“ zwischen TU und SDS sieht nun vor, dass
       Veranstaltungen mit parteipolitischem Anstrich zwar stattfinden dürfen,
       aber nicht in den Räumen der Uni.
       
       Und damit sind wir beim eigentlichen Problem: Die TU erweckt den Eindruck,
       als verstoße ein Teil des Kongresses gegen ein angebliches
       Neutralitätsgebot. So wie es die AfD landauf landab immer wieder behauptet,
       wenn sich [3][Lehrkräfte kritisch mit Rassismus beschäftigen], Schulen ein
       Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt setzen oder an den Unis vor
       dem Erstarken rechter Demokratiefeinde gewarnt wird. [4][Wie grundfalsch
       dieser Gedanke ist], erklären politische Bildner:innen seit Jahren. Es
       gibt keine Neutralitätspflicht. Es gilt im Gegenteil die Pflicht, vor den
       Gefahren für die Demokratie zu warnen, gerade an Schulen und Hochschulen.
       Leider haben dies selbst Teile der Union bis heute nicht kapiert.
       
       Mit der Folge, dass viele Demokrat:innen im Land das Spiel der AfD
       mitspielen. Immer dann, wenn ein Schulamt einen Lehrer abmahnt, eine
       Kommune an der politischen Bildung spart oder eben eine Hochschulleitung
       das Campusleben zensiert, haben die Demokratiefeinde den Diskurs ein Stück
       weiter nach rechts verschoben. Und ist die AfD ihrem Ziel näher gekommen,
       sämtliche kritische Auseinandersetzung mit ihrem undemokratischen und
       faschistischen Charakter mundtot zu machen.
       
       Dem Präsidium einer Exzellenz-Universität muss dieser Zusammenhang bewusst
       sein. Die TU hätte den Jugendkongress nach außen lautstark verteidigen
       müssen. Das Land braucht junge Menschen, die sich kritisch mit dem
       drohenden Faschismus auseinandersetzen. Sie darin bestmöglich zu
       unterstützen, ist heute die Pflicht aller Demokrat:innen.
       
       12 Jun 2026
       
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