# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Friedensabkommen zwischen USA und Iran wird vorbereitet
> Eine Einigung zwischen den USA und Iran stehen laut Pakistan „unmittelbar
> bevor“, Teheran dementiert. Israel ordnet die Evakuierung von Ortschaften
> im Süden des Libanon an.
IMG Bild: Die USA und der Iran haben sich laut pakistanischen Ministerpräsidenten Sharif auf einen Rahmen für ein Friedensabkommen geeinigt
## Israel ordnet Evakierung im Südlibanon an
Die israelische Armee hat die Bewohner von 24 Städten und Dörfern im
Südlibanon zur Evakuierung aufgefordert. Zugleich meldete die Arme mehrere
Drohnenangriffe der libanesischen Hisbollah-Miliz auf Nordisrael seit dem
Freitagabend.
Armeesprecher Avichay Adraee erklärte auf X, die Bewohner sollten ihre
Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit unverzüglich verlassen und sich nördlich
des Flusses Sahrani begeben. Wer sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern,
deren Einrichtungen und Kampfmitteln aufhalte, bringe sein Leben in Gefahr.
Wie viele Menschen von der Evakuierung betroffen sind, war zunächst unklar.
Nach dem Aufruf zur Evakuierung meldeten libanesische Sicherheitskreise
heftige israelische Angriffe mit Kampfflugzeugen, Drohnen und Artillerie
auf Ziele in den genannten Gebieten – beispielsweise auf Kfar Ruman,
Nabatija sowie die Hügel oberhalb der Stadt. Einige Gebiete, wie der größte
Teil von Nabatija und Kfar Ruman, seien bereits vor der neuen Warnung
nahezu menschenleer gewesen.
Die israelische Armee erklärte auf X, dass in den vergangenen 24 Stunden
mehr als 70 Einrichtungen der Hisbollah angegriffen worden seien – darunter
Abschussrampen und Gebäude. (dpa)
## Tanker vor Küste des Oman getroffen
Vor der Küste des Oman ist ein Tanker am Backbordbug von einem Geschoss
unbekannter Herkunft getroffen worden. Der Vorfall habe sich sechs
Seemeilen (rund elf Kilometer) östlich des Landes ereignet, teilt die
britische Seefahrtsbehörde UKMTO mit. Die Besatzung sei unversehrt
geblieben. Der Tanker setze seine Fahrt zum Hafen fort. (rtr)
## Pakistan: Iran und USA einigen sich auf Rahmen für Friedensabkommen
Die USA und der Iran haben sich nach Angaben des pakistanischen
Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif auf einen Rahmen für ein
Friedensabkommen geeinigt. „Wir können bestätigen, dass ein endgültiger,
von allen Seiten abgestimmter Text des Friedensabkommens erreicht wurde“,
schrieb Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf der Online-Plattform
X. Das Abkommen solle den monatelangen Konflikt im Nahen Osten beenden.
Pakistan bereite sich nun auf eine elektronische Unterzeichnung innerhalb
der nächsten 24 Stunden vor. In der kommenden Woche sollen dann Gespräche
auf technischer Ebene folgen.
[1][Laut US-Präsident Donald Trump sollen die Dokumente für ein erstes
Rahmenabkommen in Kürze fertiggestellt] und vielleicht schon an diesem
Wochenende unterzeichnet werden – womöglich in Europa. Ein ranghoher
US-Beamter machte am Freitag allerdings klar, dass bislang nicht feststehe,
ob es wirklich dazu kommt. Die meisten Verantwortlichen in Iran seien für
eine Vereinbarung, „aber nicht alle“.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb zwar auf der Plattform X, dass
eine Absichtserklärung zum Greifen nah sei. „Bis zur endgültigen
Fertigstellung sollten sich die Medien mit Spekulationen über ihren Inhalt
zurückhalten“, fügte er jedoch hinzu.
Die iranische Regierung hat Staatsmedien zufolge die Unterzeichnung eines
möglichen Friedensabkommens mit den USA an diesem Wochenende
ausgeschlossen. „Wir müssen abwarten, bis das genaue Datum der
Unterzeichnung feststeht“, sagte der Sprecher des iranischen
Außenministeriums, Esmail Bakaei, am Samstag der iranischen staatlichen
Nachrichtenagentur Irna. Das werde „nicht morgen, am Sonntag“, sonder eher
„in den kommenden Tagen“ der Fall sein.
Laut Trump sieht die geplante Vereinbarung eine Öffnung der für den
globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus vor.
Medienberichten zufolge soll dieser Schritt binnen 30 Tagen vollzogen sein
– und im Gegenzug laut Trump die US-Blockade iranischer Häfen aufgehoben
werden.
## Baut der Iran sein Atomprogramm ab?
Die Vereinbarung soll einem ranghohen US-Beamten zufolge zudem dazu führen,
dass das iranische Atomprogramm zurückgebaut wird – und die Vereinigten
Staaten das angereicherte Uran erhalten, das sonst theoretisch für den Bau
von Atomwaffen genutzt werden könnte, wie nicht nur Israels Regierung
befürchtet. Das Material solle vor Ort unschädlich gemacht und anschließend
aus dem Land gebracht werden, erklärte der US-Beamte.
Die politische Führung der Islamischen Republik beteuert zwar stets, sie
strebe nicht nach [2][Atomwaffen]. Israels Regierung schenkt diesen
Beteuerungen aber keinen Glauben. Israels Ministerpräsident Benjamin
Netanjahu, der in vier Monaten bei Wahlen um sein Amt kämpfen muss, betonte
nach Angaben seines Büros, solange er Regierungschef sei, „wird Iran keine
Atomwaffen besitzen. Präsident Trump und ich sind uns in dieser Frage
vollkommen einig.“
## Deal wäre „bittere Pille“ für Netanjahu
Netanjahu war Medienberichten zufolge von Anfang an überzeugt, dass der von
seinem Land zusammen mit den USA am 28. Februar begonnene Krieg gegen den
Erzfeind Iran einen Machtwechsel in Teheran auslösen könnte. Nun würden ihm
seine innenpolitischen Rivalen vorwerfen, Israel durch die Annahme von
Trumps Friedensbedingungen zu einem „Vasallenstaat“ gemacht zu haben,
schreibt das US-Nachrichtenportal „Axios“. Für Netanjahu wäre Trumps
Abkommen mit Teheran denn auch eine „bittere Pille“, titelte das Portal.
Eine Befürchtung in Israel sei, dass Iran nach Unterzeichnung des
Rahmenabkommens und Beendigung des Kriegs die Verhandlungen einfach in die
Länge ziehen könnte, ohne wirkliche Zugeständnisse in der Atomfrage zu
machen.
## USA stellen Bedingungen für wirtschaftliche Gegenleistungen
Eingefrorene iranische Vermögenswerte im Ausland könnten wieder freigegeben
werden – jedoch nach US-Darstellung nur dann, wenn Teheran zuvor
Gegenleistungen erbracht hat. Bei entsprechender Kooperation Irans wären im
weiteren Verlauf auch Lockerungen von Sanktionen denkbar, hieß es. So
fordern die USA auch, dass Iran seine Unterstützung für verbündete Milizen
wie die Hisbollah im Libanon beendet. Nach US-Darstellung hat Iran bereits
zugestimmt, Terrorgruppen in der Region nicht weiter zu finanzieren.
[3][Iran] wiederum hat neben der Freigabe seiner eingefrorenen
Auslandsvermögen und der Aufhebung der Sanktionen eine Waffenruhe zwischen
Israel und der Hisbollah im Libanon zur Priorität gemacht. Wie deren
Überwachung im Rahmenabkommen festgehalten werden könnte, ist unklar.
(rtr/dpa/afp)
## Beisetzung von getötem Staatschef Chamenei am 9. Juli
Die Trauerfeierlichkeiten für das getötete religiöse und politische
Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, sollen staatlichen Medien
zufolge am 4. Juli in Teheran beginnen. Sie enden demnach am 9. Juli mit
seiner Beisetzung in Maschhad, dem Heimatort Chameneis. Er war im Februar
bei den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran getötet worden.
Er stand mehr als drei Jahrzehnte an der Spitze der Islamischen Republik.
(rtr)
13 Jun 2026
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