# taz.de -- EU-Streit um Flugpassagierrechte: Nur kleine Änderungen
> Am Freitag einigten sich die EU-Unterhändler auf neue
> Verbraucherschutzrechte bei Flugbuchungen. Dabei geht es auch um die
> Regelungen fürs Handgepäck.
IMG Bild: Fluggesellschaften müssen künftig Informationen zu Entschädigungen geben, damit mehr Passagiere ihren Anspruch geltend machen
afp | Nach jahrelangen Verhandlungen hat die EU sich im [1][Streit um
Rechte von Flugzeugpassagieren] geeinigt. Die bisher vorgesehenen
Entschädigungszahlungen bei verspäteten Flügen werden beibehalten, wie ein
hochrangiger EU-Diplomat am Freitag mitteilte. Übrig blieben demnach am
Ende nur kleinere Änderungen, etwa die Pflicht für Fluganbieter, Preise
standardmäßig „inklusive Handgepäck“ anzuzeigen. Bundesverkehrsminister
Patrick Schnieder (CDU) begrüßte die Einigung.
Die Passagiere können dem hochrangigen EU-Diplomaten zufolge nach wie vor
entscheiden, ob sie kostenpflichtiges Handgepäck mitbuchen wollen, der
Preis dafür soll aber transparenter dargestellt werden.
Fluggesellschaften müssen zudem künftig Informationen zu Entschädigungen
bereitstellen. Die EU will so dafür sorgen, dass mehr Passagiere ihren
Anspruch geltend machen. Die neue Vorgabe werde Entschädigungen „für alle
einfacher und effizienter machen“, betonte der deutsche Europaabgeordnete
Jan-Christoph Oetjen (FDP). Das EU-Parlament habe „erfolgreich
Flugpassagierrechte verteidigt“, bekräftigte Oetjen.
Fluggesellschaften wird außerdem verboten, Eltern Gebühren dafür zu
berechnen, dass sie Sitzplätze neben ihren Kindern bekommen. Namensfehler
auf Tickets können künftig kostenlos korrigiert werden.
## Mehrheit der EU-Staaten wollte Forderungen der Fluggesellschaften folgen
Bei der Reform aus dem Jahr 2013 geht es um Entschädigungen, die
Passagieren in der EU ab einer Verspätung von drei Stunden zustehen. Je
nach Flugstrecke müssen die Fluggesellschaften eine Pauschale von 250, 400
oder 600 Euro zahlen. Eine Mehrheit der EU-Länder wollte Forderungen der
Fluggesellschaften folgen und diese Ansprüche herunterschrauben, musste auf
Druck des Europaparlaments nun aber davon abrücken.
Abgeordnete des Europaparlaments hatten sich zusätzlich für neue [2][Regeln
beim Handgepäck] eingesetzt. Sie wollten erreichen, dass Passagiere einen
kleinen Koffer kostenlos mit an Bord nehmen können, konnten sich damit aber
nicht durchsetzen.
[3][Bundesverkehrsminister Schnieder] erklärte, der Kompromiss schaffe
„nach Jahren der Verhandlungen endlich die notwendige Rechtsklarheit“. Ziel
der Bundesregierung sei gewesen, „eine Regelung zu treffen, die eine
Balance zwischen den Interessen des Verbraucherschutzes und den
wirtschaftlichen und betrieblichen Erfordernissen der
Luftverkehrswirtschaft herstellt“. Die nun gefundene Einigung greife darauf
zurück, „was seit Jahren gelebte Praxis sowie Fluggästen und
Luftverkehrsunternehmen vertraut ist“.
Die Einigung sei „nicht die historische Verbesserung, die sich das
Parlament gewünscht hätte“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der
EVP-Gruppe, Jens Gieseke (CDU). Es handele sich aber um eine „deutliche
Verbesserung des Status Quo“.
Die Reform muss am Montag noch von EU-Parlament und Mitgliedstaaten
angenommen werden, dies gilt aber als Formalität. Nach Inkrafttreten der
neuen Regeln haben die Fluggesellschaften zwölf Monate Zeit, diese
umzusetzen.
13 Jun 2026
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