# taz.de -- EU-Erweiterung: Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau beginnen
> Ein Veto aus Ungarn blockierte lange formelle EU-Gespräche mit der
> Ukraine. Nach der Abwahl Orbáns können die Verhandlungen am Montag nun
> beginnen.
IMG Bild: Die Beitrittsverhandlungen waren eigentlich bereits im Juni 2024 begonnen worden, Ungarn hatte die Eröffnung aber blockiert
dpa | Die EU wird am Montag die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und
[1][Moldau] beginnen. Wie die derzeitige zyprische Ratspräsidentschaft
mitteilte, haben die Mitgliedstaaten [2][nach dem Ende der ungarischen
Blockade] einen gemeinsamen Standpunkt zum ersten Verhandlungsabschnitt
vereinbart und damit die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen.
[3][Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj] dankte in sozialen
Medien unter anderem den Partnern seines Landes in der EU. Die Ukraine tue
wie angekündigt, was nötig sei, und es sei auch wichtig, dass die EU ihr
Wort halte, schrieb er. Die Eröffnung des ersten Clusters sei eine wichtige
politische und moralische Unterstützung für den Staat und die Menschen.
Auch die moldauische Präsidentin Maia Sandu begrüßte die Entscheidung.
Moldau sei bereit, alle Verhandlungsabschnitte zu öffnen, schrieb sie bei X
und kündigte weitere Reformen an.
Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau waren eigentlich
bereits im Juni 2024 formal begonnen worden. Die Eröffnung des ersten
Verhandlungsabschnitts mit der Ukraine wurde dann allerdings von Ungarn mit
einem Veto blockiert. Erst nach der Abwahl des langjährigen ungarischen
Regierungschefs Viktor Orbán im April kam wieder Bewegung in den Prozess.
Der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar meldete dann in der
vergangenen Woche eine Einigung mit der Ukraine auf ein Abkommen zur
Stärkung der Minderheitenrechte der ethnischen Ungarn im östlichen
Nachbarland. Magyar hatte eine solche Einigung zur Bedingung dafür gemacht,
den EU-Beitrittsgesprächen mit der Ukraine zuzustimmen.
## Verhandlungen können auch scheitern
Im ersten Verhandlungsabschnitt, der offiziell erstes Cluster genannt wird,
müssen die Länder unter anderem zeigen, dass ihr Justizsystem und die
öffentliche Verwaltung den EU-Standards entsprechen. Der Prozess der
Beitrittsverhandlungen ist thematisch in sechs Abschnitte mit insgesamt 33
sogenannten Kapiteln eingeteilt. Hinzu kommen noch zwei Kapitel, die
außerhalb der Cluster verhandelt werden.
Die Verhandlungen ziehen sich in der Regel über Jahre hin, und es ist auch
nicht ausgemacht, dass sie erfolgreich abgeschlossen werden können. Die
EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wurden beispielsweise bereits 2005
gestartet – sie liegen allerdings heute nach fortdauernden Rückschritten
des Landes in den Bereichen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte
vollständig auf Eis.
13 Jun 2026
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