# taz.de -- Krieg in Iran: Ein Friedensdeal zu Trumps Geburtstag?
> US-Präsident Donald Trump verkündet ein mögliches Abkommen noch an diesem
> Sonntag – seinem 80. Geburtstag. Iran äußert sich weniger optimistisch.
IMG Bild: Bald vielleicht wieder frei: die Straße von Hormus
Seit mehr als 100 Tagen hält der Irankrieg die Welt in Atem. Laut
US-Präsident Donald Trump könnte damit bald Schluss sein. Laut dem
Republikaner haben sich die USA und Iran auf eine [1][Rahmenvereinbarung]
geeinigt, um die Kriegshandlungen zu beenden und die Straße von Hormus ohne
Einschränkungen wiederzueröffnen. Dass die offizielle Unterzeichnung dieses
Abkommens genau zum 80. Geburtstag von Trump am Sonntag erfolgen soll, ist
dabei sicherlich kein Versehen.
Trump verkündete Details zum angekündigten Abkommen am Samstag in einem
Post auf Truth Social. Das Abkommen sei eine klare Verbesserung zum
vorherigen Atomabkommen zwischen den USA und Iran, welches 2015, während
der Präsidentschaft von Barack Obama, unterzeichnet wurde und aus dem Trump
während seiner ersten Amtszeit ausgestiegen war.
Er kritisierte das Obama-Abkommen als zu lasch und behauptete, dass wenn er
nicht den als JCPOA bekannten Pakt verlassen hätte, dann wäre Iran bereits
vor sechs Jahren in den Besitz einer Atomwaffe gekommen und hätte diese
wahrscheinlich auch eingesetzt.
„Mein Abkommen mit Iran bewirkt genau das Gegenteil: eine Mauer gegen
Atomwaffen! Tatsächlich wollen sie (Iran) keine Atomwaffe mehr, und sie
werden auch keine besitzen – weder durch Erwerb noch durch Entwicklung oder
irgendeine andere Form der Beschaffung. Das Abkommen soll morgen
unterzeichnet werden, und unmittelbar nach der Unterzeichnung steht die
Straße von Hormus allen offen“, [2][hieß in dem Post].
## Kritik an Trumps Darstellung
Viele Atomwaffenexperten bestreiten, dass Trumps Ausstieg aus dem Abkommen
im Jahr 2018, Irans Ambitionen zurückgeworfen hätte. Im Gegenteil, laut der
internationalen Atomaufsichtsbehörde IAEA hätte das iranische Regime nach
dem Ausstieg der USA verstärkt nukleares Material angereichert.
Trump erklärte in seinem Post weiter, dass kein einziger Cent nach Teheran
fließen würde und dass das hochangereicherte Uran, welches sich noch immer
in Iran befinde, entweder zerstört oder verdünnt werden würde.
„Wir freuen uns darauf, noch lange mit Iran und dem gesamten Nahen Osten
zusammenzuarbeiten. Hoffentlich verläuft dieser Prozess schnell, einfach
und reibungslos. Sollte dies nicht der Fall sein, verfügen wir über die
ultimative Alternative – die hoffentlich nie wieder zum Einsatz kommen
muss“, drohte Trump.
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump in den vergangenen Monaten eine
[3][Friedensvereinbarung] angekündigt hatte. Bislang scheiterten diese. Der
große Unterschied: von iranischer Seite gibt es dieses Mal weniger verbale
Gegenwehr. In Teheran scheint man bereit zu sein, eine Vereinbarung zu
unterzeichnen. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte laut
iranischen Medien am Samstag, dass es zwar wahrscheinlich sein, dass ein
Abkommen in den nächsten Tagen unterzeichnet würde.
„Den genauen Zeitpunkt sollte man lieber abwarten, denn aufgrund der
Unbeständigkeit der Gegenseite ist Vorsicht geboten“, so der Sprecher. Vor
dem iranischen Außenministerium kam es laut der Nachrichtenagentur Farsam
am Samstag zu Protesten gegen Außenminister Abbas Araghtschi und dessen
mögliche Zugeständnisse an die USA.
Kurz vor Trumps Ankündigung hatte auch der pakistanische Premierminister
Shehbaz Sharif in den sozialen Medien verkündet, dass die Finalisierung
eines Abkommens innerhalb der nächsten 24 Stunden erfolgen könnte: „Wir
sind einem Friedensabkommen näher als je zuvor“, sagte Sharif. Pakistan
bemüht sich seit Kriegsbeginn am 28. Februar zwischen den Kriegsparteien zu
vermitteln.
## Kritik von Demokraten
Das Abkommen und die bisher veröffentlichten Details stoßen jedoch bei
vielen Iran-Beobachtern und US-Demokraten auf Kopfschütteln. Phil Gordon,
ein ehemaliger Berater im Weißen Haus, der für die beiden Ex-Präsidenten
Barack Obama und Joe Biden tätig gewesen war, kritisierte, dass die
Trump-Regierung versuche, das neue Abkommen so zu verkaufen, als wäre es
dramatisch anders als das Atomabkommen von 2015.
„Die Regierung hat sich auf die Formulierung ‚es fließt kein Geld‘
geeinigt, um die Freigabe von Vermögenswerten und die Verkäufe iranischen
Öls zu kaschieren […]. Dieses Abkommen wird Trumps Überzeugungskünste auf
die Probe stellen – selbst bei seiner eigenen Wählerbasis“, schrieb Gordon
in einem Post auf X.
Der demokratische Abgeordnete Seth Moulton bezeichnete das mögliche
Abkommen als eine Kapitulation Trumps gegenüber dem obersten iranischen
Führer. „100 Milliarden Dollar an Steuergeldern sind bereits in diesen
Krieg geflossen, 14 Amerikaner sind tot – und wir bekommen ein Abkommen,
das lediglich die Meerenge wieder öffnet, die schon vor Kriegsbeginn offen
war? Inwiefern ist das ein Erfolg?“, fragte er während eines TV-Interviews
auf MS NOW.
Wie es nach der möglichen Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung
weitergehen könnte, bleibt offen. Experten vermuten, dass viele Details
noch ausgearbeitet werden müssen. Zur Erinnerung: Die Verhandlungen für das
2015 unterzeichnete Atomabkommen erstreckten sich über zwei Jahre.
Auch beim G7-Treffen in Frankreich, das am Montag beginnt, wird der
Irankrieg auf der Agenda stehen. Für Trump, der sich selbst als
Friedensstifter bezeichnet, wäre eine Vereinbarung am Sonntag ein großes
Geburtstagsgeschenk. Am Abend folgt dann ein UFC-Kampf im Garten des Weißen
Hauses.
14 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] /Vermittler-gibt-sich-zuversichtlich/!6186911
DIR [2] https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116743808155352167
DIR [3] /Abkommen-Iran---USA/!6186784
## AUTOREN
DIR Hansjürgen Mai
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