# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Israel greift Vororte Beiruts an
> Nach neuen Drohnenangriffen bombardiert Israel mutmaßliche
> Hisbollah-Einrichtungen in der libanesischen Hauptstadt. Ringen um
> USA-Iran-Deal geht weiter.
IMG Bild: Anwohner fahren an den Trümmern zerstörter Gebäude in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut vorbei
## Israel greift nach Hisbollah-Attacke Vororte Beiruts an
Nach Angriffen der libanesischen Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels hat
die israelische Luftwaffe erneut Ziele in Vororten der libanesischen
Hauptstadt Beirut angegriffen. Es seien „Terrorziele“ der Hisbollah in den
als Dahija bekannten südlichen Vororten beschossen worden, hieß es in einer
gemeinsamen Mitteilung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin
Netanjahu und des Verteidigungsministers Israel Katz. „Der Angriff erfolgte
als Reaktion auf den Beschuss israelischen Territoriums durch die
Hisbollah.“ Nach libanesischen Angaben wurde mindestens ein Mensch getötet.
Die israelische Armee teilte mit, es sei ein Kommandozentrum der Hisbollah
in Beirut angegriffen worden. Es seien Schritte unternommen worden, um
mögliche Schäden für Zivilisten zu minimieren, einschließlich des Einsatzes
von präziser Munition und Luftaufklärung.
Die libanesische Staatsagentur NNA berichtete von mindestens einem
Todesopfer und vier Verletzten. Augenzeugen sagten, in dem getroffenen
Gebäude habe die Hisbollah ein Büro gehabt. Arabische Fernsehsender zeigten
Bilder eines Luftangriffs in dem Gebiet. Dabei stiegen hohe Rauchwolken
auf. Anwohner berichteten örtlichen Medien zufolge von mindestens zwei
Explosionen. Es gab zunächst keine Informationen zu möglichen Opfern. (dpa)
## Israels Armee: Menschen in 29 Orten in Südlibanon sollen sich in
Sicherheit bringen
Die israelische Armee hat die Menschen in 29 Orten im Süden Libanons dazu
aufgerufen, sich wegen geplanter Angriffe in Sicherheit zu bringen. Der
arabischsprachige Armeesprecher Avichay Adraee gab am Sonntag im
Onlinedienst X zwei aufeinanderfolgende Warnungen aus, zunächst eine für 13
Orte im Süden Libanons, anschließend für 16 weitere Orte nördlich des
Flusses Sahrani. Kurz zuvor waren in Nordisrael nach Angaben der Armee zwei
mutmaßlich von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz in Libanon gestartete
Drohnen eingeschlagen. Bei den Einschlägen nahe der Grenze der
Nachbarländer sei niemand verletzt worden. Israels Regierungschef Benjamin
Netanjahu hatte Angriffe auf die südlichen Vororte von Beirut angekündigt,
sollte die Hisbollah Ziele im Norden Israels angreifen.
Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich forderte
Ministerpräsident Netanjahu nach den jüngsten Drohneneinschlägen im
Onlinedienst X „mit Nachdruck“ auf, „Gebäude in Dahijeh zum Einsturz zu
bringen“. Dabei bezog er sich auf den Namen für die Region der südlichen
Beiruter Vororte. Der israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir
erklärte auf X, Dahijeh müsse „erzittern“. Bereits am Samstag hatte Israels
Armee [1][erneut Angriffe auf Ziele der Hisbollah-Miliz im Süden Libanons]
geflogen. Eigentlich gilt in Libanon seit dem 17. April eine Waffenruhe.
Israel und die Hisbollah-Miliz greifen sich dessen ungeachtet weiter
täglich an. Anfang Juni [2][einigten sich Israel und Libanon in einem neuen
Vorstoß auf eine Umsetzung der Waffenruhe]. Die Hisbollah lehnte dies
jedoch ab. (afp)
## Insider laut Fars: Teheran hat noch nicht über Abkommen entschieden
Die Führung in Teheran hat sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur
Fars noch nicht festgelegt, ob sie dem Rahmenabkommen zur Beendigung des
Kriegs mit den USA zustimmt. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht
gefallen, zitiert die iranische Agentur einen Insider. Die Prüfung der
politischen, rechtlichen und technischen Aspekte laufe auf Experten- und
Entscheidungsebene weiter. (rtr)
## Katar soll sich in Teheran um Abkommen bemühen
Katarische Unterhändler sind einem Insider zufolge diesen Morgen nach
Teheran geflogen. Die Reise stehe im Zusammenhang mit den Bemühungen um den
Abschluss eines Abkommens zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und
Iran, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person der
Nachrichtenagentur Reuters. Führende Vertreter der USA und Pakistans haben
für diesen Sonntag die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens in Aussicht
gestellt, das den mehr als dreimonatigen Krieg beenden soll. Aus Teheran
sind jedoch Zweifel an dem Zeitplan zu vernehmen gewesen. (rtr)
## Hisbollah beschießt Israels Norden mit Sprengstoffdrohnen
Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach israelischen Angaben erneut den
Norden Israels mit Sprengstoffdrohnen angegriffen. Das israelische Militär
teilte mit, es habe zwei Einschläge auf israelischem Gebiet nahe der Grenze
zu Libanon gegeben. Niemand sei verletzt worden. Zuvor hatten in mehreren
Orten an der Nordgrenze Warnsirenen geheult. Das israelische
Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, eine Drohne sei im Bereich des
Grenzorts Schlomi eingeschlagen. Von der Hisbollah gab es zunächst keine
Reaktion. (dpa)
## Hoffnung auf baldige Unterzeichnung eines USA-Iran-Deals
Im [3][zähen Ringen zwischen den USA und Iran um ein Kriegsende scheint ein
Durchbruch] bevorzustehen. Beide Seiten sowie der Vermittler Pakistan
sprechen von der zeitnahen Unterzeichnung eines Abkommens. Laut
US-Präsident Donald Trump soll die Vereinbarung heute finalisiert werden.
Das pakistanische Außenministerium schrieb auf der Plattform X, eine
virtuelle Zeremonie zur Unterzeichnung sei für heute geplant. Von
iranischer Seite wurde dies zunächst weder bestätigt noch dementiert.
Außenamtssprecher Esmail Baghai sagte am Samstag, die Unterzeichnung könnte
in den kommenden Tagen stattfinden.
Zuletzt hatten sich die Anzeichen für eine mögliche baldige Einigung auf
ein Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran verdichtet. Dieses soll
Ausgangspunkt sein für vertiefte Gespräche zwischen Washington und Teheran.
Neben der Öffnung der Straße von Hormus soll das Rahmenabkommen Berichten
zufolge die fragile und mehrfach gebrochene Waffenruhe um 60 Tage
verlängern und Startpunkt für Verhandlungen über das iranische Atomprogramm
sein.
Trump machte bei seinem Post auf der Plattform Truth Social keine Angaben
dazu, wo, wie oder von wem die Vereinbarung unterzeichnet werden soll.
Zwischenzeitlich war von einer Zeremonie in Genf die Rede gewesen. Von
iranischer Seite hieß es am Samstag lediglich, in den nächsten ein bis zwei
Tagen seien keine Reisen iranischer Vertreter nach Genf oder in die
pakistanische Hauptstadt Islamabad geplant. Weniger als eine Autostunde von
Genf entfernt findet nächste Woche der G7-Gipfel im französischen Ort
Évian-les-Bains statt.
Das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtete, US-Beamte und Quellen in den
Vermittlerstaaten hätten bestätigt, dass die Unterzeichnung virtuell
stattfinden solle. Das soll demnach vor allem logistische Gründe haben:
Vizepräsident J. D. Vance, der die US-Delegation anführt, hätte es sonst
nicht geschafft, rechtzeitig in die USA zurückzukehren, bevor Trump am
Montagmorgen zum G7-Gipfel nach Frankreich aufbricht. Aus
Sicherheitsgründen wird in den USA meist vermieden, dass der Präsident und
sein Stellvertreter gleichzeitig im Ausland sind.
Zuletzt kamen auch aus Teheran optimistische Töne: Man sei noch nie so nah
an einer Einigung gewesen, sagte Außenamtssprecher Baghai am Samstag laut
dem Staatssender Irib. Mit Blick auf die erhoffte Unterzeichnung sagte er
demnach weiter: „Den genauen Zeitpunkt sollte man lieber abwarten, denn
aufgrund der Unbeständigkeit der Gegenseite ist Vorsicht geboten.“ Der
Ministerpräsident des Vermittlers Pakistan, Shehbaz Sharif, schrieb auf X:
„Wir sind einem Friedensabkommen näher als je zuvor.“ Man sei
„zuversichtlich, dass dieses historische Friedensabkommen eine solide
Grundlage für dauerhaften Frieden bilden wird“. (dpa)
## Iran: Cyberangriff auf staatliche Banken
Nach einem Cyberangriff auf mehrere staatliche Banken in Iran sind
elektronische Dienstleistungen massiv gestört worden. Online-Zahlungen
fielen zeitweise vollständig aus. Der Banken-Koordinationsrat des Landes
bestätigte laut Wirtschaftsportal Eghtesad-News die Vorfälle. Das Problem
sei inzwischen aber behoben und der Onlineverkehr wieder normalisiert. In
Teheran berichteten zahlreiche Augenzeugen, dass in Supermärkten,
Restaurants und auch an Tankstellen plötzlich keine Onlinezahlungen mehr
möglich waren. Viele Beträge wurden daraufhin notiert, um sie später zu
begleichen. Betroffen waren insbesondere vier große staatliche Banken sowie
zahlreiche Geldautomaten in der Hauptstadt.
Eine iranische Hackergruppe hatte bereits am Samstag einen Angriff
angekündigt. „Ein stiller Krieg entfaltet sich und Iran steht unter
Cyberangriff“, erklärte die Gruppe Black Wolves auf ihrem Telegram-Kanal.
Bereits 2022 war es während der Frauenproteste zu einem massiven Angriff
auf die iranische Zentralbank gekommen. Auch die Überwachungskameras des
berüchtigten Ewin-Gefängnisses in Teheran wurden damals gehackt und
Aufnahmen veröffentlicht, die gewalttätige Übergriffe von Wachpersonal auf
politische Gefangene zeigten. Die Hackerangriffe gelten als Form des
digitalen Protests gegen das islamische System im Iran. (dpa)
## USA wollen bei G7-Gipfel über weitere Iran-Schritte sprechen
US-Präsident Donald Trump will beim G7-Gipfel nach US-Angaben über das
weitere Vorgehen rund um ein Rahmenabkommen im Irankrieg sprechen – dabei
könnte es auch um eine Beteiligung bei der Minenräumung in der Straße von
Hormus gehen. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter sagte vorab, G7-Länder
hätten erklärt, es gebe einiges, was sie tun könnten, sobald ein
Rahmenabkommen steht. Er sprach die Minenräumung in der für den Ölhandel
wichtigen Meerenge an. Die USA hätten in dem Bereich Möglichkeiten, aber
auch einige der G7-Länder verfügten über erhebliche Kapazitäten, die sie
freiwillig zur Verfügung stellen wollten, ergänzte er.
Unter Führung von Frankreich und Großbritannien ist eine neutrale
Marinemission in der Straße von Hormus in Vorbereitung. Mehr als 40 Länder
haben ihre Unterstützung zugesichert, darunter Deutschland. Dabei geht es
auch um Minenräumung. Trump will den Angaben des Regierungsbeamten zufolge
den G7-Gipfel zudem für bilaterale Gespräche mit Vertretern von Ägypten,
Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten nutzen. Israels
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird nach US-Angaben nicht an den
Gesprächen teilnehmen. Inhaltlich soll es um Iran, Gaza und Libanon gehen.
Trump will am Montagnachmittag in Évian eintreffen. Im französischen Kurort
am Genfersee kommt die Gruppe führender demokratischer Wirtschaftsmächte,
zu der die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada
und Japan sowie die Europäische Union gehören, von Montag bis Mittwoch
zusammen. (dpa)
## Trump: Iran-Vereinbarung soll Sonntag unterzeichnet werden
In den Bemühungen um ein Ende des Irankriegs ist nach Angaben von
US-Präsident Donald Trump für diesen Sonntag die Unterzeichnung einer
Vereinbarung geplant. Unmittelbar danach solle die Straße von Hormus wieder
geöffnet werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Trump machte
dabei weder Angaben dazu, wie und wo die Vereinbarung unterzeichnet werden
soll, noch von wem genau. Aus Iran gab es dafür zunächst keine Bestätigung,
aber auch kein Dementi.
Zuletzt hatten sich die Zeichen auf eine mögliche baldige Einigung auf ein
Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran bereits verdichtet. Dieses soll
ein Ausgangspunkt für vertiefte Gespräche zwischen Washington und Teheran
sein. Neben der Öffnung der Straße von Hormus soll es Berichten zufolge die
Waffenruhe um 60 Tage verlängern und Startpunkt für Verhandlungen über das
iranische Atomprogramm sein.
Trump betonte in seinem Post, dass Iran in diesem ersten Schritt keine
Gelder erhalten werde. Zu gegebener Zeit, wenn sich alles beruhigt habe,
werde man nach Iran gehen und die verschütteten Uranvorräte Irans bergen.
Diese sollten dann verdünnt und vernichtet werden – „ob in Iran oder den in
den Vereinigten Staaten“. (dpa)
14 Jun 2026
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