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       # taz.de -- Referendum in der Schweiz: Nein zur Begrenzung der Zuwanderung zeichnet sich ab
       
       > In der Schweiz wurde eine strikte Obergrenze der Einwohnerzahl wohl
       > abgelehnt. Ersten Hochrechnungen zufolge sprachen sich rund 55 Prozent
       > dagegen aus.
       
   IMG Bild: Für ihn ging es wohl daneben: Nationalrat Thomas Matter (SVP-ZH) spricht am Wahllokal für die SVP-Volksinitiative
       
       rtr | Die Schweizer haben eine [1][strikte Begrenzung der Einwohnerzahl]
       wohl abgelehnt. Hochrechnungen zufolge sprachen sich rund 55 Prozent der
       Stimmbürger gegen den Vorschlag der rechtskonservativen Schweizerischen
       Volkspartei (SVP) aus, die Wohnbevölkerung bei 10 Millionen Menschen zu
       deckeln.
       
       Lukas Golder vom Umfrageinstitut gfs.bern sagte im Schweizer Fernsehen SRF,
       dass die französischsprachige Westschweiz und die Städte entscheidend für
       das ‌Scheitern der Volksabstimmung gewesen seien. Mit einem Ergebnis wird
       am späteren Nachmittag gerechnet. Getrieben von der hohen Zuwanderung ist
       die Schweizer Bevölkerung seit der Einführung der Personenfreizügigkeit im
       Jahr 2002 um fast ein Viertel auf 9,1 Millionen Menschen gewachsen.
       
       Europaweit greifen rechte Parteien Ängste vor Zuwanderung auf, wie es auch
       beim Aufstieg der AfD in Deutschland und des Rassemblement National in
       Frankreich zu beobachten ist. In der Schweiz fand der Vorschlag allerdings
       weit über nationalistische Lager hinaus Zuspruch. Ein wichtiges Argument
       war dabei der sogenannte „Dichtestress“: Die Zuwanderung hat zu Wohnungsnot
       und vollen Zügen ‌geführt.
       
       Fast alle Parteien, die Regierung und Wirtschaftsvertreter hatten den
       Vorschlag im Vorfeld bekämpft. Sie befürchteten wirtschaftliche Schäden und
       einen Mangel an Fachkräften. Denn bei einer Annahme hätte die Schweiz
       letztlich das wichtige Personenfreizügigkeitsabkommen ⁠mit der Europäischen
       Union (EU) kündigen müssen. Die Offenheit des Schweizer Arbeitsmarktes
       hatte das Wirtschaftswachstum des Landes in den vergangenen Jahrzehnten
       getragen. Justizminister Beat Jans hatte sogar vor einem „Brexit-Moment“
       gewarnt und betont, dass ohne Personal aus dem Ausland ‌die Krankenhäuser
       ‌und Pflegeheime des Landes nicht mehr funktionieren würden.
       
       „Der Erfolg der Schweiz ⁠hat zu Wachstumsschmerzen geführt“, erklärte die
       Vizepräsidentin der Partei „Die Mitte“, nachdem die Hochrechnungen
       vorgelegen hatten. Diese Wachstumsschmerzen müssten ernst genommen werden,
       so die Gegnerin des ‌SVP-Vorschlages. „Aber ein starrer Deckel ist keine
       Lösung.“ Um ‌die Zuwanderung zu bremsen, müsste das Land das
       Arbeitskräftepotenzial der bereits im Land wohnenden Menschen besser
       nutzen, erklärte sie in einem Interview von SRF ‌weiter.
       
       14 Jun 2026
       
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