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       # taz.de -- Der Brexit macht's möglich: Marmelade heißt offiziell wieder Marmelade
       
       > Weil Großbritannien aus der EU raus ist, wird aus Konfitüre wieder
       > Marmelade und britische Zitrusmarmelade muss als ebendiese deklariert
       > werden. Alles klar?
       
   IMG Bild: Back zu Basics – jetzt auch bei Marmelade
       
       dpa | Marmelade darf ab heute Marmelade heißen. Außerdem bekommen
       Supermarktkunden mehr Klarheit über die Herkunft von Honig. Das sieht eine
       Verordnung des Bundesagrarministeriums vor, mit der eine EU-Richtlinie
       national umgesetzt wird.
       
       EU-Recht schrieb bisher vor, dass nur Produkte aus Zitrusfrüchten als
       „Marmelade“ bezeichnet werden dürfen, alles andere musste als Konfitüre
       etikettiert werden. Die EU [1][hatte die „Frühstücksrichtlinie“ vor zwei
       Jahren geändert]. Um Verwechslungen mit Marmelade etwa aus Erdbeeren oder
       Aprikosen zu vermeiden, muss Marmelade aus Zitrusfrüchten gemäß EU-Recht
       nun jedoch „Zitrusmarmelade“ genannt werden, wobei das Wort „Zitrus“ auch
       durch den Namen der jeweils verwendeten Frucht ersetzt werden kann.
       
       ## Bisherige Marmeladen-Regelung geht auf Briten zurück
       
       Die ursprüngliche Regel geht auf einen Verhandlungserfolg der Engländer
       zurück, wo Marmelade traditionell nur aus Zitrusfrüchten hergestellt wird.
       Mit ihrem Eintritt in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft hatten die
       Briten gefordert, dass nur Marmelade aus Zitrusfrüchten auch so heißen
       dürfe und hatten damit Erfolg.
       
       Anlässlich der Vorbereitungen für den Brexit hatte Jakob von Weizsäcker
       (SPD), heute Finanzminister des Saarlands und damals Mitglied im
       EU-Parlament, [2][2017 dann vorgeschlagen, dass Marmelade nach dem
       EU-Austritt der Briten auch wieder so heißen dürfe]. Marmelade wieder
       Marmelade nennen zu dürfen, könne dabei helfen, vielen EU-Bürgern den
       bitteren Nachgeschmack des Brexits etwas zu versüßen, schrieb der
       SPD-Politiker mit ironischem Unterton in einer schriftlichen Anfrage an die
       EU-Kommission. Seit heute ist dieser Vorschlag Wirklichkeit geworden.
       
       ## Klarheit über die Herkunft von Honig
       
       Auch bei Honig gibt es ab heute eine Neuerung: Auf Gläsern und Etiketten
       müssen die Namen aller Ursprungsländer aufgeführt werden, wenn es mehrere
       sind. [3][Bisher waren auch pauschale Angaben möglich] wie „Mischung von
       Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“.
       
       Die Herkunftsländer müssen [4][gemäß der jetzt in Kraft getretenen
       Verordnung] in absteigender Reihenfolge ihres Anteils angegeben werden und
       zusätzlich der Gewichtsanteil in Prozent. Honig, der bis zum heutigen
       Stichtag nach den alten Vorgaben abgefüllt wurde, darf noch abverkauft
       werden.
       
       14 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ
   DIR [2] https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-8-2017-001555_DE.html
   DIR [3] https://www.gesetze-im-internet.de/honigv_2004/BJNR009200004.html
   DIR [4] https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2025/289/VO.html
       
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