# taz.de -- Ausbreitung von Krankheiten: Experten warnen vor Vogelfütterung im Sommer
> Wer Vögel im Sommer füttert, riskiert laut dem Nabu, dass sich
> Krankheiten unter den Tieren verbreiten. Zudem vertragen Jungvögel nicht
> jedes Futter.
IMG Bild: Vögel, hier ein junger Stieglitz, auch Distelfink genannt, sollten im Sommer nicht gefüttert werden
epd | Der Naturschutzbund (Nabu) in Hamburg rät von einer Fütterung von
[1][Vögeln] im Sommer ab. Noch vor wenigen Jahren rieten Naturschützer zur
ganzjährigen Vogelfütterung und begründeten das mit einem zurückgehenden
natürlichen Nahrungsangebot. Doch inzwischen stehe fest, dass die
Sommerfütterung die Ausbreitung von Krankheiten und damit den Tod von
Vögeln begünstigen kann, sagt Marco Sommerfeld, Referent für Vogelschutz
beim Nabu Hamburg, im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).
„Wir haben in den letzten Jahren zunehmend Vogelkrankheiten in Gärten und
speziell an Futterstellen festgestellt“, sagt Sommerfeld.
Trichomoniasis-Parasiten etwa hätten über zehn Jahre hinweg ein
Grünfinkensterben hervorgerufen. Bei Blaumeisen habe ein Bakterium zum Tod
geführt. Sommerfeld erläutert: „Ist ein Vogel infiziert und kommen an einer
Futterstelle viele Vögel zusammen, können sich die Parasiten, Bakterien und
damit die Krankheiten schnell weiterverbreiten – und zwar vor allem im
Sommer, im Winter ist das eher nicht der Fall.“ Daher rate der Nabu Hamburg
inzwischen von einer Vogelfütterung im Sommer ab.
Überhaupt lasse sich mit einer Vogelfütterung außerhalb des Winters mehr
falsch als richtig machen. „Füttert man fettreiches Futter im Frühjahr,
reduziert sich nach aktuellem Anschein die Fruchtbarkeit der Vögel: Ihre
Eier werden taub und es schlüpft kein Nachwuchs daraus, das ist
dramatisch“, sagt Sommerfeld. Hinzu komme, dass Menschen oft
Sonnenblumenkörner oder Erdnussbruch verfütterten – Jungvögel würden das
jedoch nicht vertragen. „Ihre Mägen können dieses Futter noch nicht
verwerten, weshalb viele junge Vögel, die so etwas fressen, sterben.“
Wer wolle, könne Wasser für die Vögel bereitstellen, sagt Sommerfeld.
Wichtig sei aber, die Wasserstelle täglich zu reinigen, da sich
Krankheitserreger und Parasiten sonst schnell vermehren und übertragen
könnten. Zudem ist es wichtig, Wasser häufig zu wechseln, damit sich
darüber keine Mücken ausbreiten können. Stechmücken legen ihre Eier in
stehendes Wasser.
## Heimische Sträucher
Sommerfeld rät zudem dazu, Gärten naturnah zu gestalten. Er empfiehlt
heimische Sträucher wie Schlehe, Eingriffeligen und Zweigriffeligen
Weißdorn, Haselnuss, Holunder oder Berberitze. Auch ein Laub-, Reisig- und
Komposthaufen seien gut. Vögel könnten an diesen Orten immer Insekten
finden.
Auch Nistkästen seien empfehlenswert. „In der Regel empfiehlt sich ein
Höhlenbrüterkasten mit einem runden Loch“, sagt Sommerfeld. „Während man
für die Blaumeise ein 26-Millimeter-Loch wählt, nimmt man für Haussperling
und Kohlmeise eher 32 bis 35 Millimeter.“ Wer in einer Region wohnt, wo
Stare leben, sollte Nistkästen mit 45-Millimeter-Loch aufhängen, sagt der
Nabu-Experte.
14 Jun 2026
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