# taz.de -- Wechselstimmung in Berlin: Die Zeit von Kai Wegner ist abgelaufen
> Nur noch 17 Prozent der Berlinerinnen und Berliner wollen CDU wählen. Wer
> auf ein Linksbündnis hofft, sollte sich trotzdem nicht zu früh freuen.
IMG Bild: Stand jetzt: Die BerlinerInnen finden Kai Wegner und die CDU nicht so gut
Steiler kann ein Absturz nicht ausfallen. Nur noch 17 Prozent der
Berlinerinnen und Berliner würden Kai Wegner und seine CDU wählen, sollte
die Wahl zum Abgeordnetenhaus an diesem Sonntag stattfinden. Zu diesem
Ergebnis kommt der [1][BerlinTrend des Rundfunks Berlin-Brandenburg RBB].
Das wären 11 Prozent weniger als bei den Wiederholungswahlen 2023, bei
denen die CDU 28,2 Prozent eingefahren hat – und mit großem Abstand Platz
eins belegte. Diesen Platz nimmt in der jüngsten Umfrage nun die
Linkspartei ein. Sie kommt auf 20 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 19
Prozent. Die AfD käme mit 18 Prozent auf Platz drei. Abgeschlagen auf dem
letzten Platz landet die SPD mit 13 Prozent.
Nachdem sich lange Zeit wenig bewegt hat, macht sich nun erstmals eine
Wechselstimmung in Berlin bemerkbar. Bislang gab es zwar in allen Umfragen
eine Mehrheit für ein Linksbündnis aus Linkspartei, Grünen und SPD. An
erster Stelle lag aber immer die CDU.
Das ist seit dem BerlinTrend, der vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde,
anders. Damit bekommt der Regierende Bürgermeister Kai Wegner die Quittung
für seine zuletzt desaströse Regierungsperformance. Das sogenannte
[2][Tennisgate beim Stromausfall im Januar] oder seine unverhohlene
Lobbypolitik für Autofahrer spiegeln sich, um nur zwei Beispiel zu nennen,
inzwischen auch in den Umfragen wider.
## Freut Euch nicht zu früh auf ein Linksbündnis
Die, die nun auf ein Linksbündnis hoffen, sollten sich aber nicht zu früh
freuen. Die jüngste Umfrage zeigt nicht nur den Sinkflug der CDU. Sie ist
auch ein Hinweis darauf, dass eine Regierungsbildung nach den Wahlen am 20.
September alles andere als ein Zuckerschlecken werden wird.
Wie groß letztlich die Bereitschaft der Linkspartei ist, zu regieren,
sollte der Bund tatsächlich ein Anti-Vergesellschaftungsgesetz für Wohnraum
beschließen, ist offen. Für die Linke ist das Thema Enteignung großer
privater Wohnungskonzerne unverhandelbar – die Linke ist die einzige Partei
in Berlin, die sich so dezidiert für einen sozialen Wohnungsmarkt
engagiert. Als Alternative bliebe da nur noch eine Kenia-Koalition aus
Grünen, CDU und SPD.
Was aber, wenn auch die SPD von Bord geht und ihr Heil in der Opposition
sucht? Trotz ihres Spitzenkandidaten Steffen Krach, der aus Hannover kommt
und für Schwarz-Rot nicht verantwortlich gemacht werden kann, klebt der SPD
die Entscheidung für die CDU 2023 noch immer an der Backe. Wird sich das
bis September noch einmal ändern? Noch ist nämlich unklar, wer von den drei
linken Parteien am Ende die Nase vorn haben wird. Hier waren die jüngsten
Umfragen alles andere als aussagekräftig.
Gut möglich, dass diese Frage auch von externen Faktoren beeinflusst wird.
Ein Wahlsieg der AfD in Sachsen Anhalt am 6. September könnte zwei Wochen
später ein Booster für die Linke sein. Aber auch für die AfD selbst. Ein
Trend jedoch hat sich bestätigt: Die Zeit von Kai Wegner als Regierender
Bürgermeister ist abgelaufen.
5 Jul 2026
## LINKS
DIR [1] https://www.rbb24.de/politik/berlin-wahl-2026/beitraege/berlin-trend-juli-cdu-spd-gruene-linke-afd-bsw-fdp.html
DIR [2] /Kai-Wegner-im-Stromausfall/!6163286
## AUTOREN
DIR Uwe Rada
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