# taz.de -- Atommüll aus Großbritannien: Castoren angelandet
> Ein Atommüllschiff legt in der Nacht in Brunsbüttel an. Deutschland muss
> hochradioaktiven Schrott zurücknehmen und Jahrzehnte in Brokdorf
> zwischenlagern.
IMG Bild: Jahrelang kam Atommüll über Brunsbüttel nach Brokdorf, hier 2025. Der aktuelle Transport soll der letzte dorthin sein
Es ist wohl der letzte [1][Castortransport aus Großbritannien] nach
Deutschland: Nach sechstägiger Fahrt ist am Dienstagmorgen das Schiff
„Pacific Grebe“ mit Atommüll im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel
angekommen. Ziel der Fuhre ist das [2][Zwischenlager im 15 Kilometer
entfernten Brokdorf].
In Brunsbüttel werden die jeweils mehr als 100 Tonnen schweren Castoren auf
Speziallastwagen umgeladen. Nach einem Probelauf mit einem leeren Behälter
war bis zum Mittag ein Castor auf einen Tieflader gehievt worden. Der
Beginn des Straßentransports blieb zunächst offen.
## Wiederaufarbeitung in Sellafield
In den Behältern befinden sich in Glas eingeschmolzene Atomabfälle, die bei
der Wiederaufarbeitung verbrauchter AKW-Brennelemente aus Deutschland
[3][im britischen Sellafield] entstanden sind. Der Atommüll kommt aufgrund
geltender Verträge mit Großbritannien zurück nach Deutschland.
Lange Zeit war [4][Gorleben als Ort für die Zwischenlagerung dieser Abfälle
vorgesehen]. Nach dem Atomausstieg und dem Neustart der Endlagersuche
hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, die Abfälle aus den
Plutoniumfabriken in Frankreich und Großbritannien auf Zwischenlager an den
deutschen AKW-Standorten zu verteilen.
Die sieben Castoren sollen so lange in Brokdorf bleiben, bis es – wohl erst
im nächsten Jahrhundert – [5][ein Endlager für hochradioaktive Abfälle]
gibt. Die 16 oberirdischen Zwischenlager in Deutschland sind allerdings
zunächst nur für eine Betriebsdauer von 40 Jahren konzipiert und genehmigt.
## Differenzierte Kritik
Atomkraftgegner:innen halten es für richtig, dass Deutschland den
Atommüll zurücknimmt. Sie kritisieren aber die Zwischenlagerung. Schon
heute sei klar, dass der Atommüll dort nicht bleiben könne, sagt etwa Helge
Bauer von der Antiatomorganisation „ausgestrahlt“. „Jeder Castortransport
birgt enorme Risiken“, so Bauer. Atommüll sollte deshalb nur ein einziges
Mal transportiert werden – in ein Endlager. Kerstin Rudek von dem Bündnis
Castor stoppen! wertet auch die strikte Geheimhaltung der Atommüllfuhre als
„ein Eingeständnis, dass die Transporte gefährlich und ein [6][potenzielles
terroristisches Ziel] sind“.
16 Jun 2026
## LINKS
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DIR [6] /Drohnen-ueber-Atommuelllager/!6032009
## AUTOREN
DIR Reimar Paul
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