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       # taz.de -- Kremlkritiker in Polen getötet: Putins Auftragsmörder im Verdacht
       
       > Semjon Skrepetski fertigte als Künstler Karikaturen von Russlands
       > Machthaber Wladimir Putin an. Nun wurde er in Polen erschossen. Medien
       > sprechen von einer „politischen Hinrichtung“.
       
   IMG Bild: Tatort: Der russische Künstler Semjon Skrepetsky, der auch als Putin-Kritiker bekannt war, wurde auf offener Straße erschossen
       
       Die taz panterstiftung präsentiert unter [1][taz.de/unserfenster] jeden
       Mittwoch eine wöchentliche Auswahl aktueller Berichte aus kritischen
       russischen Medien. Mit diesem Projekt stärkt die taz panterstiftung
       unabhängigen Journalismus und ermöglicht es kritischen Redaktionen, ihre
       Arbeit auch unter schwierigen Bedingungen fortzuführen.
       
       Meduza öffnet mit dem folgenden Beitrag ein Fenster nach Russland. Den
       ganzen Text inklusive verschiedener Karikaturen finden [2][Sie hier auf
       Russisch]. 
       
       In Polen ist der russische Aktionskünstler Semjon Skrepetski getötet
       worden. Die Tat habe sich am 15. Juni auf einem Parkplatz in der Stadt
       Biała Podlaska ereignet, [3][nur wenige Kilometer von der belarussischen
       Grenze entfernt]. Der polnische Radiosender RMF FM berichtet, dass der
       Täter zunächst mehrere Schüsse aus nächster Nähe auf den Künstler abgegeben
       habe. Anschließend soll er einen weiteren Schuss abgefeuert haben, als
       Skrepetski bereits am Boden lag. Danach soll der Täter geflüchtet sein.
       
       Die Polizei teilte mit, dass die Identität des Opfers festgestellt worden
       sei; es handle sich um einen 44-jährigen russischen Staatsbürger. Den Namen
       des Getöteten nannten die Behörden jedoch nicht. Bei den Ermittlungen
       wurden bislang zwei belarussische Staatsbürger festgenommen. Mehrere
       Personen könnten an der Tötung des Künstlers beteiligt gewesen sein.
       
       In der Nähe des belarussischen Generalkonsulats in Biała Podlaska wurde
       einer der Verdächtigen festgenommen. Laut DzikMedia, dem Telegramkanal der
       belarussischen Oppositionellen, versuchte der Mann, über den Zaun auf das
       Gelände des Konsulats zu gelangen, was ihm jedoch nicht gelang.
       
       Wie DzikMedia unter Berufung auf eigene Quellen berichtet, soll es sich bei
       dem Festgenommenen um einen belarussischen Taxifahrer handeln. Er soll jene
       Personen von Warschau nach Biała Podlaska gebracht haben, die
       möglicherweise in die Ermordung Skrepetskis verwickelt waren. Von deren
       Absichten habe er, wie er selbst sagt, nichts gewusst.
       
       ## Familie des Getöteten unter Polizeischutz
       
       Laut polnischen Medien wurde die Familie von Semjon Skrepetski (er
       hinterlässt eine Ehefrau und vier Kinder) nach der Tat unter Polizeischutz
       gestellt. Skrepetski war Künstler und Karikaturist, der sowohl die
       Machthaber in Russland und Belarus als auch die russische Opposition
       verspottete. „Semjon Skrepetski“ war sein Pseudonym, sein tatsächlicher
       Name soll Robert Kusowkow sein. Öffentlich bestätigt oder offengelegt hat
       der Künstler diese Angaben jedoch nie.
       
       Skrepetski zeichnete Karikaturen russischer Politiker, darunter Wladimir
       Putin und Ramsan Kadyrow. Aus Angst vor politischer Verfolgung verließ er
       Russland 2021 und zog nach Polen. Gleichzeitig kritisierte Skrepetski nicht
       nur den Kreml, sondern auch die russische Opposition und die ukrainischen
       Behörden.
       
       Deshalb war Skrepetski offenbar auch in der ukrainischen Datenbank von
       Mirotworez erfasst. Die Datenbank wird von der gleichnamigen
       nichtstaatlichen Organisation betrieben, die sich der Erforschung von
       mutmaßlichen „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ der Ukraine
       widmet.
       
       In Skrepetskis Eintrag auf Mirotworez heißt es unter anderem, dass
       „buchstäblich täglich“ Beiträge auf seinem Telegram-Kanal erschienen, die
       darauf abzielten, eine negative Haltung gegenüber der Ukraine und den
       Ukrainern zu erzeugen.
       
       Wenige Tage vor seinem Tod führte Skrepetski eine Protestaktion vor der
       russischen Botschaft in Berlin durch und erhielt anschließend Drohungen. Am
       12. Juni brachte der Künstler ein Gemälde zum Gebäude der russischen
       Botschaft, [4][das Putin auf Stalins Armen zeigte].
       
       ## Skrepetski wurde bedroht
       
       Dabei trug Skrepetski eine Uniformjacke mit Orden, Bastschuhe und eine
       Uschanka. Aus einer Öffnung auf der Rückseite seiner Hose ragte eine
       russische Flagge. Wenige Stunden vor seinem Tod veröffentlichte er auf
       seinem Telegram-Kanal mehrere negative Reaktionen, die er nach der Aktion
       erhalten hatte. Unter den Kommentaren befanden sich auch Drohungen.
       Polnische Medien bezeichnen die Tötung Skrepetskis als „politische
       Hinrichtung“.
       
       Der polnische Nachrichtensender wPolsce24 veröffentlichte zudem eine
       Auswahl von Kommentaren polnischer Journalisten. Darin ist von „Putins
       Auftragsmördern“ und einer Jagd ausländischer Geheimdienste auf „die
       falschen Russen“ die Rede. Bislang haben die polnischen
       Strafverfolgungsbehörden jedoch offiziell keine Version oder Hypothese zum
       Motiv der Tötung von Skrepetski vorgelegt.
       
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       17 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
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   DIR [3] /Warum-die-Ukraine-ihre-Grenze-nach-Norden-verstaerkt/!6186225
   DIR [4] https://meduza.io/feature/2026/06/16/v-polshe-ubit-hudozhnik-semen-skrepetskiy-on-risoval-karikatury-na-putina-i-kadyrova-a-za-tri-dnya-do-smerti-ustroil-aktsiyu-u-rossiyskogo-posolstva-v-berline
   DIR [5] https://secure.spendenbank.de/form/1705?langid=1--
       
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