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       # taz.de -- Konferenz der Innenminister: Fest im Kopf verankert
       
       > Immer wieder steht das Thema Migration bei konservativen
       > Politiker*innen auf der Agenda. Dabei ist die große Reform des
       > Asylsystems durch.
       
   IMG Bild: Innenminister Alexander Dobrindt hat die „Asylwende“ genauso umgesetzt, wie er sie im Wahlkampf angekündigt hat
       
       Sie machen einfach weiter. Auch bei dieser Innenministerkonferenz geht es
       wieder vor allem um Migration, mehr als ein Viertel der Tagesordnungspunkte
       drehen sich um das Thema. So als gäbe es nichts anderes zu besprechen.
       Dabei ist doch am letzten Freitag erst [1][die große Reform] des
       Gemeinsamen europäischen Asylsystems Geas in Kraft getreten, die all den
       Asylhardlinern das ermöglicht, was sie immer wollten. Geflüchtete de facto
       in Haft zu nehmen etwa, ohne einen Richterbeschluss. Schnellverfahren an
       den Außengrenzen. Die Möglichkeit, Geflüchtete in Staaten abzuschieben, in
       denen sie noch nie waren.
       
       Aber die Landesinnenminister*innen, vor allem die von CDU/CSU, machen
       einfach weiter, als hätte sich nichts verändert. Auf der IMK wird es um die
       Rückführung von Syrer*innen gehen. Oder über die Zentralisierung und
       Beschleunigung von Dublin-Abschiebungen. Über Abschiebehaft oder
       Migrationsabkommen.
       
       Aus irgendeinem Grund hat sich Migration im Kopf konservativer
       Politiker*innen zum Mittelpunkt aller Politik entwickelt. Diese
       Obsession wäre ja noch verständlich oder zumindest erklärbar, wenn in dem
       Bereich für die demokratischen Parteien etwas zu holen wäre. Aber die Union
       hat ja grade selbst den spektakulärsten Beweis des Gegenteils geliefert.
       
       Ob es nun direkt an seiner Politik lag oder doch eher an der Lage in
       Syrien: [2][Bundesinnenminister Alexander Dobrindt] kann reklamieren, die
       „Asylwende“ genauso umgesetzt zu haben, wie er sie im Wahlkampf angekündigt
       hat. Die Zahl neuer Asylanträge ist zuletzt auf einen so niedrigen Wert
       gesunken, wie seit 2013 nicht mehr. Derzeit sind es keine 10.000 neuen
       Anträge im Monat. Und doch ist [3][die AfD] in Umfragen stark wie nie,
       droht im Herbst in Sachsen-Anhalt gar die absolute Mehrheit zu erringen.
       
       Allein aus Selbsterhaltungstrieb sollten die demokratischen Parteien und
       vor allem die Union erkennen: Härte in Asylfragen ersetzt keine Politik,
       die sich mit den Themen beschäftigt, die die Bevölkerung wirklich
       betreffen.
       
       17 Jun 2026
       
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