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       # taz.de -- Gipfel in Evian: G7-Staaten für neue Sanktionen gegen Russland
       
       > Mehr Waffen, schärfere Sanktionen: Die G7 inklusive Trump setzt auf mehr
       > Druck gegen Russland und begrüßen das Rahmenabkommen zwischen den USA und
       > Iran.
       
   IMG Bild: Wolodymyr Selenskyj (r.) spricht mit Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem bilateralen Treffen auf dem G7-Gipel in Evian
       
       afp/dpa/rtr | Die USA und die anderen G7-Staaten wollen mit zusätzlichem
       Druck auf Russland die Bemühungen um ein Ende des Ukrainekriegs
       intensivieren. In einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs vom
       Gipfeltreffen im französischen Évian heißt es, man werde die Sanktionen
       verschärfen, auch im Öl- und Gassektor. Zudem habe man vereinbart, die
       Lieferung von weitreichenden Waffen und Luftverteidigungskapazitäten
       auszuweiten.
       
       Mit dem Ausbau der Unterstützung soll nach Angaben der G7 die neue Dynamik
       unterstützt werden, die in den vergangenen Monaten durch ukrainische
       Fortschritte an der Front entstanden ist. Zudem wird von einem „richtigen
       Zeitpunkt“ nach dem US-Deal mit Iran zur Wiederöffnung der Straße von
       Hormus gesprochen.
       
       Neben zusätzlichen Waffen versprechen die G7-Staaten der Ukraine in der
       Erklärung auch zusätzliche Unterstützung, [1][um den kommenden Winter zu
       bewältigen]. Darüber hinaus sichern sie dem Land zu, die Vergabe von
       Lizenzen für eine Steigerung der militärischen Produktion zu prüfen.
       
       ## Macron spricht von „strategischem Erwachen“
       
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete den Gipfel als „Moment
       des strategischen Erwachens“. Gemeinsam hätten sich die USA, Kanada, Japan
       und die Europäer dazu entschlossen, [2][der Ukraine zur Seite zu stehen],
       sagte er in einer Ansprache auf Instagram.
       
       Bereits vor der Veröffentlichung des Textes hatten sich Gipfelteilnehmer
       wie Bundeskanzler Friedrich Merz sehr zufrieden mit den Gesprächen zum
       Ukrainekrieg gezeigt. Zum Auftreten von US-Präsident Donald Trump sagte
       Merz, er habe diesen „sehr kooperativ gesehen“. Deswegen sei er zu einem
       gewissen Grad optimistisch, dass Europäer und Amerikaner nun zusammen alles
       unternehmen, um den Krieg zu beenden. Der Kanzler sprach von einem „Tag der
       Hoffnung“ und sagte zur aktuellen Lage der Ukraine: „Das kann vielleicht
       erstmals eine Chance auf einen Frieden eröffnen.“
       
       Neben Trump und Merz nahmen an den Beratungen bei dem G7-Gipfel führender
       westlicher Demokratien in Frankreich die Staats- und Regierungschefs von
       Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan sowie die EU-Spitzen
       teil. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj war als Gast
       eingeladen.
       
       ## G7: Iran-Deal bietet „historische Chance“
       
       Die G7-Staaten sehen in dem Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran eine
       „historische Chance“, Teheran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern. Der von
       US-Präsident Donald Trump erzielte Deal, der am Freitag von beiden
       Kriegsparteien unterzeichnet werden soll, könne „Frieden und Sicherheit für
       alle in der Region bringen“, heißt es in einer Erklärung der Staats- und
       Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen im französischen Évian. „Wir
       unterstützen die Umsetzung des Abkommens und sind bereit, dazu
       beizutragen“, heißt es in der Erklärung der G7 weiter.
       
       In Bezug auf die Straße von Hormus bekräftigten die G7-Staaten, dass „das
       Recht auf ungehinderte und gebührenfreie Durchfahrt die Grundlage des
       internationalen Handels bildet“. Es seien nun Verhandlungen mit dem Ziel
       eines „umfassenden und weitreichenden“ Folgeabkommens nötig, um „die von
       Iran in der Region und darüber hinaus ausgehenden Bedrohungen“ anzugehen
       und „sicherzustellen, dass Iran niemals eine Atomwaffe erlangt“, heißt es
       weiter.
       
       In Bezug auf den Konflikt zwischen Israel und der von Iran unterstützten
       Hisbollah-Miliz im Libanon heißt es in der Erklärung, die G7 unterstütze
       durch einen „sofortigen und wirksamen Waffenstillstand“ die Bemühungen der
       libanesischen Führung, die Entwaffnung der Hisbollah zu erreichen und die
       territoriale Integrität des Libanon „mit angemessenen internationalen
       Sicherheitsgarantien zu schützen“.
       
       ## G7 will verschuldete Entwicklungs- und Schwellenländer stärker
       unterstützen
       
       Die ‌Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten wollen stärker auf eine
       Entlastung hoch verschuldeter Entwicklungs- und Schwellenländer
       hinarbeiten. „Wir werden unsere Bemühungen verstärken, den Risiken durch
       die weltweit hohe Verschuldung zu begegnen“, hieß es in ‌einer am Dienstag
       im französischen Evian-les-Bains veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.
       
       Die hohe Verschuldung gefährde in den betroffenen Ländern die
       wirtschaftliche Stabilität und lasse weniger Geld für wichtige öffentliche
       Leistungen. Die Unterstützung soll dabei auch Staaten mit mittlerem
       Einkommen zugutekommen, die bislang von keiner Entschuldungsinitiative der
       G20 erfasst ‌werden. Da die öffentliche Entwicklungshilfe zuletzt massiv
       gesunken ist, sollen private Investitionen künftig eine größere Rolle
       ⁠spielen.
       
       Der OECD zufolge sanken die öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen im
       Jahr 2025 real um 23,1 Prozent auf 174,3 Milliarden Dollar. Allein ‌die
       ‌USA kürzten ihre Hilfen um ⁠knapp 57 Prozent; zudem reduzierten auch
       Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Japan ihre
       Entwicklungshilfezahlungen.
       
       ## G7-Staaten fordern „entschlossene“ Reaktion auf Ebola-Ausbruch in der DR
       Kongo
       
       Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten haben ein „entschlossenes“
       Handeln beim Ebola-Ausbruch in Afrika gefordert. Bei ihrem Gipfel im
       französischen Evian sprachen sich die G7-Staatenlenker laut einer Erklärung
       am Dienstag zudem für eine „koordinierte Reaktion auf die Risiken für die
       Gesundheitssicherheit“ aus, die durch den „erneuten Ausbruch von Ebola in
       der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda hervorgerufen“ würden.
       
       Um den Ausbruch einzudämmen und zu beenden, seien mehrere Schritte
       erforderlich, hieß es in der Erklärung weiter. Dazu gehörten „eine wirksame
       Kontaktverfolgung, Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle sowie
       Quarantäne- und Isolationsmaßnahmen“. Ein Ende des Ausbruchs hänge zudem
       von „Labortests, grenzüberschreitender Vorsorge, Grenzüberwachung und der
       Einbindung der Bevölkerung“ ab.
       
       Nach Einschätzung des Roten Kreuzes hat der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo
       seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Es könne ein Jahr dauern, bis die
       Epidemie eingedämmt sei, sagte der Einsatzleiter der Internationalen
       Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC), Bruno
       Michon, am Dienstag in einer Videoschalte aus Buni, der Hauptstadt der
       besonders betroffenen Provinz Ituri.
       
       17 Jun 2026
       
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