# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Libanon meldet neue israelische Luftangriffe im Südlibanon
> Trotz Kritik von Trump an Netanjahu fliegt die israelische Armee offenbar
> wieder Angriffe. Bundesregierung bereitet Mandat für Bundeswehreinsatz am
> Golf vor.
IMG Bild: Eine Vertriebene wartet nach der Bekanntgabe des Abkommens zwischen den USA und Iran, in ihr Dorf zurückzukehren (Sidon, 15. Juni 2026)
## Staatsmedien: Israel fliegt mehrere Luftangriffe im Süden Libanons
Israels Armee hat libanesischen Staatsmedien zufolge am Mittwoch
Luftangriffe auf mehrere Gebiete im Süden Libanons geflogen. Wie die
libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, zielten die Angriffe auf die
Region Nabatije al-Fauka und die östlichen Ausläufer der nahe gelegenen
Stadt Kfar Tebnit. NNA meldete zudem einen israelischen Drohnenangriff in
der Stadt Ansarijeh in der Region Sahrani. Israels Armee äußerte sich
zunächst nicht dazu.
Am Vortag hatte NNA vier Tote bei neuen israelischen Angriffen im Süden
Libanons gemeldet. Demnach zielten die israelischen Angriffe auf zwei
Fahrzeuge im Ort Majfadun sowie ein weiteres im nahe gelegenen Schukin.
Israels Armee erklärte, sie habe mit ihren Angriffen am Dienstag auf
erneuten Hisbollah-Raketenbeschuss reagiert. Demnach feuerte die von Iran
unterstützte Miliz am Dienstag Raketen auf israelische Soldaten im Süden
Libanons ab – trotz eines Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran über
ein Ende des Irankrieges, das sich auch auf Libanon erstreckt.
Die [1][Einigung zwischen den USA und Iran] war am Sonntag verkündet
worden. Das Rahmenabkommen sieht unter anderem eine sofortige Waffenruhe in
der gesamten Region vor. Israels Regierung hatte nach Bekanntwerden der
US-iranischen Rahmenvereinbarung erklärt, sie werde „beim Schutz unserer
Bürger keine Kompromisse eingehen“. Die Hisbollah hat eine zuvor zwischen
Israel und Libanon vereinbarte Waffenruhe nie anerkannt. Auch ihre
Entwaffnung durch Beirut lehnt die Miliz ab.(afp)
## „Spiegel“: Text für Bundestagsmandat für Einsatz in Straße von Hormus
liegt schon vor
Die Bundesregierung hat laut einem Spiegel-Bericht bereits einen Text für
ein Bundestagsmandat für eine Beteiligung an einem internationalen
Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus vorbereitet. Nachdem das
Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium den Text
ausgearbeitet hätten, könne das Kabinett ihn bereits nächste Woche
beschließen, wenn die Regierungsspitze bis dahin eine entsprechende
politische Entscheidung treffe, hieß es am Mittwoch in einer Vorabmeldung
des Spiegel. Die endgültige Entscheidung würde dann beim Bundestag liegen.
Er müsste dem Einsatz mit einfacher Mehrheit zustimmen. Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) hatte bislang ein internationales Mandat zur
Voraussetzung für die Entsendung deutscher Soldatinnen und Soldaten
erklärt, vorzugsweise eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates. Ein
schneller Beschluss des Gremiums über eine internationale Sicherungsmission
ist derzeit aber nicht absehbar. Auch ein neues EU-Mandat oder eine
Änderung bestehender EU-Mandate, die als Alternative infrage kommen,
dürften nicht in wenigen Tagen zu bewerkstelligen sein.
Die beteiligten Ministerien schlagen laut dem Bericht deswegen vor, sich
auf eine am 11. März beschlossene UNO-Resolution zu stützen, die von
Bahrain eingebracht worden war. Der Text bezieht sich demnach in mehreren
Passagen auf die Straße von Hormus und bekräftigt, dass die
UN-Mitgliedstaaten nach dem Völkerrecht das Recht haben, „ihre Schiffe
gegen Angriffe und Provokationen, einschließlich solcher, die die Rechte
und Freiheiten der Schifffahrt untergraben, zu verteidigen“. Die
Bundesregierung halte diese Resolution für ausreichend als rechtlichen
Anknüpfungspunkt für ein Bundestagsmandat, schreibt der Spiegel. Sie
beabsichtige, eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr auf die Minenräumung
zu beschränken. Andere mögliche Beiträge wie die Entsendung von Teams
bewaffneter Spezialkräfte, die an Bord von zivilen Schiffen deren
Sicherheit gewährleisten sollen, wären in dem Mandat nicht enthalten. Die
Koalitionsfraktionen sollen am Mittwoch in die Pläne eingeweiht werden,
heißt es in dem Bericht weiter. Die Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD
seien bereits informiert worden. (afp)
## G7 wollen bei Umsetzung von USA-Iran-Deal helfen
Die G7-Staaten begrüßten das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran für
ein Kriegsende. Sie seien bereit, zu dessen Umsetzung beizutragen, teilen
die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen
Industrienationen in einer gemeinsamen Erklärung bei ihrem Gipfeltreffen im
französischen Evian mit. Um die Energiesicherheit zu gewährleisten, wollen
die G7-Länder zudem ihre Lieferwege diversifizieren, die Abhängigkeit von
der Straße von Hormus verringern und ihre Energievorräte aufstocken. (rtr)
## Trump kritisiert israelisches Vorgehen in Libanon
US-Präsident Donald Trump übt auf dem G7-Gipfel in Frankreich ungewöhnlich
offene Kritik am militärischen Vorgehen Israels gegen die Hisbollah-Miliz
in Libanon. „Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zerstören, nur weil
man jemanden sucht“, sagt Trump. In diesen Gebäuden seien viele Menschen,
von denen nicht alle zur Hisbollah gehörten. (rtr)
## Nach Iran-USA-Rahmenabkommen: Südkorea bittet Trump um Bemühungen im
Koreakonflikt
Nach der Einigung auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Irankrieges hat
Südkoreas Regierung die USA zu entsprechenden Bemühungen auch im Konflikt
auf der koreanischen Halbinsel aufgerufen. Das Büro von Südkoreas Präsident
Lee Jae Myung teilte am Mittwoch mit, US-Präsident Donald Trump habe sich
bei Lee am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian nach dem Stand der
Beziehungen zwischen Seoul und Pjöngjang erkundigt.
Lee habe Trump in dem Gespräch gebeten, „bei der friedlichen Lösung der
Nordkoreafrage eine Führungsrolle zu übernehmen“, so wie er den Konflikt in
der Golfregion „gelöst hat“, hieß es in der Erklärung von Lees Büro weiter.
Demnach bekundete Trump daraufhin seine Bereitschaft, „auf eine Lösung der
Nordkoreafrage hinzuarbeiten“. (afp)
## Trackingwebsite: Iranische Ölexporte per Schiff wieder angelaufen
Nach der Vereinbarung mit den USA zur Beendigung des Irankriegs ist der
Export iranischen Erdöls per Schiff wieder angelaufen. Mehrere iranische
Öltanker verließen das bislang von der US-Marine blockierte Seegebiet,
teilte am Mittwoch die Website TankerTrackers mit, die über den Transport
und die Lagerung von Erdöl informiert. Dies seien Irans „erste Rohölexporte
seit zwei Monaten“. Zunächst erklärte TankerTrackers unter Berufung auf
Ortungsdaten und Satellitenbilder im Onlinedienst X, dass die beiden
iranischen Supertanker „Diona“ und „Hero2“ das bisherige Blockadegebiet
verlassen hätten. An Bord seien insgesamt 3,8 Millionen Barrel (604
Millionen Liter) iranisches Erdöl gewesen. Später meldete die Website die
Durchfahrt eines dritten iranischen Tankers mit einer Million Barrel Öl.
(afp)
## Irans Armee droht nach israelischen Angriffen in Libanon mit „harter
Reaktion“
Die iranische Armee hat nach Israels Angriffen im Süden Libanons mit
mindestens vier Toten mit einer „harte Reaktion“ gedroht. Wenn die
israelische Armee „ihre Aggression im Süden Libanons nicht einstellt, muss
sie mit einer harten Reaktion der mächtigen Streitkräfte der Islamischen
Republik Iran rechnen“, hieß es in einer am Dienstag im Fernsehen
ausgestrahlten Erklärung des Zentralkommandos der Armee. Die iranische
Armee warf Israel vor, bereits „84-mal“ gegen die Waffenruhe in Libanon
verstoßen zu haben. Die israelische Armee setzte ihre Angriffe im Süden
Libanons am Dienstag [2][ungeachtet einer zwischen den USA und Iran
erzielten Einigung über ein Ende des Irankriegs weiter fort]. Staatsmedien
zufolge wurden dabei vier Menschen getötet. (afp)
## US-Regierung: Pentagon setzte Musks KI-Chatbot Grok beim Irankrieg ein
Zur Verteidigung von Elon Musks KI-Unternehmen xAI angesichts einer
Umweltklage hat die US-Regierung darauf verwiesen, dass dessen KI-Chatbot
Grok bei US-Angriffen auf Iran genutzt wurde. Die Klage gegen Gasturbinen
eines xAI-Rechenzentrums im Bundesstaat Tennessee bedrohe „die nationale,
wirtschaftliche und Energiesicherheit“ der USA, heißt es in einer
rechtlichen Stellungnahme des US-Justizministeriums, die die
Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte. Sie bedrohe die Versorgung der
KI-Infrastruktur, die von der US-Armee genutzt werde. Als Beleg zitierte
das Ministerium den Verantwortlichen für Künstliche Intelligenz (KI) im
Pentagon, Cameron Stanley. Dieser versichert unter Eid, dass im Rahmen des
sogenannten Maven-Projekts ein auf Grok beruhendes Programm namens Grok Gov
Model bereits bei der KI-gestützten Zielfestlegung beteiligt gewesen sei.
Dies habe es der US-Armee ermöglicht, im Irankrieg „binnen 96 Stunden mehr
als 2.000 Schuss Munition gegen 2.000 unterschiedliche Ziele zu richten“.
Dies zeige „eine sehr große Steigerung der operationellen Effizienz, die
durch das Grok Gov Model ermöglicht wurde“, erklärte Cameron. Ob noch
weitere KI-Programm bei den Angriffen genutzt wurden, teilte der Experte
des US-Verteidigungsministeriums nicht mit. Die Klage richtet sich gegen
die Gasturbinen von Colossus 2, einem Superrechner von xAI in der Umgebung
von Memphis, der Grok trainiert. Die für die Rechte von Schwarzen
eintretende Organisation NAACP wirft xAI vor, die Dutzenden Gasturbinen
ohne Genehmigung zu betreiben und damit gegen das Gesetz zur
Luftreinhaltung zu verstoßen. Die Turbinen verschmutzten insbesondere in
vorwiegend von Schwarzen bewohnten Vierteln die Luft, argumentiert die
Bürgerrechtsorganisation. xAI hält dem entgegen, die Turbinen seien
temporäre mobile Anlagen und unterlägen damit nicht den
Regulierungsauflagen. (afp)
## AP-Quelle: Netanjahu hat Rahmenabkommen mit Iran nicht erhalten
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die
Rahmenvereinbarung zwischen Iran und den USA nach Angaben aus informierten
Kreisen bisher nicht zu Gesicht bekommen. Bis zum Dienstagabend sei dem
Regierungschef das Dokument nicht weitergeleitet worden, sagte eine mit der
Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur AP. Netanjahus Büro äußerte
sich auf Nachfrage nicht. Israel ist keine Vertragspartei der Vereinbarung
zwischen Teheran und Washington. Die Kämpfe zwischen Israel und der
Hisbollah sollen aber nach dem Willen Irans ebenfalls beigelegt werden. Der
iranische Außenminister Abbas Aragtschi betonte, dass auch ein Abzug
Israels aus Libanon Teil des Abkommens sein müsse. Iaraels
Verteidigungsminister Israel Katz hatte am Montag hingegen gesagt,
israelische Truppen würden auf unbestimmte Zeit im Südlibanon bleiben. (ap)
## Bericht: US-Friedensabkommen erlaubt Iran sofortigen Ölverkauf
USA erlauben Iran laut einem Medienbericht den sofortigen Verkauf von Öl
und Kraftstoffen im Rahmen ihrer Grundsatzeinigung zur Beendigung des
Krieges. Die Aussetzung der Sanktionen trete in Kraft, sobald das Abkommen
in dieser Woche unterzeichnet werde, berichtet das Wall Street Journal
unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Regelung umfasst
demnach auch Dienstleistungen in den Bereichen Banken, Transport und
Versicherungen, um die Geschäfte zu erleichtern. (rtr)
## Schahsohn warnt vor Abkommen mit Iran
Der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, hat sich gegen jede Übereinkunft
mit Iran ausgesprochen, [3][bei der die derzeitige Führung in Teheran im
Amt bleibt]. „Ein Abkommen mit diesem Regime wird scheitern, und wir alle
werden die Konsequenzen tragen müssen“, erklärte Pahlavi am Dienstag in
Onlinediensten. „Das iranische Volk wird es nicht akzeptieren.“ Teheran
werde niemals „einen wahrhaftigen Frieden schließen“, so wie die Regierung
„nie Frieden mit den eigenen Bürgern gemacht hat“, führte der 65-Jährige
aus. Dabei zeigte sich Pahlavi sicher, dass die Führung in Teheran nicht
mehr lange im Amt bleiben werde. „Mit oder ohne internationale
Unterstützung wird das iranische Volk dieses Regime stürzen. Die Freiheit
wird nach Iran kommen.“
Pahlavis Vater Mohammad Reza Pahlavi war 1979 durch die Islamische
Revolution gestürzt worden und aus Iran geflohen. Reza Pahlavi lebt heute
in den USA im Exil. Er hat sich für eine säkulare Demokratie in Iran
ausgesprochen und stellt sich als Alternative für den Fall dar, dass die
derzeitige Führung in Teheran stürzen sollte. Der Schahsohn wird von Teilen
der iranischen Opposition unterstützt, andere kritisieren den 65-Jährigen
aber unter anderem wegen seiner Nähe zu Israel. Außerdem hat er sich nie
von der autoritären Herrschaft seines Vaters distanziert. (afp)
## Republikaner im Kongress wollen mehr Informationen zu Iranabkommen
Mehrere Republikaner im US-Kongress haben von Präsident Donald Trump
zusätzliche Informationen über das vereinbarte Rahmenabkommen mit Iran
gefordert. „Ich weiß einfach nicht genug darüber“, sagte der
republikanische Mehrheitsführer im Senat, John Thune, am Dienstag im
Kapitol. „Wenn es sich um eine geheime Vereinbarung handelt, wie soll ich
sie dann ernst nehmen?“, fragte der republikanische Senator Thom Tillis.
Trump bekundete am Dienstag die Bereitschaft, die Einigung vom Kongress
prüfen zu lassen. Ihm gefalle diese Idee, sagte Trump am Rande des
G7-Gipfels in Évian-les-Bains. „Ich meine, wer würde dem nicht zustimmen?“
Auch Politiker aus den Reihen von Trumps Republikanern sind skeptisch, ob
das Abkommen Iran davon abhalten kann, auf Atomwaffen hinzuarbeiten. (ap)
17 Jun 2026
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