# taz.de -- 26 Parteien bei der Abgeordnetenhauswahl: Nicht alles Banane
> Der Landeswahlausschuss hat entschieden, welche Parteien bei der
> Abgeordnetenhauswahl antreten dürfen. Vier Gruppierungen wurden nicht
> zugelassen.
IMG Bild: Nicht die Bananen-Partei, sondern eine Fahne der Satire-Partei „Die Partei“ bei einem Protest gegen Nazis
Die potenziellen Wähler:innen der Parteien Bananen für Deutschland,
NSAfD, NSAfDP und der Partei der Rentner müssen bei der
Abgeordnetenhauswahl zu Hause bleiben – oder sich eine neue Partei suchen.
Der Landeswahlausschuss unter dem Vorsitz von [1][Landeswahlleiter Stephan
Bröchler] hat am Mittwoch entschieden, dass [2][26 Parteien] an der Wahl im
September teilnehmen dürfen. Vier Vereinigungen, die zuvor ihre
Bereitschaft signalisiert hatten, sich an den Wahlen zu beteiligen, wurde
dies dagegen verwehrt.
Überprüft wurden dabei formale Kriterien. Dazu gehören laut Wahlausschuss
ein Vorstand aus mindestens drei Personen, Satzung und Programm,
unterscheidbarer Name, Binnendemokratie, deutscher Sitz und mehrheitlich
deutsche Mitglieder – plus die grundlegende Fähigkeit, am politischen
Prozess organisatorisch, personell und finanziell mitzuwirken. Nur wenn
diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist die Parteieneigenschaft
festgestellt und die Teilnahme an den Wahlen zum Abgeordnetenhaus und den
Bezirksparlamenten zulässig.
Bei insgesamt sechs Vereinigungen stand dies infrage, als Mitte Mai alle
Bewerbungen eingereicht waren. Zwei von ihnen dürfen nun an der Wahl
teilnehmen. Das ist zum einen die „Eigenheim Partei – Die neuen Liberalen“,
die die Wohneigentumsquote in der Mieterstadt steigern will. Ihr Programm
ist dabei weniger liberal als marktradikal. Gefordert wird etwa: „Absoluter
Schutz des Privateigentums vor staatlicher Regulierung oder gar
Enteignung“.
## Losdemokratie für Bürgerräte
Ganz anders hält es Losdemokratie – Partei für eine starke Bürgerschaft,
die ebenfalls die Hürde genommen hat. Statt für Kapitalinteressen tritt sie
für geloste Bürgerräte ein, die Entscheidungen zu wichtigen Fragen treffen
sollen, die dann vom Parlament umgesetzt werden müssen.
Mehr Mitbestimmung, aber durch Volksabstimmungen, will auch die 2023
gegründete Partei der Rentner, deren Kernforderung zudem eine Mindestrente
von 1.250 Euro ist. Doch obwohl die Partei bei der Landtagswahl in
Baden-Württemberg in diesem Jahr teilnehmen durfte – für Berlin hat sie
nicht alle Anforderungen erfüllt.
Bei den übrigen drei abgelehnten Vereinigungen handelt es sich allesamt um
Spaßprojekte des [3][ehemaligen Vorsitzenden der Anarchistischen
Pogo-Partei Deutschlands (APPD), Volker Stoi], Der Medienaktivist hatte der
Berliner Morgenpost die Beteiligungsanzeigen für seine „Parteien“
geschickt. „Das Bild, das sich daraus ergibt, ist das eines gewollten
Durcheinanders: Verwirrungsstiftung als künstlerische Methode“, so die
Zeitung.
Die 26 zugelassenen Parteien müssen, abgesehen von jenen fünf im Parlament
vertretenen, noch bis Mitte Juni jeweils 2.200 Unterschriften für den
Antritt auf Landesebene und jeweils 188 für ihre Bezirkslisten einreichen.
Was für die großen Kleinen wie Volt, Tierschutzpartei, BSW oder FDP keine
große Hürde werden dürfte, wird für die HipHop-Partei Die Urbane, die
Neonazis von Die Heimat oder die Demokratische Linke eine nicht ganz so
leicht zu überspringende Hürde.
17 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] /Berlins-Wahlleiter-Stephan-Broechler/!5914470
DIR [2] https://www.berlin.de/wahlen/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1681003.php
DIR [3] /Zulassung-fuer-Bundestagswahl/!5159644
## AUTOREN
DIR Erik Peter
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