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       # taz.de -- Vorfall im Ärmelkanal: Russische Fregatte gibt Warnschüsse ab auf Rentner-Jacht
       
       > Ein russisches Kriegsschiff feuert vor der Küste Großbritanniens. Eine
       > Retourkutsche, weil London kürzlich einen Öltanker von Moskaus
       > Schattenflotte stoppte?
       
   IMG Bild: Die mutmaßliche Warnschießerin der Baltischen Flotte Russlands „Admiral Grigorovich“
       
       afp/dpa | Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal Warnschüsse auf
       eine Jacht abgegeben. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte am
       Abend laut der Nachrichtenagentur PA, dass es sich bei dem Schiff um die
       Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ gehandelt habe. Die Schüsse hatten demnach
       eine Kollision verhindern sollen und seien nicht auf die Jacht gerichtet
       gewesen. Die Fregatte soll zuvor versucht haben, ein britisches Schiff im
       Kanal zu kontaktieren. „Wir gehen davon aus, dass es sich um einen
       Einzelfall handelt, der nicht mit der Aufbringung der „Smyrtos“ durch
       Großbritannien am Wochenende in Zusammenhang steht“, hieß es laut PA in der
       Mitteilung des Ministeriums weiter.
       
       ## Ministerium in Moskau bestätigt Vorfall
       
       Das Kriegsschiff soll zu dem Zeitpunkt am späten Vormittag zwischen der
       britischen Isle of Wight und der Küste der französischen Region Normandie
       unterwegs gewesen sein, wie PA berichtete. Die Jacht soll dem russischen
       Schiff demnach zu nahe gekommen sein.
       
       Ähnlich hatte das russische Verteidigungsministerium den Vorfall
       beschrieben. Die Jacht habe auf mehrere Kontaktversuche nicht reagiert und
       die Distanz immer weiter verringert. Bei einer Entfernung von 150 Metern
       habe der Kapitän der Fregatte dann den Befehl zum Eröffnen der Warnschüsse
       gegeben. „Die Besatzung der Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ hat in
       strenger Übereinkunft mit den international geltenden Schifffahrtsregeln
       gehandelt und alles getan, um den Vorfall zu verhindern“, betonte das
       Ministerium in Moskau.
       
       ## Starmer nennt Warnschüsse von russischem Kriegsschiff im Ärmelkanal
       „leichtsinnig“
       
       Der britische Premierminister Keir Starmer hat die von einem russischen
       Kriegsschiff abgegebenen Warnschüsse in Richtung einer Jacht im Ärmelkanal
       als „leichtsinnig“ bezeichnet. Starmer sagte am Mittwoch dem Sender GB
       News, der Vorfall sei [1][beim G7-Gipfel im französischen Évian Thema]
       gewesen. „Wir müssen wachsam sein“, fügte er hinzu.
       
       Die Segler der in Großbritannien registrierten Jacht kritisierten die
       Warnschüsse als ungerechtfertigt. Den Vorwurf Russlands, ihre Jacht habe
       sich auf einem „gefährlichen“ Kollisionskurs befunden, wies die Rentnerin
       Jane Kelvey im Sender BBC zurück. Ihr Mann Alan bezeichnete die Schüsse als
       „nicht notwendig“. Demnach reagierten die von England nach Frankreich
       segelnden Rentner sofort auf Warnungen per Schiffshorn, als sie sich dem
       Kriegsschiff auf etwa 500 Meter näherten. Die Warnungen seien in kurzer
       Abfolge erfolgt, unmittelbar von Schüssen aus Handfeuerwaffen, sagte
       Skipperin Jane Kelvey der BBC. Die Schüsse seien „vollkommen unnötig“
       gewesen, so die 68 Jahre alte Rentnerin. Sie fügte hinzu: „Es ist einfach
       nicht wahr, sie machen uns verantwortlich, aber in unseren Augen haben wir
       nichts falsch gemacht.“
       
       Der Vorfall hatte sich nach Angaben eines Beamten im britischen
       Verteidigungsministerium etwa 20 Seemeilen südlich der Isle of Wight
       ereignet, kurz außerhalb der britischen Hoheitsgewässer. Die Segler gaben
       die Entfernung zu dem russischen Kriegsschiff mit 450 Metern an. Verletzte
       und Schäden gab es nicht.
       
       ## Zusammenhang mit Schattenflotte?
       
       Erst vor einigen Tagen stoppte die britische Marine den Öltanker „Smyrtos“
       im Ärmelkanal, der [2][der russischen Schattenflotte] zugerechnet wird.
       Experten zufolge soll die Präsenz russischer Kriegsschiffe von einem
       derartigen Vorgehen abschrecken.
       
       Mit [3][Schiffen der sogenannten Schattenflotte] versucht Russland, die
       Sanktionen von westlichen Unterstützern der Ukraine zu umgehen. Nach
       britischen Angaben handelt es sich um mehr als 700 Schiffe, die unter der
       Flagge verschiedener Staaten fahren und russische Ölexporte transportieren.
       
       17 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
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