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       # taz.de -- Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Der dicke braune Balken
       
       > Die AfD wird laut Umfragen stärkste Partei bei der Landtagswahl in
       > Sachsen-Anhalt. Selbst eine absolute Mehrheit ist nicht ausgeschlossen.
       > Alle Grafiken zur Wahl.
       
   IMG Bild: Unangenehme Perspektiven: Blick in den Plenarsaal des Landtags in Magdeburg
       
       Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt geht es um deutlich mehr als um einen neuen
       Landtag in Magdeburg. Denn am 6. September wird, wenn die Umfragen stimmen,
       die AfD nicht nur mit Abstand stärkste Partei werden. Selbst [1][eine
       absolute Mehrheit scheint nicht ausgeschlossen]. Die Lage vor der Wahl
       bilden die folgenden Grafiken ab, die jeweils auf den Zahlen der
       aktuellsten Umfrage beruhen. Viele der Umfragen stammen vom Institut Insa,
       das sie im Auftrag des [2][rechten Portals Nius] erstellt hat. Das
       verdeutlicht, dass hinter Umfragewerten auch immer eine politische Absicht
       stehen kann. Man sollte das immer im Hinterkopf haben beim Lesen der
       Zahlen.
       
       Die Prozente
       
       Die rechtsextreme AfD kann laut Umfragen ihren Stimmenanteil noch mal
       verdoppeln. Schon bei der letzten Wahl im Jahr 2021 kam sie auf fast 21
       Prozent. Jetzt werden ihr Werte über 40 Prozent vorausgesagt. Alle anderen
       Parteien sehen dagegen alt aus.
       
       Der derzeit regierenden CDU droht ein Absturz von 37 auf unter 25 Prozent.
       Grüne, FDP und selbst die SPD müssen um den Wiedereinzug in den kommenden
       Landtag fürchten, da sie unter oder nur knapp über 5 Prozent liegen.
       
       Nur die Linke ist von dem großen Rechtsruck nicht betroffen und könnte
       sogar zulegen. Und das, obwohl ihre Abspaltung BSW erstmals in
       Sachsen-Anhalt antreten wird. Der Wagenknecht-Partei scheint aber auf dem
       absteigenden Ast zu sein. Auch das BSW, das in Sachsen-Anhalt bei Europa-
       und Bundestagswahl noch Rekordergebnisse eingefahren hat, wird aktuell nur
       noch unter 5 Prozent taxiert.
       
       Der Verlauf der Umfragen
       
       Der Verlauf der Umfrage zeigt, dass AfD und CDU jahrelang einigermaßen
       gleichauf lagen. Mit leichtem Vorsprung für die Union. Das hat sich im
       Herbst 2025 gedreht. Seither führen die Braunen mit großem Abstand.
       
       Beunruhigend ist die Entwicklung bei der SPD. Sie sackte von eh schon
       niedrigen 8 Prozent im Januar auf nur noch 6 Prozent im Mai ab.
       
       Die Sitzverteilung
       
       Wenn die SPD auch noch unter die 5-Prozent-Hürde fallen sollte, würde vor
       allem die AfD profitieren. Denn je mehr Parteien knapp scheitern, desto
       weniger Prozent reichen aus für eine absolute Mehrheit der Sitze im neuen
       Landtag. Schon laut den letzten Umfragen fehlen der AfD dazu nur noch 2
       Sitze.
       
       Der Koalitionsrechner
       
       Diese Grafik ist interaktiv. Sie können sich Ihre Wunschkoalition
       zusammenklicken und überprüfen, ob es für eine Mehrheit reichen könnte. Die
       Antwort dürfte fast immer sein: Nein. Es sei denn, Sie sind Fan einer
       CDU-Linke-SPD-Koalition. Das ist rechnerisch das einzig mögliche Bündnis,
       das ohne AfD auskommt. Kein Wunder, dass in Sachsen-Anhalt bereits über
       eine Minderheitsregierung diskutiert wird.
       
       [3][Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die
       Fünfprozenthürde]. Wenn die SPD auch noch drunter bliebe, könnten der AfD
       schon rund 42 Prozent der Zweitstimmen für eine absolute Mehrheit der Sitze
       im neuen Parlament reichen.
       
       Käme neben der SPD noch eine weitere Kleinpartei über die 5 Prozent, wäre
       eine absolute Mehrheit der AfD nahezu ausgeschlossen. Wäre die weitere
       Partei das BSW, könnte es die AfD unterstützen. Das BSW weist den Verdacht
       bislang von sich, es könnte einem AfD-Ministerpräsidenten ins Amt
       verhelfen. Dass sie [4][zu Experimenten bereit ist, hatte die BSW-Patronin
       Sahra Wagenknecht] mehrfach betont.
       
       Die unbeliebten Politiker:innen
       
       Die folgende Grafik zeigt ein spezielles Problem in Sachsen-Anhalt. So
       richtig beliebt – und bekannt – ist nur ein Politiker. Der bisherige
       Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der aber nicht mehr antritt und
       [5][sogar schon abgetreten] ist, um [6][seinem Nachfolger Sven Schulze
       etwas Bekanntheit zu verschaffen].
       
       Das ist ihm nur unzureichend gelungen. Schulze ist mehr als der Hälfte
       egal. Die Spitzenkandidat:innen der anderen Parteien lösen noch
       weniger Gefühle bei den Wahlberechtigten aus. Nur sehr wenige können sagen,
       ob sie die Politiker:innen gut oder schlecht finden.
       
       Die fiktive Direktwahl
       
       Immerhin: Gäbe es eine Direktwahl des Ministerpräsidenten, würde die
       Mehrheit für Sven Schulze stimmen. Auch weil er nicht [7][Ulrich Siegmund
       von der AfD] ist. Überraschend: Siegmund kommt nicht mal bei den
       Anhänger:innen seiner eigenen Partei gut an und schneidet deutlich
       schlechter ab als die AfD insgesamt.
       
       Die Wählerwanderung
       
       In dieser Grafik wird man am Wahlabend die Wanderungen der Wähler:innen
       von und zu den einzelnen Parteien ablesen können.
       
       Die Wahlkreise
       
       Wer hat wo das Direktmandat gewonnen? Welche Partei lag bei den
       Zweitstimmen in der Wahlkreisen vorn? Auch diese Grafik wird erst am
       Wahlabend gefüllt.
       
       Die Hochburgen
       
       Wo haben die einzelnen Parteien besonders gut oder besonders schlecht
       abgeschnitten?
       
       Auch diese Grafik wird erst am Wahlabend mit Daten bespielt.
       
       19 Jun 2026
       
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   DIR Gereon Asmuth
       
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