# taz.de -- Gipfeltreffen in Évian: G7 festigen Paradigmenwechsel bei Entwicklungspolitik
> Die Zusammenarbeit mit dem Globalen Süden soll effizienter und effektiver
> werden. Dafür wollen die Industrienationen mehr privates Kapital nutzen.
IMG Bild: Die Entwicklungsorganisation Oxfam kritisiert die „Großköpfe“ der G7-Staats- und Regierungschef vor dem Gipfeltreffen in Évian
Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten wollen die
Entwicklungszusammenarbeit reformieren, heißt es in einer [1][gemeinsamen
Erklärung] von Dienstagabend. Sie soll effizienter und effektiver werden.
Im Kern wollen die Industrienationen mehr auf privates Kapital setzen, dass
über Garantien abgesichert wird, und „beidseitige Interessen“ stärker in
den Vordergrund stellen.
Damit schreiben die Industrienationen einen Paradigmenwechsel fort, der
bereits von den G7-Entwicklungsminister*innen beim Treffen in Paris im
April verabschiedet wurde. Auf explizite Verweise zu
Geschlechtergerechtigkeit und Klimaschutz wurde hierbei verzichtet, um die
USA unter Präsident [2][Trump nicht zu verlieren].
An erster Stelle der G7-Erklärung steht ein „Bekenntnis zur internationalen
Zusammenarbeit im Bereich der Entwicklungs- und Investitionsfinanzierung
als Motor für gemeinsamen Wohlstand“. Die Industrienationen betonen weiter
ihre „Bereitschaft, die am stärksten benachteiligten Menschen zu
unterstützen“.
## Mehr Transparenz bei Schulden
Bisherige Maßnahmen hätten wichtige Ergebnisse erzielt, führten aber zu
finanzieller Abhängigkeit externer Hilfe. Ziel sei nun „die Stärkung der
Eigenverantwortung der Länder und die Schaffung wachstumsfördernder
Anreize“. Ein „komplexer“ Apparat der Entwicklungszusammenarbeit führe
zudem zu Verschwendung von Ressourcen. Unter anderem wollen die
Industrieländer ärmere Staaten dabei unterstützen, eigene Ressourcen zu
mobilisieren, etwa über verbesserte Steuersysteme.
Im Hinblick [3][auf die Schuldenkrise] vieler Länder mit niedrigem und
mittlerem Einkommen wollen die G7 für mehr Transparenz und Austausch von
Daten über eine Initiative der Weltbank sorgen. Der bestehende Rahmen bei
der G20 zum Umgang mit hochverschuldeten Staaten soll verbessert und
ausgeweitet werden.
Ärmere Länder, die von „naturbedingten Schocks“ oder Konflikten betroffen
sind, sollen weiterhin Ressourcen in den Bereichen Gesundheit, Bildung,
frühkindliche Entwicklung oder Ernährungssysteme erhalten. Die G7-Staaten
haben im Jahr 2025 ihre Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit um rund ein
Viertel gekürzt.
17 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] https://www.elysee.fr/en/G7evian/2026/06/16/leaders-call-for-a-coordinated-response-to-the-bundibugyo-ebola-outrbreak
DIR [2] /Oxfam-zu-G7-Gipfel-in-Frankreich/!6187207
DIR [3] /Schuldenreport-2026/!6174611
## AUTOREN
DIR Leila van Rinsum
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