URI: 
       # taz.de -- Iran-Abkommen: Bundestag soll bald über Bundeswehr-Mandat entscheiden
       
       > Die G7-Staaten pochen auf kostenlose und freie Fahrt durch Straße von
       > Hormus. Zwei Minenjagdboote wurden bereits ins östliche Mittelmeer
       > verlagert.
       
   IMG Bild: Trump sucht Freiwillige für Einsatz am Golf: die Staatschefs der G7 beim Gipfel in Évian
       
       afp/rtr | Die G7-Staaten pochen ‌auf eine kostenlose und ‌freie Durchfahrt
       der Schiffe durch die Straße von Hormus. „Wir bekräftigen, dass das Recht
       auf uneingeschränkten und gebührenfreien Transitverkehr das Fundament des
       internationalen Handels bildet“, heißt es in einer auf dem [1][Gipfel der
       sieben größten westlichen Industriestaaten am Mittwoch im französischen
       Évian] veröffentlichten Erklärung. Die Gebührenfreiheit scheint ein noch
       offener Punkt in der Rahmenvereinbarung zwischen den USA und Iran zu sein,
       die am Freitag offiziell unterzeichnet werden soll.
       
       US-Präsident Donald Trump wird ausdrücklich [2][für ‌seine Rolle beim
       Zustandekommen der Rahmenvereinbarung gewürdigt]. Er hatte zusammen mit
       Israel vor mehr als drei Monaten den Krieg gegen Iran begonnen, in dessen
       Folge es durch die Sperrung der für den weltweiten Öltransport wichtigen
       Straße von Hormus zu erheblichen Preisanstiegen für Öl und Gas sowie
       [3][Dünger] kam. [4][Millionen Menschen drohte deswegen Hunger].
       
       Die G7 betonen zudem, dass die von Frankreich und Großbritannien angeführte
       „multinationale, unabhängige und defensive Initiative“ zur [5][Sicherung
       der Straße von Hormus] helfen könne, den Seeverkehr wieder aufzunehmen.
       
       Auch Deutschland ist nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz zu einer
       Teilnahme bereit und hat bereits zwei Minenjagdboote ins östliche
       Mittelmeer verlagert. Merz betonte allerdings, dass die Mandatsfrage –
       international und ‌national – noch geklärt werden müsse. Die Bundeswehr
       darf nur auf Grundlage eines Bundestagsmandats eingesetzt werden.
       
       ## Es braucht ein internationales Mandat
       
       Laut einem Spiegel-Bericht hat die Bundesregierung bereits einen Text für
       ein Bundestagsmandat für eine [6][Beteiligung an einem internationalen
       Militäreinsatz zur Sicherung der Straße von Hormus] vorbereitet. Nachdem
       das Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium den Text
       ausgearbeitet hätten, könne das Kabinett ihn bereits nächste Woche
       beschließen, wenn die Regierungsspitze bis dahin eine entsprechende
       politische Entscheidung treffe, hieß es am Mittwoch in einer Vorabmeldung
       des Spiegel. Die endgültige Entscheidung würde dann beim Bundestag liegen.
       Er müsste dem Einsatz mit einfacher Mehrheit zustimmen.
       
       Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bislang ein [7][internationales
       Mandat zur Voraussetzung für die Entsendung deutscher Soldatinnen und
       Soldaten] erklärt – vorzugsweise eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates.
       Ein schneller Beschluss des Gremiums über eine internationale
       Sicherungsmission ist derzeit aber nicht absehbar. Auch ein neues EU-Mandat
       oder eine Änderung bestehender EU-Mandate, die als Alternative infrage
       kommen, dürften nicht in wenigen Tagen zu bewerkstelligen sein.
       
       Die beteiligten Ministerien schlagen dem Bericht zufolge deswegen vor, sich
       auf eine am 11. März beschlossene UNO-Resolution zu stützen, die von
       Bahrain eingebracht worden war. Der Text bezieht sich demnach in mehreren
       Passagen auf die Straße von Hormus und bekräftigt, dass die
       UN-Mitgliedstaaten nach dem Völkerrecht das Recht haben, „ihre Schiffe
       gegen Angriffe und Provokationen, einschließlich solcher, die die Rechte
       und Freiheiten der Schifffahrt untergraben, zu verteidigen“.
       
       ## USA-Iran-„Deal“ soll Freitag unterzeichnet werden
       
       Die Bundesregierung halte diese Resolution für ausreichend als rechtlichen
       Anknüpfungspunkt für ein Bundestagsmandat, schreibt der Spiegel. Sie
       beabsichtige, eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr auf die Minenräumung
       zu beschränken. Andere mögliche Beiträge wie die Entsendung von Teams
       bewaffneter Spezialkräfte, die an Bord von zivilen Schiffen deren
       Sicherheit gewährleisten sollen, wären in dem Mandat nicht enthalten.
       
       Die USA und der Iran hatten [8][am Sonntag eine Vereinbarung zur Beendigung
       ihres Krieges erzielt], der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels
       begonnen hatte. Die Einigung soll am Freitag in einem Luxushotel nahe der
       Schweizer Stadt Luzern unterzeichnet werden. Vorgesehen ist unter anderem
       eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Region. Binnen 60 Tagen sollen
       Teheran und Washington ein abschließendes Friedensabkommen ausarbeiten.
       
       Iran dürfe keine Atomwaffen besitzen, wird in der Erklärung der G7-Staaten
       betont. Zugleich mahnen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien,
       Kanada, Japan und die USA, dass ⁠die Rahmenvereinbarung nur ein erster
       Schritt sei. „Wir unterstützen nachdrücklich ein robustes und umfassendes
       diplomatisches Folgeabkommen zu der von Präsident Trump ausgehandelten
       Absichtserklärung, das Frieden und Sicherheit für alle in der Region
       bringen kann.“ Bei den Verhandlungen müssten auch Beiträge „relevanter
       regionaler und ‌internationaler Partner“ einbezogen werden.
       
       ## G7 wollen Frieden im Libanon
       
       Weil Iran einen Friedensschluss auch an ein [9][Ende der Kämpfe zwischen
       Israel ⁠und der Hisbollah im Libanon] knüpft, rufen die G7 zu einer
       Entwaffnung der Miliz auf und betonen die „territoriale Integrität und
       Souveränität des Libanon mit den entsprechenden ‌internationalen
       Sicherheitsgarantien“. Dies richtet sich an die israelische Regierung, ‌die
       nach Beschuss durch die Hisbollah eine Schutzzone im Südlibanon
       eingerichtet hat. Bisher gilt als unklar, ob sich Israels Ministerpräsident
       Benjamin Netanjahu an die ausgehandelten Konditionen zwischen den ‌USA und
       Iran halten will. Bisher [10][gingen die israelischen ⁠Angriffe im Libanon
       weiter].
       
       17 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Gipfel-in-Evian/!6188234
   DIR [2] /G7-Gipfel-in-Evian/!6188130
   DIR [3] /Folgen-des-Irankriegs/!6180945
   DIR [4] /Hungerkrise-durch-Irankrieg/!6170846
   DIR [5] /-Nachrichten-im-Nahost-Krieg-/!6187771
   DIR [6] /Bundeswehr-in-der-Strasse-von-Hormus/!6170361
   DIR [7] /Oeffnung-der-Strasse-von-Hormus/!6172007
   DIR [8] /Iran-USA-Abkommen/!6183540
   DIR [9] /-Nachrichten-im-Nahost-Krieg-/!6188249
   DIR [10] /Krieg-zwischen-Israel-und-Hisbollah/!6188113
       
       ## TAGS
       
   DIR G7
   DIR G7-Gipfel
   DIR Schwerpunkt Iran-Krieg
   DIR Straße von Hormus
   DIR Bundeswehreinsatz
   DIR Friedrich Merz
   DIR Donald Trump
   DIR Schwerpunkt Iran-Krieg
   DIR Schwerpunkt Iran-Krieg
   DIR Schwerpunkt Nahost-Konflikt
   DIR G7-Gipfel
   DIR Reden wir darüber
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Hegseth droht Iran in der Atomfrage
       
       Nachdem Trump in Versailles überraschend das Abkommen mit Iran
       unterzeichnet hat, beginnen ab Freitag in der Schweiz die Gespräche über
       die Details
       
   DIR Bundesmarine in der Straße von Hormus: Deutsche Minenräumer als Zielscheibe
       
       Durch den Deal zwischen Trump und dem Mullah-Regime könnten bald deutsche
       Soldaten nach Hormus entsandt werden. Das wäre ein riskantes Manöver, um
       den USA Stärke vorzugaukeln.
       
   DIR Krieg zwischen Israel und Hisbollah: Und täglich grüßt die Waffenruhe
       
       Der Deal zwischen den USA und Iran beinhaltet eine Waffenruhe für Libanon.
       Dass die Waffen zwischen Hisbollah und Israel nun schweigen, ist
       unrealistisch.
       
   DIR G7-Gipfel in Évian: Eine Einigung, eine Forderung nach Einigung
       
       US-Präsident Trump nutzte den G7-Gipfel, um sich selbst für den Iran-Deal
       zu feiern. Zudem forderte er Gespräche zwischen Russland und der Ukraine.
       
   DIR Iran-USA-Abkommen: 1:0 für Teheran
       
       In gewohntem Größenwahn verkündet US-Präsident Trump das Friedensabkommen
       mit Iran. Dabei sind die Konsequenzen des Deals eine Katastrophe.