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       # taz.de -- Lukaschenko will vermitteln: Heiße Luft aus Minsk
       
       > Zu Kompromissen ruft der belarussische Präsident die Kriegsparteien auf.
       > Ein Ende der Kämpfe ist in seinem Interesse. Erreichen wird er es kaum.
       
   IMG Bild: Möchte gern weniger Sanktionen für sein isoliertes Land: Alexander Lukaschenko (Mitte links)
       
       Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ruft die Ukraine und
       Russland zur Kompromissbereitschaft auf, um den Krieg zu beenden.
       Begründung: Ein militärischer Sieg sei für beide Seiten unrealistisch. Dass
       Belarus in diesen Krieg hineingezogen werde, sei inakzeptabel. Und: Die
       Ukraine habe absolut keinen Grund, einen Angriff aus Belarus zu befürchten.
       Hat Lukaschenko Kreide gefressen oder wie sonst ist dieser Sinneswandel, so
       er einer ist, zu erklären?
       
       Lukaschenko ist einer der wenigen verbliebenen engen Verbündeten von
       Russlands Präsidenten Wladimir Putin – auch, weil er wirtschaftlich von
       Moskau abhängig ist. Zwar stellte Belarus Anfang 2022 russischen Truppen
       sein Territorium als Aufmarschgebiet zur Verfügung und [1][Moskau
       stationierte dort taktische Atomwaffen]. Gleichzeitig treibt Lukaschenko
       jedoch seit jeher die Angst um, sich auch „offiziell“ an diesem
       wahnwitzigen Unterfangen beteiligen zu müssen.
       
       Aus gutem Grund: Allen massiven staatlichen Repressionen gegen
       Kritiker*innen zum Trotz weiß er nur zu gut, dass ein Kriegseintritt an
       der Seite Russlands der belarussischen Gesellschaft nicht zu vermitteln
       ist. Hinzu kommt, dass der autokratische Langzeitherrscher je nach
       Konjunkturlage mit dem Westen flirtet, wenn es den eigenen Interessen
       dient. Zuletzt klappte das mit den USA ganz gut, als Lukaschenko mit der
       [2][Freilassung politischer Gefangener] die Aufhebung von US-Sanktionen
       erreichte.
       
       Hoffnungen hingegen, Lukaschenkos Vorstoß könnte einer Verhandlungslösung
       den Weg ebnen, gilt es zu dämpfen. Seit 2022 fanden drei Gesprächsrunden
       zwischen Vertretern Russlands und der Ukraine in Minsk statt. Die
       Ergebnisse waren überschaubar. Auch Lukaschenkos Friedensappell vom August
       2024 verhallte ungehört. Der entscheidende Punkt ist Moskau. Der Kreml hält
       unbeirrt an seiner für Kyjiw unannehmbaren Mindestforderung nach einer
       vollständigen [3][Abtretung des Donbass] fest. Daran wird auch Lukaschenko
       nichts ändern.
       
       17 Jun 2026
       
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