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       # taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Ukrainischer Präsident begrüßt G7-Zusagen
       
       > Die G7-Staaten wollen die ukrainische Luftverteidigung stärken und neue
       > Sanktionen gegen Russland verhängen. Trump stimmt laut Merz
       > Lizenzproduktion von US-Waffen zu.
       
   IMG Bild: Selenskyj vor der Arbeitssitzung zum Ukrainekrieg beim G7-Treffen in Évian: Begrüßung mit Ursula von der Leyen
       
       ## Selenskyi erfeut über Zusagen
       
       Beim G7-Gipfel in Frankreich hat die Ukraine laut Präsident Wolodymyr
       Selenskyj wichtige Zusagen für weitere Unterstützung in ihrem Abwehrkampf
       gegen Russland erhalten. Die Spitzenpolitiker der führenden
       Industrienationen versprachen, die ukrainische Luftverteidigung zu stärken,
       die Energieversorgung des Landes zu sichern und den internationalen
       wirtschaftlichen Druck auf Moskau zu erhöhen. „Der G7-Gipfel in Frankreich
       hat wichtige Ergebnisse für die Ukraine gebracht“, schrieb Selenskyj am
       Mittwoch auf der Plattform X. Vor allem sei eine weitere Stärkung der
       ukrainischen Luftverteidigung vereinbart worden. „Unsere Partner werden
       unsere Verteidigung und unsere Widerstandsfähigkeit im Energiebereich
       unterstützen.“ Selenskyj erklärte zudem, dass neue Sanktionen gegen Moskau
       verhängt würden.
       
       Die G7-Staaten gratulierten in einer gemeinsamen Erklärung der Ukraine
       [1][zu militärischen Erfolgen] und sicherten Kiew ihre Unterstützung zu.
       „Wir würdigen die Ukraine für ihre Widerstandskraft und ihre Fortschritte
       auf dem Schlachtfeld in den vergangenen Monaten“, hieß es in der
       Mitteilung. Im Widerstand herrsche nun eine neue Dynamik. Nach Einschätzung
       westlicher Vertreter und Analysten hat sich die militärische Leistung der
       Ukraine im Kampf gegen das zahlenmäßig überlegene russische Militär in den
       vergangenen Monaten deutlich verbessert.
       
       Der Ukraine mangelt es jedoch an Patriot-Luftabwehrraketen aus
       US-Produktion, unter anderem, weil die US-Bestände durch den Krieg gegen
       Iran reduziert wurden. In der G7-Erklärung wurde der Ukraine mehr [2][Hilfe
       bei der Luftverteidigung] zugesagt, ohne jedoch die Art der Waffen zu
       nennen. Die Staats- und Regierungschefs kündigten zudem an, eine
       Lizenzvergabe an die Ukraine für die Produktion westlicher Waffen zu
       prüfen. Kyjiw hat um Genehmigungen gebeten, Patriot-Raketen selbst
       herzustellen. (ap)
       
       ## Ukrainische Drohne schlägt in Reisebus mit Kindern ein
       
       Beim Einschlag einer Drohne in den Bus einer Schülermannschaft in der
       westrussischen Region Brjansk ist nach offiziellen Angaben eine Frau
       getötet worden. Sieben Personen, darunter fünf Kinder, seien ins
       Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das russische
       Gesundheitsministerium mit. Insgesamt sollen in dem Reisebus 44 Personen
       gesessen haben, darunter 28 Kinder einer Fußballmannschaft aus dem
       belarussischen Gomel. Der Bus war demnach zum Badeort Gelendschik an der
       russischen Schwarzmeerküste unterwegs. Die Region Brjansk liegt an der
       Grenze zur Ukraine. Das ukrainische Militär beschießt Fahrzeuge in der
       Region intensiv mit Drohnen. Ziel ist es, den Nachschub russischer
       Invasionstruppen in der Ukraine zu behindern. Allerdings haben ukrainische
       Drohnen dabei auch schon mehrfach zivile Opfer gefordert.
       
       Das Außenministerium in Minsk verurteilte den Angriff als „terroristischen
       Akt gegen die Zivilbevölkerung“ und forderte eine Erklärung für den
       Vorfall. Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach ebenfalls von
       einem Terrorangriff und warf der ukrainischen Führung vor, „Jagd auf
       friedliche Bürger und insbesondere Kinder zu machen“. Gleichzeitig wurden
       in dem seit mehr als vier Jahre währenden Krieg nach Angaben des
       UN-Kinderhilfswerks (Unicef) mehr als 3.400 Kinder in der Ukraine durch
       russische Angriffe verletzt oder getötet. (dpa)
       
       ## Merz: Trump hat Lizenzproduktion von US-Waffen für Ukraine zugestimmt
       
       Die G7-Staaten wollen Engpässe bei der Versorgung der Ukraine mit Waffen
       über die Vergabe von Produktionslizenzen beseitigen. Es gehe dabei „um
       umfassende Lizenzerteilungen, auch von amerikanischen Unternehmen“ an
       europäische und ukrainische Hersteller, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz
       (CDU) am Mittwoch beim G7-Gipfel in Évian. Er sei US-Präsident Donald Trump
       „sehr dankbar“, der hier „wirklich ein hohes Maß an
       Kooperationsbereitschaft“ gezeigt habe. Die Möglichkeit der Produktion von
       Waffen in Lizenz war schon in der während der Nacht veröffentlichten
       Gipfelerklärung zur Ukraine angesprochen worden. „Wir sind zudem bereit,
       eine Ausweitung der Lizenzen an die Ukraine in Betracht zu ziehen, um eine
       Steigerung der militärischen Produktion in der Ukraine zu ermöglichen“,
       hieß es dort.
       
       „Wir alle haben das Problem, dass wir zurzeit zu wenig produzieren, und das
       kann durch Lizenzerteilungen an Unternehmen ausgeglichen werden, die diese
       Produktionskapazitäten haben“, erläuterte Merz. Dies seien „eben auch
       europäische und das sind auch ukrainische“. Angaben dazu, um welche Art von
       Waffensystemen es gehen könnte, wurden nicht gemacht. Die Ukraine leidet
       aber vor dem Hintergrund massiver russischer Angriffe vor allem unter
       akuten Engpässen bei Luftabwehrraketen. Durch den Irankrieg wurde die
       Verfügbarkeit etwa von US-Raketen für das Patriot-Abwehrsystem in den
       vergangenen Monaten weiter eingeschränkt.
       
       Einzelne Gipfelteilnehmer verwiesen aber auch auf die mögliche Produktion
       von Langstreckenwaffen über Lizenzen. „Wir werden im Rahmen von
       Lizenzvereinbarungen nicht nur Luftabwehrsysteme, sondern auch Fähigkeiten
       für weitreichende Angriffe produzieren“, hieß es aus Diplomatenkreisen beim
       G7-Gipfel. Die Ukraine greift schon jetzt mit selbst produzierten
       Langstreckenraketen und -drohnen immer wieder Ziele an, die weit im
       russischen Staatsgebiet liegen. (afp)
       
       ## Ukraine: Tanker der russischen Schattenflotte attackiert
       
       Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben einen Tanker der
       russischen Schattenflotte im Schwarzen Meer angegriffen. Bei dem Schiff
       handele es sich um den Tanker „Fina A“, teilt der ukrainische Generalstab
       auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Das Ziel sei erfolgreich
       getroffen worden, das Ausmaß der Schäden werde noch ermittelt. Zudem seien
       zwei Straßenbrücken in von Russland besetzten Gebieten attackiert worden.
       Dabei handele es sich ‌um eine Straßenbrücke über den Nord-Krim-Kanal nahe
       der Siedlung Stawky sowie eine weitere Brücke nahe Wojinka im besetzten
       Teil der südlichen Region Cherson. Mit der sogenannten Schattenflotte
       versucht Russland, die westlichen Sanktionen zu umgehen und sein Öl auf dem
       Weltmarkt zu verkaufen. Dabei kommen oft veraltete Tanker mit unklaren
       Besitzverhältnissen zum Einsatz, die auch eine Gefahr für die Umwelt
       darstellen können. (rtr)
       
       ## IEA: Russische Ölförderung wegen ukrainischer Angriffe gesunken
       
       Die russische Ölförderung ‌ist nach Angaben der Internationalen
       ‌Energieagentur (IEA) im vergangenen Monat [3][wegen verstärkter
       ukrainischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur] um rund 5 Prozent im
       Vergleich zum Vorjahr gesunken. Sie belief sich auf 8,7 Millionen Barrel
       pro Tag und lag damit 10 Prozent unter der Zielvorgabe für Mai, wie die IEA
       am Mittwoch mitteilte. Die Ukraine greife mit Langstreckendrohnen
       inzwischen auch weiter im russischen Landesinneren gelegene Fördergebiete
       an, hieß es im Monatsbericht der in Paris ansässigen Agentur, die
       Industriestaaten ‌in Energiefragen berät. Wegen der Angriffe senkte die IEA
       ihre Prognose für die russische Rohölförderung in diesem Jahr um 200.000
       Barrel auf täglich 8,95 Millionen Barrel. (rtr)
       
       ## Bundesregierung: Russland kann Krieg nicht gewinnen
       
       Die schwindenden militärischen Aussichten Russlands im Ukrainekrieg machen
       nach Einschätzung der Bundesregierung Friedensverhandlungen
       wahrscheinlicher. „Russland kann diesen Krieg militärisch nicht gewinnen.
       Das wird immer deutlicher“, sagt ein Regierungssprecher in Berlin. Die
       Bundesregierung wolle gemeinsam mit den ‌G7-Partnern diese Dynamik nutzen,
       um einen neuen Anlauf für ernsthafte Friedensgespräche zu nehmen. Russland
       zeige bisher jedoch keine Verhandlungsbereitschaft. (rtr)
       
       ## Mindestens ein Toter bei russischem Angriff in ukrainischer Stadt
       Saporischschja
       
       Bei einem russischen Drohnenangriff in der Stadt Saporischschja im Südosten
       der Ukraine ist nach Angaben von Rettungsdiensten mindestens ein Mensch
       getötet worden. Sieben weitere Menschen seien bei dem Angriff verletzt
       worden, teilte der ukrainische Rettungsdienst am Mittwoch im Onlinedienst
       Telegram mit. In verschiedenen Teilen der Stadt wurden den Behörden zufolge
       Wohngebäude, Autos und zivile Infrastruktur beschädigt. In einem
       dreistöckigen Wohnhaus brach infolge des Angriffs ein Feuer aus, wie der
       Rettungsdienst weiter mitteilte. Der Brand sei in den frühen Morgenstunden
       unter Kontrolle gebracht worden. (afp)
       
       17 Jun 2026
       
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