# taz.de -- Abkommen zwischen den USA und Iran: Die Mullahs haben gewonnen
> In jedem einzelnen Punkt konnte sich die Islamische Republik durchsetzen.
> Trump, der den Krieg angezettelt hat, interessiert der genaue Inhalt des
> Abkommens eh nicht.
IMG Bild: Mit der unterzeichneten Absichtserklärung hat der Iran Donald Trump erstmal zum Schweigen gebracht
Man muss dem Regime der Islamischen Republik Iran eigentlich gratulieren.
Die von den USA und Iran unterzeichnete Absichtserklärung, [1][die
Präsident Massud Peseschkian nun auf dem Nachrichtendienst X veröffentlicht
hat,] ist eine Kapitulation der USA. Die damit nicht nur sich selbst in den
Staub zu Füßen Teherans werfen, sondern auch gleich die westlich
orientierten Staaten der gesamten Region mitziehen.
In jedem einzelnen Punkt konnte sich die Islamische Republik durchsetzen:
Kontrolle über die Straße von Hormus? Sofort nach Unterzeichnung müssen die
USA mit dem Abbau ihrer Seeblockade beginnen, Iran aber lediglich
„Arrangements“ treffen zur „sicheren Passage von Handelsschiffen“, ohne
dafür Gebühren zu verlangen. Allerdings nur für 60 Tage, so steht es
explizit im Abkommen. Das heißt im Umkehrschluss wohl: Ab Mitte August darf
Teheran dafür Gebühren kassieren.
Nächster Punkt: der Wiederaufbau. Die Islamische Republik hat in den
benachbarten arabischen Golfstaaten in diesem Krieg ordentlich gewütet –
und neben menschlichem Leid auch hohen wirtschaftlichen Schaden
angerichtet: Auf ü[2][ber 200 Milliarden US-Dollar] beziffert sich dieser
wohl, und diese Schätzung stammt noch aus dem April. Muss Teheran dafür
aufkommen? Natürlich nicht. Die USA und ihre „regionalen Partner“ sollen
wiederum mindestens 300 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau und die
ökonomische Entwicklung“ Irans aufbringen, so steht es in der
Absichtserklärung.
## Who cares?
Und die Sanktionen gegen Iran? Die werden ohne Gegenleistung gestrichen –
wie schnell, soll noch besprochen werden. Ausnahmegenehmigungen für den
Export von Öl und auf Öl basierenden Gütern werden sofort ausgestellt. Was
überhaupt nicht in der Absichtserklärung vorkommt, sind die von Iran
unterstützten Milizen im Libanon, Jemen, in den palästinensischen Gebieten
und im Irak, außerdem das Raketenprogramm, das die Nachbarstaaten bedroht –
wie eindrücklich in diesem Krieg bewiesen wurde. Who cares? Der
US-Präsident jedenfalls nicht. Selbst der Passus zum Atomprogramm fällt
äußerst mager aus: Iran werde keine Atombombe „produzieren oder
entwickeln“. Das soll ausreichen.
Als Iran und die USA im November 2013 das Interimsabkommen zum Atomdeal
unterzeichneten, twitterte Trump: „Was für ein mieser Deal, den wir mit dem
Iran abgeschlossen haben. Wir bekommen nichts (außer Spott über unsere
Dummheit). Die bekommen alles, einschließlich Aufschub und jede Menge
Geld.“ Hätte Trump doch nur auf Trump gehört.
18 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] https://x.com/drpezeshkian/status/2067558274568749334?s=20
DIR [2] https://arabcenterdc.org/resource/protection-or-vulnerability-gulf-sovereign-wealth-funds-and-the-iran-war/
## AUTOREN
DIR Lisa Schneider
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