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       # taz.de -- Linkspartei und Nahostkonflikt: Schwerdtner geht auf Distanz zur Linksjugend
       
       > „Israel verrecke“, Stalin- und Mao-Verherrlichungen: Äußerungen von
       > Funktionären des Linke-Jugendverbands sorgen vor dem Bundesparteitag für
       > Aufregung.
       
   IMG Bild: Fahne der Linksjugend bei einer Demonstration in Solingen, Nordrhein-Westfalen
       
       afp | Nach einem Bericht über Äußerungen aus den Reihen der Linksjugend
       Solid zur DDR, zum Stalinismus und zu Israel grenzt sich die Parteispitze
       der Linken scharf ab. „Wir distanzieren uns auf das Entschiedenste von
       diesen Inhalten“, sagte [1][Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner] auf
       Anfrage. Auch mehrere Landespolitiker reagierten entsetzt.
       
       Der Bayerische Rundfunk hatte berichtet, Funktionäre der Linksjugend hätten
       sich positiv über den früheren sowjetischen Diktator Josef Stalin, [2][den
       ehemaligen chinesischen Staatschef Mao Zedong] und die DDR geäußert.
       Zitiert wurden Äußerungen wie „Lang lebe Stalin“ und „Lang lebe Honecker“
       aus einem internen Forum von Solid.
       
       Überdies hätten [3][Solid-Funktionäre im internen Forum mit Blick auf den
       Gaza-Krieg] von „israelischen Konzentrationslagern“ und einem „israelischen
       Genozid im Namen des Judentums“ geschrieben, meldete der BR. Im Forum sei
       das Bild einer israelischen Flagge und „Israel verrecke“ gepostet worden.
       
       ## „Mit dem Stalinismus gebrochen“
       
       Schwerdtner sagte: „Wir sind im Gespräch mit der Linksjugend, um den
       Hintergrund der kolportierten Vorwürfe aufzuklären und auf Konsequenzen zu
       drängen.“ Es sei gut, dass sich die Linksjugend von den Geschehnissen
       distanziert habe.
       
       Die Linke verwies auf eine Erklärung von Solid. Darin heißt es: „Nicht jede
       Äußerung einzelner Mitglieder oder Strukturen stellt eine Position des
       Gesamtverbandes dar.“ Die Linksjugend lehne „die DDR und vergleichbare
       Systeme aufgrund fehlender demokratischer Strukturen, massiver
       Einschränkungen von Grund- und Freiheitsrechten sowie staatlicher
       Repression klar ab“.
       
       Weiter schreibt Solid mit Blick auf den „Westasien-Konflikt“: „Jede Form
       von Antisemitismus, Rassismus, Entmenschlichung oder Vertreibungsfantasien
       lehnen wir entschieden ab.“
       
       Schwerdtner stellte für die Linke klar: „Wir als Partei haben [4][klar mit
       dem Stalinismus gebrochen] und verurteilen antisemitische und
       menschenverachtende Positionen. Wir erwarten von allen unseren Mitgliedern,
       dass sie diese Grundsätze teilen. Wer das anders sieht, hat bei uns keinen
       Platz.“
       
       ## „Völlig inakzeptabel“
       
       Die Linken-Landesvorsitzenden in Berlin, Kerstin Wolter und Maximilian
       Schirmer, forderten Konsequenzen: „Die Äußerungen aus dem Jugendverband
       sind nicht nur komplett daneben, sondern auch beschämend. Völlig
       inakzeptabel ist für uns jede Dämonisierung oder Infragestellung des
       Staates Israel.“ Antisemitismus habe weder bei Solid noch in der Linken
       einen Platz.
       
       Der Thüringer Linken-Fraktionschef Christian Schaft sagte in Erfurt, er
       erwarte deutlichen Widerspruch auf dem [5][Bundesparteitag, der am Freitag
       in Potsdam] beginnt. „Ich bin beschämt und maßlos enttäuscht“, sagte
       Schaft. „Weder antisemitische Hetze noch diese Verherrlichung von Stalin
       und Mao – das darf keinen Platz haben.“
       
       ## Immer wieder Ärger
       
       Mitglieder der Linksjugend hatten schon mehrfach Kritik auf sich gezogen.
       Im November distanzierten sich Schwerdtner und Co-Chef Jan van Aken von
       einem [6][Beschluss des Solid-Bundeskongresses], der von einem „kolonialen
       und rassistischen Charakter des israelischen Staatsprojekts“ sprach. Im
       Februar entzog das Landesschiedsgericht der Thüringer Linken einer
       Solid-Bundessprecherin die Mitgliederrechte für zwei Jahre. Sie hatte in
       einem Video mit Bezug zum Gaza-Krieg gesagt: „Das ist der Holocaust.“
       Später nannte sie die Äußerung falsch.
       
       Solid hat nach eigenen Angaben 14.300 aktive Mitglieder. Sie ist mit
       Delegierten auf dem Bundesparteitag vertreten. Die Linkspartei zählt
       derzeit insgesamt rund 126.000 Mitglieder.
       
       18 Jun 2026
       
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