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       # taz.de -- Studie zu medizinischer Betreuung: Psychisch kranke Geflüchtete weiter massiv unterversorgt
       
       > Keine vier Prozent der traumatisierten Asylbewerber*innen bekommen
       > Therapie, zeigt ein Bericht. Auf dem Land ist die Lage besonders
       > dramatisch.
       
   IMG Bild: Jede*r dritte Geflüchtete leidet an posttraumatischen Störungen
       
       Nur sehr wenige Geflüchtete bekommen die psychologische Hilfe, die sie
       brauchen. Das zeigt [1][ein neuer Bericht] der psychosozialen Zentren
       (PSZ), die versuchen, sich um die Betroffenen zu kümmern.
       
       Demnach gelang es den Zentren mit ihren begrenzten Ressourcen im
       vergangenen Jahr, nur 30.000 Geflüchtete zu erreichen – das sind weniger
       als vier Prozent aller Hilfsbedürftigen. Die Wartezeit auf einen
       Therapieplatz lag bei fast acht Monaten.
       
       Expert*innen gehen davon aus, das jede*r dritte Geflüchtete an
       posttraumatischen Störungen leidet, die häufig [2][mit belastenden
       Erfahrungen auf der Flucht oder im Herkunftsland zu tun haben]. Die ersten
       drei Jahre in Deutschland sind viele Asylbewerber*innen weitgehend vom
       regulären Gesundheitssystem ausgeschlossen, nur die Behandlungskosten für
       akute Beschwerden übernimmt der Staat. Und selbst wenn von den Sozialämtern
       doch eine Therapie bewilligt wird, stehen die Betroffenen vor großen
       Hürden.
       
       Auf diese Hürden beim Gesundheitszugang legt der neue Bericht den
       Schwerpunkt, insbesondere die Lage auf dem Land ist Thema, wo die
       Versorgung für viele Geflüchtete noch einmal schlechter ist als in Städten.
       Weil Asylbewerber*innen ihren Wohnsitz oft nicht frei wählen dürfen,
       sind sie den geografischen Unterschieden weitgehend ausgeliefert.
       
       ## Es fehlt auch Geld
       
       In ländlichen Regionen bilden laut Bericht „fehlende Therapieplätze,
       Ausgrenzung, Isolation, lange Anfahrtswege, unzureichender Nahverkehr und
       fehlende spezialisierte Angebote“ eine hohe Hürde für Geflüchtete, die
       psychologische Hilfe brauchen. Dies führt zu den Problemen, die es überall
       gibt: etwa der Mangel an Übersetzer*innen, nicht sensibilisierten
       Therapeut*innen oder mangelnde Orientierung der Betroffenen im
       komplizierten deutschen Gesundheitssystem.
       
       Auch die Überlastung des Gesundheitssystems an sich ist ein Problem. Hanna
       Thorwarth, vom Zentrum Refugio Thüringen sagt: „Dass die therapeutischen
       Kolleg*innen im Regelsystem sich denken: Therapie mit Übersetzung, das
       habe ich nicht gelernt und meine Warteliste ist sowieso voll, das schaffe
       ich nicht – ist verständlich.“ Ergebnis sei aber der weitgehende Ausschluss
       Geflüchteter aus dem Hilfssystem für psychisch Kranke.
       
       Die bundesweit 50 psychosozialen Zentren versuchen beides auszugleichen:
       den weitgehenden Ausschluss der Geflüchteten vom Gesundheitssystem genauso
       wie die großen Hürden, falls das Sozialamt doch eine Behandlung genehmigt.
       Finanziert werden die Zentren überwiegend von staatlichen Stellen,
       allerdings nur unzureichend und vor allem ohne dauerhafte gesetzliche
       Basis. Die finanzielle Situation der Zentren kann sich damit von einem Jahr
       zum anderen drastisch ändern, sie agieren also oft in prekären
       Verhältnissen.
       
       Zur Verbesserung der psychologischen Versorgung fordern die Autor*innen
       des Berichts, nicht nur die Finanzierung der Zentren langfristig zu sichern
       und auszubauen, sondern auch, allen Geflüchteten Zugang zum regulären
       Gesundheits- und Krankenversicherungssystem zu ermöglichen. Es brauche
       Fortbildungen für Therapeut*innen und anderes Personal sowie einen
       Rechtsanspruch auf Übersetzung in den Therapiesitzungen.
       
       18 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.baff-zentren.org/aktuelles/versorgungsbericht-2026-fokus-laendlicher-raum/
   DIR [2] /Traumareferentin-zu-Aschaffenburg/!6064606
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Frederik Eikmanns
       
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