# taz.de -- Spitzenkandidat*innen vor der Wahl: Wo ist Kai Wegner?
> Bei Diskussionen der Spitzenkandidat*innen treffen oft Elif Eralp,
> Werner Graf und Steffen Krach aufeinander. Wegner lässt sich meist
> vertreten.
IMG Bild: Gesucht: Kai Wegner
Es war direkt zu Beginn ein kleiner Lacher bei der Diskussionsrunde zur
Berliner Bildungspolitik. „Ich rufe als Erstes auf die Bühne Kai Wegner –
vertreten durch Katharina Günter-Wünsch“, [1][sagte die Moderatorin]. Mit
kleiner Kunstpause nach „Wegner“. Denn das Berliner Bildungsbündnis hatte
die Spitzenkandidat*innen der jeweiligen Parteien eingeladen, ihre
Forderungen für gerechtere Bildung in Berlin zu diskutieren.
Unter der Überschrift „Bildungspolitik in Berlin – Was muss sich ändern?“
stellten sich Steffen Krach, Spitzenkandidat der SPD, Elif Erlap,
Spitzenkandidatin für die Linke, Werner Graf, Spitzenkandidat für Bündnis
90/Die Grünen und die amtierende Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch
(CDU) den detaillierten Fragen zu Inklusion, Bildungsgerechtigkeit und
Demokratiebildung.
Eingeladen hatte das Bündnis ausdrücklich Wegner, der allerdings seine
Fachsenatorin schickte – die viel Wissen und Wumms mitbrachte. Ein
Einzelfall?
Schon bei einer Diskussion [2][über die Zukunft von Kunst und Kultur in
Berlin] saß statt Wegner der Finanz- und inzwischen auch Kultursenator
Stefan Evers (CDU) neben Eralp, Krach und Graf auf dem Podium. Und wenn
[3][am kommenden Mittwoch die Spitzenkandidat*innen von SPD, Linke
und Grünen über Strategien gegen Antisemitismus] diskutieren, lässt Wegner
sich durch die amtierende Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) vertreten.
Manchmal bleibt der Platz der CDU auch ganz leer: [4][In der Einladung zur
Konferenz der Personalräte] am kommenden Montag, bei der zum Abschluss
wieder die Spitzenkandidat*innen zur Abgeordnetenhauswahl von Bündnis
90/Die Grünen, den Linken und der SPD aufeinandertreffen, heißt es:
„Seitens der CDU konnte die Teilnahme leider nicht zugesagt werden.“ Die
Personalräte wollen sich über Arbeit im Wandel, KI und Digitalisierung
austauschen.
## Klar, dass Krach keine Bühne auslässt
„Wegner fehlt öfter mal“, heißt es denn auch aus dem Umfeld der drei
anderen Spitzenkandidat*innen. Und andererseits ist auch klar, dass Steffen
Krach (SPD) derzeit jede Bühne mitnimmt, da er als einziger in der Runde
nicht mit Auftritten im Abgeordnetenhaus glänzen kann.
Kunst und Kultur, Bildung, Antisemitismusprävention und Zukunft der Arbeit:
Bei all diesen Themen scheint Wegner die Kompetenz eher bei anderen zu
sehen. Als Regierender hat er natürlich auch viel anderes zu tun, so
[5][kam ihm etwa bei der Bildungspolitikrunde ein Grußwort beim Sommerfest
der Handwerkskammer] dazwischen. Ansonsten steht auch viel Olympia in
seinem Kalender.
Dort und wohl auch im Themenbereich Schrebergärten scheint Wegner sich
sicher zu fühlen und Prioritäten zu setzen: Zur Podiumsdiskussion des
„Landesverbands der Gartenfreunde“ über die Frage „Wie weiter mit der
Kleingartenentwicklung in Berlin“ hat sich diesmal auch der Spitzenkandidat
der CDU angekündigt.
„Eine kleine Podiumsfamilie“ hatte der Moderator Eralp, Graf und Krach bei
der Diskussion zur Bildung genannt und festgestellt, dass sie inzwischen
wohl schon zehn-, elfmal in dieser Konstellation zusammengesessen hätten.
Gut möglich, dass diese Kernfamilie auch nach der Wahl in der
Dreierkonstellation weiterdiskutiert – mit dem Unterschied, dass Wegner
dann nicht mal mehr eingeladen ist.
19 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] https://youtu.be/nvHSnFv6GBQ?t=294
DIR [2] /Berliner-Kulturpolitik/!6182498
DIR [3] https://www.eventbrite.de/e/worte-oder-wirkung-konzepte-der-parteien-gegen-antisemitismus-in-berlin-tickets-1989094857263?aff=oddtdtcreator
DIR [4] https://www.berlin.de/hpr/veranstaltungen/hpr-konferenz-2026/einladung-hpr_konferenz-2026.pdf?ts=1773980448
DIR [5] https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/termine/
## AUTOREN
DIR Uta Schleiermacher
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