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       # taz.de -- AfD-Politiker unterstützt CDU: Eine angebräunte Spende
       
       > Ein AfD-Kommunalpolitiker spendet an die CDU. Für die Partei ist das
       > okay, denn schließlich ist der Spender eigentlich parteilos und sogar für
       > die CDU aktiv.
       
   IMG Bild: Noch alle Tassen im Schrank, CDU Thüringen?
       
       „Unternehmen Sicherheit“, so lautet das Motto der „[1][Böwe Security und
       Eventservice UG & Co. KG“]. Die Geschäfte der im thüringischen Schmalkalden
       angesiedelten Firma scheinen gut zu laufen. Denn Geschäftsführer Frank Böwe
       spendete der CDU vor zwei Jahren 11.200 Euro. [2][Im Rechenschaftsbericht
       des Bundestags 2024] taucht die Spende auf.
       
       In Thüringen ist der ausgebildete Bodyguard aber nicht allein für die CDU
       kommunalpolitisch aktiv, er ist auch bei der AfD engagiert. „Verrät die CDU
       Thüringen die Werte der Union?“, fragt Katharina König-Preuß,
       Landtagsabgeordnete der Linken in Erfurt.
       
       Schon vor der anhaltenden Debatte um die Brandmauer der CDU zur AfD fiel
       Böwes Zweigleisigkeit auf. [3][Vor zwei Jahren bewarb er sich bei der
       Kommunalwahl] um den Wiedereinzug in den Stadtrat von Ruhla und um einen
       Sitz im Kreistag des Wartburgkreises. In Ruhla trat der Geschäftsführer auf
       Platz 10 der CDU-Liste an, für den Kreistag kandidiert er auf Platz 22 der
       AfD-Liste. Mit Erfolg. Bis heute sitzt Böwe für beide Parteien in Stadt-
       und Kreisrat.
       
       Gegenüber der AfD besteht in der CDU eigentlich ein
       Unvereinbarkeitsbeschluss. Der damalige Sprecher des CDU-Landesverbands
       hatte 2024 gegenüber der taz jedoch erklärt, dass die Doppelfunktion
       bekannt sei und „intern“ überprüft werde.
       
       ## In der CDU sehr geschätzt
       
       „Er ist nicht Mitglied der CDU“, betont der jetzige Pressesprecher, Creon
       Rinas gegenüber der taz am Telefon. Über den Kommunalpolitiker mit
       zweifachem Partei-Engagement scheint die CDU ansonsten nicht gern sprechen
       zu wollen. Innerhalb der CDU sollen Gespräche gelaufen sein, die jedoch
       keine Konsequenzen hatten. Denn in Ruhla würden die CDU-Mitglieder Böwe
       sehr schätzen.
       
       Schon lange ist Böwe Bodyguard in der Sicherheitsbranche. 1995 gründete er
       den Firmenvorläufer „SBS Sicherheitsdienst“. Ab 2000 sollen 150.000 Euro
       Investitionen in das Unternehmen geflossen sein. Das Portfolio wurde
       erweitert von Doorman- und Detektivleitungen bis zu Eventequipment und
       Ausschanktechnik. Pro Jahr begleite die UG & Co. KG nach eigenen Angaben
       350 Veranstaltungen, 120 Mitarbeitende wären in Voll- oder Teilzeit
       jährlich beschäftigt. Aus der kommunalen Verwaltung, von persönlichen
       Haushalten und aus der privaten Wirtschaft sollen die Aufträge kommen. Über
       ihre Referenzen geben sie aber nur nach „Anfrage Auskunft“, schreibt das
       Unternehmen auf seiner Website.
       
       2024 spendete Böwe an die CDU. Nicht jedoch an die AfD, der Bericht des
       Bundestages enthält zumindest keinen diesbezüglichen Vermerk. Allerdings
       müssen Parteien Spenden erst ab einer Summe von 10.000 Euro anzeigen. Eine
       Nachfrage der taz zur Spende an die CDU blieb in dem gesetzten Zeitrahmen
       von Böwe unbeantwortet. Bereits 2024 antwortet der Parteilose auf
       taz-Anfrage nicht zu seinem politischen Engagement bei CDU und AfD.
       
       ## Ist die CDU käuflich?
       
       Entscheidend sei nicht das Parteibuch, sondern dass ein CDU-Mandatsträger
       auch für die AfD ein kommunales Mandat verfolge, betont König-Preuß. Für
       11.000 Euro kneife die CDU „das rechte Auge auch gern mal zu“, sagt die
       Linken-Abgeordnete. Das erwecke den Eindruck, „dass politische Nähe zur
       extremen Rechten verhandelbar wird, wenn nur genügend Geld fließt“.
       
       Und sie erinnert an den CDU-Unvereinbarkeitsbeschluss von 2018. Hier
       erklärt die CDU selbst: „Zwischen Union und AfD kann es nur klare Kante und
       schärfste Abgrenzung geben. Koalitionen oder irgendeine andere Art der
       Zusammenarbeit sind für aufrechte Christdemokraten ausgeschlossen. Das wäre
       ein Verrat an unseren christdemokratischen Werten.“
       
       „Die CDU versucht sich erneut herauszuwinden, anstatt klare Kante gegen die
       AfD zu zeigen“, sagt König-Preuß.
       
       18 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://boewe-sicherheit.de/
   DIR [2] https://dserver.bundestag.de/btd/21/041/2104150.pdf
   DIR [3] /Brandmauer-der-CDU-Thueringen/!6015776
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Andreas Speit
       
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