# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: Iran schließt Straße von Hormus wegen neuer Gefechte im Libanon
> Der Libanon meldet mindestens 16 Tote nach israelischen Angriffen. Israel
> gibt Hisbollah die Schuld. US-Sondergesandter Steve Witkoff reist in die
> Schweiz zu Iran-Gesprächen.
IMG Bild: Auf der Flucht im Stau: Zahlreiche Libanes:innen waren am Freitag mit ihren Autos aus dem Südlibanon nach Beirut geflüchtet
Iran gibt erneute Schließung der Straße von Hormus bekannt
afp | Das zentrale Militärkommando Irans hat am Samstag die erneute
Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus bekannt gegeben.
„Hiermit wird bekannt gegeben, dass die Straße von Hormus für den
Schiffsverkehr geschlossen wird“, hieß es in einer vom Staatsfernsehen
verbreiteten Mitteilung des Militärkommandos. Dies geschehe in Reaktion auf
die fortgesetzten Angriffe Israels im Südlibanon, die eine Verletzung des
mit den USA getroffenen Rahmenabkommens zur Beendigung des Irankrieges
bedeuteten.
Mindestens 16 Tote durch Israels Angriffe im Libanon
rtr | Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Angaben des
libanesischen Zivilschutzes mindestens 16 Menschen getötet worden. Zuvor
war noch von zehn Toten die Rede. [1][Trotz der seit Freitagnachmittag
geltenden Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel hätten
israelische Kampfflugzeuge und Drohnen mehrere Ziele im Süden des Libanons
und im Bekaa-Tal angegriffen], meldet die libanesische Nachrichtenagentur
NNA.
Israel will Waffenruhe einhalten, schießt aber
rtr | Das israelische Militär hält nach eigener Darstellung an der
Waffenruhe mit der Hisbollah-Miliz im Libanon fest. Man werde aber auch
künftig gegen jede Bedrohung Israels und seiner Streitkräfte vorgehen,
teilt das Militär mit. Die Hisbollah habe in der Nacht mehr als 50
Geschosse auf israelische Truppen im Südlibanon abgefeuert.
## Hisbollah will Waffenruhe einhalten, schießt aber
rtr | Die radikal-islamische Hisbollah-Miliz hat nach eigenen Angaben
israelische Truppen im Süden des Libanons angegriffen. Diese seien in der
Nacht in Richtung eines Gebietes nahe der Stadt Nabatieh vorgerückt,
erklärt die mit Iran verbündete Miliz. Sie werde sich zwar an die seit
Freitagnachmittag geltende Waffenruhe halten. Sie werde aber nicht zögern,
jeden Versuch Israels, Territorium im Libanon zu erobern, zu bekämpfen.
Nabatieh gilt als Hochburg der Hisbollah.
Libanesische Medien melden fünf Tote bei israelischen Angriffen
afp | Trotz der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und der
Hisbollah-Miliz hat die israelische Armee nach Angaben aus Beirut neue
Luftangriffe auf Ziele im Süden des Libanon geflogen. Fünf Menschen seien
dabei getötet worden, meldete die staatliche libanesische
Nachrichtenagentur NNA. Israel griff demnach am frühen Samstagmorgen mehr
als ein Dutzend Orte im Süden des Libanon an.
In der Stadt Arab Salim seien drei Menschen getötet worden. Ein weiteres
Todesopfer gab des nach Angaben der NNA in Deir Sahrani. In der Stadt Dweir
sei außerdem ein Mensch bei einem Drohnenangriff auf ein Motorrad getötet
worden.
Nach Angaben der NNA nahm Israel zudem Ziele in der Stadt Nabatije und
ihrer Umgebung mit Artillerie unter Beschuss.
Israel und die Iran unterstützte Hisbollah-Miliz [2][hatten sich am Vortag
nach US-Angaben auf eine Waffenruhe verständigt]. Die Feuerpause trat
demnach am Freitagnachmittag in Kraft. Die heftigen gegenseitigen Angriffe
zwischen Israel und der Hisbollah hatten das am Mittwoch unterzeichnete
Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran gefährdet, das eine Waffenruhe in
der gesamten Region einschließlich des Libanon vorsieht.
Trumps Sondergesandter Witkoff reist laut US-Medien in die Schweiz
afp | Der US-Sondergesandte Steve Witkoff reist einem Medienbericht zufolge
im Zusammenhang mit den geplanten Verhandlungen mit Iran in die Schweiz.
Witkoff sei am Freitag aufgebrochen, berichtete das Nachrichtenportal Axios
unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Beamten. Ob sich der
Unterhändler von US-Präsident Donald Trump dort mit iranischen Vertretern
treffen wird, war zunächst unklar.
Nach der [3][Absage des für Freitag geplanten Verhandlungsauftakts] sei
Washington darum bemüht, die Gespräche mit Teheran „wieder in Gang zu
bringen“, meldete der US-Sender CNN. Neben Witkoff sei auch Trumps
Schwiegersohn und Gesandter Jared Kushner involviert. Er hält sich laut
Axios bereits in der Schweiz auf.
Der für Freitag vorgesehene Beginn vertiefter Verhandlungen in der Schweiz
zwischen Iran und den USA nach dem Abschluss des Rahmenabkommens zur
Beendigung des Irankriegs war am Donnerstag kurzfristig abgesagt worden.
Irans Fußballverband übt erneut scharfe Kritik an Fifa
afp | Der iranische Fußballverband hat wegen Beschränkungen seiner
Mannschaft durch den Weltfußballverband Fifa erneut scharfe Kritik
geäußert. „Eine solche Missachtung unserer Regeln und Vereinbarungen stellt
meiner Meinung nach den Fußball selbst infrage“, sagte Verbandschef Hedajat
Mombeini am Freitag (Ortszeit) vor Journalisten in Tijuana. Zuvor hatte der
iranische Verband angekündigt, bei der Fifa formell Beschwerde wegen
Reisebeschränkungen seiner Mannschaft bei der Fußball-WM einzulegen.
„Dies wird einen dunklen Fleck in der jüngeren Geschichte der
Weltmeisterschaft hinterlassen“, fügte Mombeini hinzu. „Regeln müssen
eingehalten werden.“
Nach Angaben des Verbands wollte [4][die iranische Nationalmannschaft], die
ihr WM-Quartier in Tijuana in Mexiko hat, zwei Tage vor dem zweiten
Gruppenspiel gegen Belgien am Sonntag in die USA einreisen. Der Antrag sei
jedoch abgelehnt worden, das Team dürfe erst am Samstag zum Spielort nach
Los Angeles aufbrechen.
20 Jun 2026
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