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       # taz.de -- Erstaunliche Solidarität: Mehr als tausend Ukrainer an der Seite der iranischen Volksmudschaheddin
       
       > Bei einer Iran-Kundgebung in Paris sorgen zahlreiche aus Deutschland
       > angereiste Ukrainer für Aufsehen. Die Behörden hatten die Demonstration
       > verboten.
       
   IMG Bild: Teilnehmerinnen der Solidaritätsbekundung für den Iran mit ihren gelben Schirmen mit der Aufschrift „Free Iran“
       
       Seit Wochen war in Paris eine Kundgebung mit dem attraktiven Slogan „Weder
       Schah noch Mullahs“ angekündigt. Die Organisatoren des Nationalen
       Widerstandsrates, der den oppositionellen „Volksmudschaheddin“ nahesteht,
       verteilten in den Straßen Flugblätter. Wie schon bei deren Kundgebungen in
       den Jahren zuvor wurden auch dieses Mal Teilnehmende aus anderen
       europäischen Ländern erwartet.
       
       Die Überraschung waren dieses Mal nicht besonders viele [1][Exiliraner] aus
       den Nachbarstaaten, sondern ganze ukrainische Familien, die aus Deutschland
       angereist waren. Und es waren nicht ein paar Dutzend oder Hunderte, sondern
       schätzungsweise mehr als tausend.
       
       Sie waren am Samstagmittag unweit des Place Vauban neben dem Invalidendom
       zahlreicher als die Iraner. Wie sie bereitwillig erklärten, wurde ihnen
       nicht nur die Fahrt hin und zurück aus Deutschland bezahlt, sondern auch
       der Aufenthalt mit Unterkunft und Essen. Großzügig abgegeben wurden gelbe
       Hüte und Schirme mit der Aufschrift „Free Iran“ als Sonnenschutz, Fähnchen
       und Wasserflaschen im Dutzendpack.
       
       Über ihre Motivation wollten nur wenige der von uns Befragten auf Deutsch
       antworten. Dass man als Ukrainer gegen Totalitarismus und für Demokratie
       sein kann, leuchtet schließlich ein. Aber warum gerade diese massive
       Solidarität mit einer iranischen Organisation, die noch vor Jahren als
       terroristisch eingestuft wurde?
       
       Die Pariser Polizei hatte diese Kundgebung trotz Gesuchen wochenlang nicht
       genehmigt und sogar kurzfristig, aber ohne Angabe von präzisen Gründen,
       verboten. Ein großes Aufgebot der französischen Ordnungspolizei stand darum
       einem Kern von einigen hundert iranischen Demonstranten gegenüber, die
       Porträts und Spruchbänder trugen, auf denen sie ihre Unterstützung für
       Maryam Rajavi, der Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates, sowie für
       ihren verschwundenen Ehemann Massoud, den ideologischen Führer der
       Volksmudschaheddin, kundtaten. Die für die Demonstration aufgebotenen
       Ukrainer harrten derweil der Dinge und hielten sich angesichts einer
       drohenden Konfrontation auf Distanz.
       
       Dass diese Demonstration anders als in den Jahren zuvor untersagt wurde,
       erstaunte auch in Paris. Laut dem Fernsehsender France-Info wollte sich die
       Polizeipräfektur dazu nicht äußern. Es wurde nur gesagt, man müsse mit
       Zusammenstößen rechnen. Der Sender hatte aber auch in Erfahrung gebracht,
       dass am Tag zuvor der französische Außenminister Jean-Noël Barrot mit
       seinem iranischen Amtskollegen ein Telefongespräch geführt habe.
       
       Dabei aber sei die Kundgebung kein Thema gewesen, präzisierte das
       Außenministerium, und im Übrigen sei das Ministerium nicht für
       Bewilligungen oder Verbote von politischen Kundgebungen zuständig. Die
       Organisatoren protestierten gegen diesen Entscheid, sie hätten 100.000
       Teilnehmende erwartet. Die trotz der behördlich Anordnung Demonstrierenden
       riefen den Polizisten zu: „Shame on you!“
       
       20 Jun 2026
       
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