# taz.de -- Kürzungen beim Wohngeld geplant: Kritik an Hubertz-Plänen
> Alle Wohngeld-Empfänger:innen müssten mit Kürzungen rechnen, kündigt
> Bauministerin Verena Hubertz (SPD) an. Bestehende Bescheide seien jedoch
> nicht betroffen.
IMG Bild: Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) bei einer Fraktionssitzung am 19. 5. 2026
dpa | Bisherige Empfänger von Wohngeld müssen wegen der Sparpläne der
Bundesregierung künftig mit Einbußen rechnen, einige könnten sogar leer
ausgehen. „Die Kürzungen beim Wohngeld werden leider alle bisherigen
Empfänger betreffen“, [1][kündigte Bundesbauministerin Verena Hubertz in
der Rheinischen Post] an. „Ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte
wird rausfallen. Ein Teil davon sind Menschen, die aufgrund ihres
Einkommens bislang gerade so noch antragsberechtigt sind.“
In bestehende Bescheide werde aber nicht eingegriffen, erläuterte Hubertz
weiter. Wohngeld wird nach Angaben des Bauministeriums in der Regel für 12
Monate bewilligt, unter bestimmten Umständen auch für 24 Monate. Danach
muss es neu beantragt werden.
Nach Informationen der Zeitung hat [2][die SPD-Politikerin] einen
Gesetzesentwurf in die Ressortabstimmung gegeben, der Einschnitte in Höhe
von insgesamt 2 Milliarden Euro vorsehen soll. Andere Ministerien können
nun Einschätzungen dazu abgeben, bevor ein Kabinettsbeschluss ansteht.
Hubertz begründete die geplanten Einschnitte damit, dass die Regierung
wegen der vielen Krisen und [3][mangels Wirtschaftswachstums sparen müsse].
1 Milliarde Euro müsse der Bund beim Wohngeld einsparen, 1 Milliarde die
Länder. „Von bislang rund 5 Milliarden Euro von Bund und Ländern bleiben
dann rund 3 Milliarden an jährlichen Ausgaben übrig.“ Der Schritt sei für
sie als Sozialdemokratin schmerzhaft.
Rund eine Million Empfängerhaushalte
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts bezogen 2024 gut 1,2 Millionen
Haushalte die staatliche Unterstützung für Menschen mit geringen Einkommen
und hohen Wohnkosten. Anfang 2023 war mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz der
Kreis der Berechtigten deutlich ausgeweitet worden. Die Ausgaben lagen laut
Statistikamt 2024 bei 4,7 Milliarden Euro. Nach Angaben des
Wohnungsministeriums sind 44 Prozent der Bezieher Familien, in 52 Prozent
der Wohngeldhaushalte leben Rentnerinnen und Rentner.
Die Linke kritisierte das Vorhaben: „Wieder kürzt die Merz-Regierung bei
denen, die schon wenig haben“, sagte Parteichefin Ines Schwerdtner der
Zeitung. Lösungen für die dramatische Lage am Wohnungsmarkt bleibe sie
schuldig
Auch vom rheinland-pfälzischen Bauminister Sven Teuber (SPD) kam Kritik:
„Das ist das völlig falsche Signal“, sagte Teuber der Deutschen
Presse-Agentur in Mainz. „Das Wohngeld ist eine sehr wichtige soziale
Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen.“ Die Sozialdemokraten
Hubertz und Teuber kommen beide aus Trier.
„[4][Die Mieten steigen], mietgebundene Wohnungen verschwinden seit
Jahrzehnten zugunsten des freien Marktes“, sagte Teuber. „Der Druck auf dem
Wohnungsmarkt wächst, und ausgerechnet jetzt kürzt der Bund die
Unterstützung für zehntausende Haushalte, die trotz täglicher Arbeit kaum
noch bezahlbare Wohnungen finden.“ Diese Unterstützung sei so lange
notwendig, bis mehr mietgebundene, öffentlich geförderte Wohnungen
entstünden als wegfielen. „Daran arbeiten wir, aber das braucht Zeit.“
Notwendig sei eine starke Wohngeldpolitik statt Kürzungen, die den Alltag
vieler Menschen gefährdeten.
21 Jun 2026
## LINKS
DIR [1] https://rp-online.de/politik/deutschland/wohngeld-kuerzung-ein-drittel-der-haushalte-betroffen_aid-150162515
DIR [2] /Verena-Hubertz/!t6129198
DIR [3] /OECD-Prognose/!6184056
DIR [4] /Mieterbund-warnt/!6184062
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