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       # taz.de -- Streit zwischen Meloni und Trump: Schluss für Italiens „Brückenbauerin“
       
       > Zwischen dem US-Präsidenten und Europas größter Trump-Versteherin Giorgia
       > Meloni ist es aus. Hintergrund waren der Irankrieg – und ein Foto beim
       > G7-Gipfel.
       
   IMG Bild: Haben „Beef“: Donald Trump (l.), Präsident der USA, und Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin von Italien
       
       Erneut attackiert Donald Trump Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni
       – jene Frau, die [1][bis vor zwei Monaten] als seine engste Verbündete in
       Europa galt und sich ihrerseits immer als „Brückenbauerin“ zwischen den USA
       und der EU stilisiert hatte.
       
       Am Freitag gab der US-Präsident dem italienischen TV-Sender La7 ein
       Telefoninterview, in dem er Meloni [2][offen demütigte]. Die beiden waren
       einige Tage zuvor auf dem G7-Gipfel im französischen Evian
       aufeinandergetroffen. Trump kommentierte, Meloni habe ihn dort um ein
       gemeinsames Foto „angefleht“, das sie „um jeden Preis gewollt“ habe – und
       es dann auch bekommen, weil er „Mitleid“ mit ihr gehabt habe.
       
       So weit, so gewohnt. Von Trumps Bully-Qualitäten können auch andere
       europäische Staatenlenker wie Keir Starmer, Emmanuel Macron, Friedrich Merz
       ein Lied singen. Ungewohnt allerdings war, dass Meloni in gleicher Münze
       zurückzahlte und umgehend ein Video postete, in dem sie Trumps Behauptung
       vom erbettelten Foto scharf zurückwies („völlig erfunden!“). Sie und
       Italien „flehten nie um etwas“.
       
       Am Samstag dann legte Trump auf Truth Social noch einmal nach: „Wieder und
       wieder“ habe Meloni ihn angebettelt, behauptete er und nannte auch gleich
       den angeblichen Grund. In Italien habe sie Probleme mit ihrer Popularität,
       „womöglich, weil sie die USA abwies, als es darum ging, Iran daran zu
       hindern, eine Atombombe zu bekommen“. Jetzt aber, nachdem die USA Iran
       besiegt hätten, wolle sie sich wieder als Freundin der USA präsentieren,
       aber: „No thanks!!!“
       
       ## Vermeintliche Brückenbauerin
       
       Erneut kam Melonis Retourkutsche. „Was meine Popularität angeht, war meine
       Freundschaft zu Ihnen gewiss keine Hilfe“, erklärte sie und fügte hinzu,
       „ich schlage vor, dass Sie sich um Ihre Popularität kümmern.“
       
       Der Konflikt steht einerseits dafür, dass Trump wohl endgültig die
       Erwartung zu den Akten legt, er könne in Meloni eine treue Alliierte
       innerhalb der EU haben – auch sie findet sich jetzt als ganz gewöhnliche,
       unzuverlässige Europäerin eingeordnet.
       
       Andererseits wird Meloni dies zum Anlass, ihrerseits einen Strategiewechsel
       vorzunehmen. In den eineinhalb Jahren von Trumps Präsidentschaft hatte sie
       bisher immer „die Einheit des Westens“ gepredigt und sich selbst als
       transatlantische „Brückenbauerin“ präsentiert.
       
       Der Brückenbau bestand allerdings vor allem darin: Meloni führte sich als
       [3][größte Trump-Versteherin] auf, als einzige europäische
       Regierungschefin, die zu seiner Amtseinführung eingeladen wurde (wo sie
       allerdings in der letzten Reihe saß). Im Zollstreit zwischen den USA und
       der EU verfocht sie immer einen weichen europäischen Kurs, bezeichnete den
       US-Überfall auf Venezuela als „legitim“, schickte ihren Außenminister als
       Beobachter zum Gaza-Board of Peace. Zum Irankrieg wusste sie nur zu sagen,
       sie könne den Angriff der USA und Israels „weder teilen noch verurteilen“ –
       und sie schlug Trump für den Friedensnobelpreis vor.
       
       ## Showdown mit der Nato
       
       Jetzt aber – dafür stehen Melonis scharfe Antworten auf Trump – ist Schluss
       mit der italienischen Unterwürfigkeit, jetzt zählt nur noch, so ihre Worte,
       „meine Fähigkeit, Italiens nationale Interessen zu verteidigen“, auch gegen
       den US-Präsidenten. Dies könnte in der Tat [4][ihre Popularität zu Hause]
       steigern: Dort haben nur 15 Prozent der Bürger*innen ein positives Bild
       von Trump, während ihn knapp 80 Prozent ablehnen.
       
       Schon bald werden die beiden einander jedenfalls wiedersehen, auf dem
       Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara. In seinem Anwurf gegen Meloni, sie
       habe den USA im Irankrieg die Unterstützung verweigert, hatte Trump schon
       hinzugefügt: „Die Nato übrigens auch!“ Gut möglich also, dass in Ankara der
       italienisch-amerikanische Krach hinter Trumps Showdown mit den
       Noch-Verbündeten auf der europäischen Seite, der Nato, zurücktritt.
       
       21 Jun 2026
       
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