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       # taz.de -- Krieg in Iran: Erste Ergebnisse in Verhandlungen zwischen USA und Iran
       
       > Nach vielen Drohungen und Händeschütteln: Die Kriegsparteien USA und Iran
       > wollen jetzt bei der Öffnung der Straße von Hormus kooperieren.
       
   IMG Bild: Seit dem Wochenende laufen in einem Schweizer Luxusresort die US-Iran-Verhandlungen
       
       dpa/taz | Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran für ein umfassendes
       Abkommen zur Beilegung des Kriegs im Nahen Osten nehmen Fahrt auf. Nach dem
       [1][Auftakt der Gespräche auf Ebene der Verhandlungsführer in der Schweiz]
       soll es nun unmittelbar im Anschluss die ganze Woche weitere Beratungen auf
       Arbeitsebene geben. Die Gespräche finden den Vermittlern zufolge weiter im
       Luxusresort Bürgenstock bei Luzern statt.
       
       Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein
       „finales Abkommen“ zu erreichen, hieß es am frühen Montagmorgen in einer
       gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde unter
       anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen
       geben.
       
       Die Gespräche seit Sonntag hätten in einer „positiven und konstruktiven
       Atmosphäre“ stattgefunden. „Es wurden ermutigende Fortschritte erzielt,
       inklusive der Schaffung eines Mechanismus für weitere Gespräche“, so die
       Vermittler. Auch jüngste Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen
       Iran, die er am Sonntag während der Gespräche in sozialen Medien
       veröffentlicht hatte, führten nicht zu einem Scheitern der Beratungen.
       
       ## Neuer Gesprächskanal für Öffnung der Straße von Hormus
       
       Es sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden,
       um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu
       vermeiden, erklärten die Vermittler weiter. Ziel sei eine sichere Passage
       für kommerzielle Schiffe durch die Meerenge.
       
       Zudem sei ein Forum geschaffen worden, um für die Einhaltung der Waffenruhe
       auch im Libanon zu sorgen, hieß es weiter. Dort kommt es immer wieder zu
       gegenseitigen Angriffen der israelischen Armee und der proiranischen
       Hisbollah-Miliz. Iran und die USA hatten in ihrem Rahmenabkommen vergangene
       Woche ein Ende der Kämpfe auch im Libanon vereinbart.
       
       Israels Regierung, die nicht Teil der Verhandlungen der beiden
       Kriegsparteien ist, lehnt dies ab. [2][Zudem will Israel seine Soldaten
       nicht aus dem Südlibanon abziehen], was wiederum Iran ein Dorn im Auge ist.
       Gegenseitige Angriffe im Libanon brachten das Rahmenabkommen daher Ende
       vergangener Woche an den Rand des Zusammenbruchs. Zuletzt beruhigte sich
       die Lage – vorerst.
       
       ## Iran: „Große Fortschritte“ in Bezug auf Krieg im Libanon
       
       Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X, es habe bei den
       Bemühungen, den Krieg im Libanon zu beenden, „große Fortschritte“ gegeben.
       Das gemeinsame Forum zur Überwachung der Einhaltung der Waffenruhe im
       Libanon sei der „erste wirkliche Test“ der Vereinbarungen. Die
       US-Seeblockade iranischer Häfen sei aufgehoben und erste eingefrorene
       iranische Guthaben würden freigegeben. Auch ein Plan für den Wiederaufbau
       in Iran sei angestoßen worden.
       
       Araghtschis Angaben ließen sich nicht überprüfen. Die US-Seite äußerte sich
       in der Nacht nicht unmittelbar zum Ausgang des ersten Verhandlungstags.
       
       Das erste direkte Gespräch der Delegationen in der Schweiz dauerte am
       Sonntagnachmittag gut eine Stunde. Die US-Delegation wurde von
       US-Vizepräsident J.D. Vance angeführt. Er hatte zuvor angedeutet, dass er
       davon ausgehe, am Montag zurück in die USA zu reisen.
       
       ## Trumps jüngste Drohungen gegen Iran
       
       Am Sonntagnachmittag hatte Trump neue Drohungen in Richtung Teheran
       gesendet. Iran müsse seine „hoch bezahlten Stellvertreter“ im Libanon
       unverzüglich daran hindern, Unruhe zu stiften, schrieb er auf seiner
       Plattform Truth Social mit Blick auf die Hisbollah. „Wenn sie das nicht
       tun, werden wir Iran erneut sehr hart treffen.“
       
       Dem Sender Fox News sagte Trump, er habe Iran wegen der Straße von Hormus
       eine dringende Warnung übermittelt. „Wenn ihr sie schließt, habt ihr kein
       Land mehr“, wurde Trump von Fox News zitiert. „Ihr werdet nicht einmal mehr
       in euer verdammtes Land zurückkehren können.“
       
       Am Samstag hatte Iran wegen der Lage im Libanon erklärt, die Straße von
       Hormus sei wieder geschlossen. Das US-Militär widersprach dieser
       Darstellung.
       
       Dass allerdings auch Iran an einer diplomatischen Lösung interessiert
       scheint, zeigte sich in der Reaktion des iranischen Verhandlungsführers auf
       die Querschüsse aus Washington. Die Amerikaner sollten sich bewusst sein,
       dass sie sich nicht in ihrer jetzigen ausweglosen Lage befänden, wenn
       solche Drohungen tatsächlich Wirkung hätten, schrieb
       [3][Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf] auf X. „Wir nehmen diese
       Äußerungen nicht ernst, dennoch wäre es ratsam, wenn sie mehr Zurückhaltung
       übten.“ Die iranischen Streitkräfte blieben bereit, auf andere Weise zu
       reagieren. „Unabhängig davon, wie viel sie reden, wir sind diejenigen, die
       handeln“, so Ghalibaf.
       
       ## Trump greift „New York Times“ an
       
       Trump zeigte sich unterdessen erbost über eine Analyse der New York Times,
       wonach der von ihm befohlene Krieg gegen Iran letztlich fast nichts
       gebracht habe. Er verwies auf Truth Social unter anderem auf die Erfolge im
       Kampf gegen das iranische Militär, die wirtschaftliche Lage in Iran und die
       Tatsache, dass die Straße von Hormus offen sei.
       
       Trump bezeichnete [4][die Berichterstattung der Zeitung] als „verräterisch“
       und kündigte an, seine bestehende Klage gegen die New York Times um diese
       Aspekte zu erweitern. Die Zeitung sei „KORRUPT“, behauptete er.
       
       In der Analyse der Zeitung wird argumentiert, dass Trump die Öffnung der
       Straße von Hormus als Erfolg verkaufe, obwohl deren Schließung erst durch
       den von ihm befohlenen Krieg ausgelöst worden sei. Zudem habe es in Iran
       zwar Personalwechsel gegeben, aber das Machtsystem der Islamischen Republik
       sei weiter intakt und durch den Krieg vermutlich sogar gestärkt.
       
       Die Zukunft von Irans umstrittenem Atomprogramm – das Trump als Grund für
       den Krieg angeführt hatte – sei weiterhin unklar, heißt es in der Analyse
       weiter. Iran wiederum habe sich mit dem Rahmenabkommen die Aussicht auf
       Sanktionserleichterungen und wirtschaftliche Hilfen gesichert. In der Summe
       stünden die USA nun schlechter da als vor dem Krieg.
       
       Die USA und Israel hatten den Iran-Krieg Ende Februar begonnen. Anfang
       April trat eine Waffenruhe in Kraft, die jedoch vereinzelt gebrochen wurde.
       Vergangene Woche schlossen die USA und der Iran dann ein Rahmenabkommen ab
       – mit dem Ziel, innerhalb von 60 Tagen eine umfassende Einigung für ein
       Kriegsende zu erreichen.
       
       22 Jun 2026
       
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