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       # taz.de -- Alba feierte den zwölften Meistertitel: Basketball-Bundesliga spannend wie ein Krimi
       
       > Lange sieht es für Bayern München nach der Titelverteidigung aus. Doch in
       > der Schlussphase kippt das Spiel – mit dem besseren Ende für Alba Berlin.
       
   IMG Bild: So sehen Sieger aus: Alba Berlin gewinnt die Deutsche Meisterschaft 2026
       
       dpa | Die Spieler von Alba Berlin hüpften über das Parkett und jubelten
       völlig losgelöst über ihre nächste Meisterschaft, den Basketball-Profis des
       FC Bayern war die Fassungslosigkeit anzusehen: Erneut gaben die Münchner in
       der Schlussphase dieser Finalserie einen großen Vorsprung aus der Hand und
       mussten sich mit der Rolle des Gratulanten anfreunden. Dank einer
       atemberaubenden Aufholjagd [1][gewannen die Berliner] das entscheidende
       fünfte Spiel auswärts beim Titelverteidiger mit 84:81 (27:47).
       
       „Es ist superschwer, das in Worte zu fassen“, sagte Jonas Mattisseck beim
       Streamingdienst Dyn. „In so einem Spiel zur Halbzeit mit 20 Punkten
       zurückzuliegen und dann zurückzukommen, das kann ich nicht beschreiben. Ich
       weiß nicht, wie das funktioniert hat.“
       
       Alba feierte nicht nur den zwölften Meistertitel, sondern vermieste Bayerns
       Trainer-Veteran Svetislav Pesic in dessen letztem Spiel vor der
       Basketball-Rente auch noch den letzten Pokal. Während für die Münchner eine
       Saison zum Vergessen damit ohne Titel zu Ende geht, sind die „Albatrosse“
       um Jungstar Jack Kayil die große Überraschung. Der 20-Jährige steht wohl
       vor einer Zukunft in der nordamerikanischen NBA.
       
       Deutlich lag Berlin zur Halbzeit zurück, ehe die Aufholjagd losging.
       Angeführt von den Präzisionsschützen Mattisseck und Justin Bean (jeweils 18
       Punkte) kämpften sich die Gäste tatsächlich zum Happy End. Den Bayern
       reichten derweil 24 Punkte von Andreas Obst nicht. Der Welt- und
       Europameister war zwar bester Scorer, hatte in der Schlussphase aber
       ebenfalls Probleme.
       
       ## Schwächephase der Bayern
       
       „Extrem frustriert“, beschrieb Niels Giffey seinen Gefühlszustand. Eine
       Erklärung für den Einbruch seiner Bayern hatte er nicht parat. „Wir haben
       das einfach schlecht gehandhabt und hatten keine Kontrolle mehr über die
       Defensive, wie wir sie in der ersten Halbzeit noch hatten.“
       
       Dass es überhaupt zum Showdown kam, lag an einer kapitalen Schwächephase
       der Bayern in Partie Nummer vier: Am Freitag führten die Münchner in Berlin
       noch im dritten Viertel mit zehn Punkten, die erfolgreiche
       Titelverteidigung war nah. Dann aber kassierten die Gäste einen schier
       unglaublichen 2:26-Lauf von Alba und verloren am Ende mit 61:71. Nur einmal
       gelangen dem deutschen Branchen-Primus in der Saison so wenig Punkte – im
       Oktober ebenfalls in Berlin.
       
       Woran das lag, konnte Trainer Pesic nicht erklären. „Ich habe bisher in
       meiner Zeit bei den Bayern noch nie diese Situation gehabt, dass wir unser
       Konzept verloren haben“, sagte er. Justus Hollatz schilderte: „Wir haben
       komplett den Faden verloren. Wir haben uns zu sehr in die Spirale
       reinlaufen lassen und sind dann nicht mehr rausgekommen.“
       
       ## Albas nächste Meisterparty in München
       
       Alba witterte indes die Chance zum großen Coup. „Wir müssen jetzt den Sack
       zumachen“, forderte Flügelspieler Michael Rataj. Wie man in Bayern feiert,
       das wissen die Berliner eigentlich: Ihre bis dato letzten drei
       Meisterschaften 2020, 2021 und 2022 gewannen die Hauptstädter jeweils
       auswärts in München.
       
       Von großer Partylaune war bei den Gästen und den mitgereisten Fans vor der
       Pause nichts zu spüren. Nach einem 20:25 im ersten Viertel erlebte Alba
       einen ähnlichen Einbruch wie zwei Tage zuvor die Bayern, ganze sieben
       Zähler brachte das Team von Coach Pedro Calles im zweiten Abschnitt
       zustande. Das bestraften die Bayern und bauten ihre Führung auf 20 Punkte
       aus. Dabei ließen die Gastgeber etliche Chancen auf einen noch größeren
       Vorsprung liegen.
       
       Münchens Pesic tigerte in seiner Coaching-Zone auf und ab, auch im letzten
       Spiel seiner langen Trainerkarriere war der Serbe mit voller Energie dabei.
       Über dessen Nachfolge war in dieser Woche ein heftiger Streit entbrannt:
       Die Bayern buhlen um Anton Gavel aus Bamberg, auch der frühere Münchner
       Profi will.
       
       Weil dem Vernehmen nach aber Bayern keine Ablösesumme bezahlen möchte,
       reichte der Trainer die Kündigung in Franken wegen eines Formfehlers bei
       seinem noch bis 2027 laufenden Kontrakt ein. Vereinsmäzen Michael Stoschek
       zürnte und kritisierte Gavel sowie die Bayern hart. Bambergs
       Geschäftsführer Philipp Höhne pocht beschwichtigend auf „eine faire Lösung
       für alle Seiten“.
       
       Die Bayern schwiegen zuletzt zu dem Thema. In der Halbzeitpause von Spiel
       fünf sagte Vereinspatron Uli Hoeneß, dass er zwar nicht involviert sei. Er
       klang aber entspannt. „Ich persönlich glaube, dass wir nächstes Jahr den
       Anton Gavel hier als Trainer haben.“
       
       Diese Entspannung wich, als Bayern wie schon in Spiel vier plötzlich gar
       nichts mehr gelang und die Berliner Punkt um Punkt aufholten. Sieben
       Minuten vor Schluss ging Alba dann sogar in Führung (67:66). Es kam zur
       Zitterpartie im Finish – mit dem besseren Ende für Berlin.
       
       22 Jun 2026
       
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