# taz.de -- Sport- und Erholungszentrum SEZ: Doch eine Alternative zum Komplett-Abriss
> Der Senat erteilt den Plänen, das SEZ in Gänze zu erhalten, eine Absage.
> Aber ein Teilerhalt scheint plötzlich wieder möglich.
IMG Bild: Muss nochmal warten: Bagger am SEZ
Der Komplett-[1][Abriss des Sport- und Erholungszentrum SEZ] in
Friedrichshain schien nicht mehr verhandelbar. Der ungenutzte
DDR-Prestigebau soll Wohnungen weichen, so steht es seit Jahren im
Bebauungsplan. Und der Senat hielt daran fest, trotz aller Demonstrationen,
Petitionen, Klagen und Alternativ-Konzepte. Sogar die [2][ersten
Abrissbagger waren vergangenes Jahr schon aufgefahren].
Doch am Montag dann die Überraschung im Ausschuss für Stadtentwicklung.
Dort verkündete Senator Christian Gaebler (SPD), dass zumindest der Erhalt
des zentralen Gebäudeteils mit seiner markanten Dachkonstruktion wieder
geprüft werde. Zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) werde
sich gerade die „technische Machbarkeit“ angeschaut sowie die Frage, wie
der Altbau in einen Neubau integriert werden könne, auch hinsichtlich des
Lärmschutzes für die geplanten Wohnungen.
Die WBM hatte bislang geplant, das Gebäude vollständig abzureißen und mehr
als 630 Wohnungen auf dem Gelände zu errichten. Für Gaebler steht weiterhin
fest: „Ziel muss sein, Wohnungsbau schnell zu ermöglichen.“ Überlegt werde
nun aber, wie man den Neubau vom Bestandserhalt „abkoppeln“ könne, so der
Senator. Dies sei „nicht ganz trivial“, aber: „Wir gucken uns das an.“ Auch
sei für einen Teilerhalt mit veränderter Nutzung – alles außer Schwimmen –
eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich. Ausschließen wollte Gaebler
das gleichwohl nicht.
Zuvor hatte er dem Konzept der Initiative „SEZ-Quartier neu denken“ eine
Absage erteilt. Das Bündnis hatte einen Vorschlag vorgelegt, wie das SEZ
gänzlich erhalten werden könne, ergänzt um vier Hochhaustürme auf bisher
unbebauten Flächen. Der Senat hatte bei einer Anhörung im Ausschuss im März
eine Prüfung des Vorschlags versprochen – diese legte Gaebler am Montag
vor. Fazit: „Ein Kompletterhalt ist aus unserer Sicht weder zeitlich noch
finanziell darstellbar.“
## Nutzung unklar
So würde sich die Fertigstellung des Wohnungsbaus um mindestens fünf Jahre
auf 2035 verzögern. Zudem seien die Kosten des Konzepts, die laut Senat auf
465 Millionen Euro geschätzt werden, etwa doppelt so hoch wie die geplanten
Ausgaben für die WBM-Pläne. Den hohen Investitionskosten für Sanierung und
Neubau stünden dabei keine erwartbaren Einnahmen entgegen.
Bislang ist unklar, wer als Betreiber für welche Nutzung in einem womöglich
sanierten SEZ infrage käme. Das gilt auch für den Fall, dass nur ein Teil
des Gebäudes erhalten bleibt. Einer öffentlichen Nutzung oder gar einer
Reaktivierung des Schwimmbetriebs erteilte Gaebler eine Absage.
Ein Problem bei allen Überlegungen, die über einen Komplett-Abriss hinaus
gehen, ist der Zustand des Gebäudes. Dieser wurde in einem Kurzgutachten
als „schlecht bis desolat“ eingestuft. Die Probleme reichen von
Schadstoffbelastung über stehendes Wasser im Gebäude bis hin zu Korrosion
an zentralen Bauelementen. Soll nun doch ein Teil stehenbleiben, wird eine
vertiefte Begutachtung notwendig.
Für das angedeutete Umdenken bekam der Senat zumindest vorsichtige
Zustimmung aus der Opposition: „Es ist begrüßenswert, wenn weitere
Überlegungen zum Teilerhalt gemacht werden“, so Michael Efler von der
Linken. Der Grünen-Abgeordnete Julian Schwarze dankte allen, die sich gegen
einen Abriss engagierten: „Die Debatte hat dazu geführt, einen
Umdenkprozess anzustoßen.“ Jetzt beginne die „Diskussion über Details“.
22 Jun 2026
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## AUTOREN
DIR Erik Peter
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