# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Hisbollah wirft Israel Verstoß gegen Waffenruhe im Libanon vor
> Laut Irans Chefunterhändler wird Teheran die Straße von Hormus verwalten.
> US-Energieminister sieht Ölverkehr dort wieder auf Vorkriegsniveau.
IMG Bild: Handelsschiffe liegen in der Nähe von Khasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus, 20.6.2026
## Oman und Iran planen Arbeitsgruppe für Straße von Hormus
rtr | Oman und der Iran wollen eine Arbeitsgruppe bilden, um eine
Vereinbarung über die Regelung der Schifffahrt in der Straße von Hormus
sowie die damit verbundenen Kosten und Dienstleistungen zu erzielen. Dies
teilen beide Länder in einer gemeinsamen Erklärung mit. Beide Staaten
wollen zudem Gespräche mit anderen Anrainerstaaten und weiteren betroffenen
Parteien führen, heißt es in der Erklärung weiter.
## Hisbollah wirft Israel Verstoß gegen Waffenruhe vor
rtr | Die libanesische Hisbollah-Miliz wirft den israelischen Streitkräften
einen Verstoß gegen die vereinbarte Waffenruhe vor. Soldaten hätten am
Dienstag mit dem Iran verbündeten Islamisten mit. Dabei seien zwei Menschen
getötet und weitere Menschen verletzt worden. Die Hisbollah verurteilt den
Beschuss, äußert sich jedoch nicht zu möglichen Vergeltungsmaßnahmen.
Bei einem israelischen Angriff im Südlibanon trotz der vereinbarten
Waffenruhe sind nach libanesischen Angaben zwei Menschen getötet worden.
Es seien die ersten Todesopfer durch israelischen Beschuss seit drei Tagen,
melden der Zivilschutz und die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Demnach
eröffneten israelische Soldaten das Feuer auf eine Gruppe von Menschen nahe
einem Bulldozer, der bei Straßenräumarbeiten in der Ortschaft im Einsatz
gewesen sei. Das israelische Militär teilt mit, es habe „bewaffnete
Terroristen angegriffen, die eine unmittelbare Bedrohung“ für Soldaten
darstellten. Es war zunächst unklar, ob es sich um denselben Vorfall
handelte.
## USA und Iran planen vier Arbeitsgruppen
Bei ihren Gesprächen in der Schweiz haben sich die USA und Iran nach
Angaben Teherans auf die Einrichtung von vier Arbeitsgruppen verständigt.
Zwei davon sollen sich mit dem iranischen Atomprogramm und der Aufhebung
von Sanktionen gegen Iran befassen, berichtete die staatliche iranische
Nachrichtenagentur Irna am Dienstag unter Berufung auf Vize-Außenminister
Kasem Gharibabadi. Zwei weitere Arbeitsgruppen sollen sich demnach dem
Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Entwicklung in Iran sowie der
„Überwachung und Umsetzung“ widmen.
Delegationen aus Washington und Teheran hatten am Sonntag und Montag in
einem Luxushotel auf dem Berg Bürgenstock in den Schweizer Alpen Gespräche
über eine dauerhafte Friedenslösung zum Irankrieg geführt. Beide Seiten
einigten sich auf einen Fahrplan für ein Friedensabkommen in der Region.
Dieser soll nach Angaben der als Vermittler agierenden Staaten Katar und
Pakistan binnen 60 Tagen zu einer endgültigen Vereinbarung führen.
Es sei zwischen den USA und Iran zudem vereinbart worden, einen
Kommunikationskanal für die Straße von Hormus einzurichten, teilten die
Vermittler mit. Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz erklärte der iranische
Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf später laut Berichten von
Staatsmedien, dass sein Land künftig die für den globalen Handel mit Öl und
Gas wichtige Straße von Hormus verwalten werde.
„Die Straße von Hormus wird niemals in den Zustand vor dem Krieg
zurückkehren, sondern im Einklang mit dem Völkerrecht von der Islamischen
Republik Iran verwaltet werden“, sagte Ghalibaf am Dienstag laut einem
Bericht der Nachrichtenagentur Irna.
## Gespräche brachten laut Ghalibaf „gute Ergebnisse“
In einem am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Video sagte
der iranische Chefunterhändler, die Gespräche hätten „gute Ergebnisse“
gebracht. Am Montag hatte bereits Vance erklärt, dass „eine sehr gute
Grundlage für eine erfolgreiche endgültige Einigung geschaffen“ worden sei.
Es sei zwischen den USA und Iran zudem vereinbart worden, einen
Kommunikationskanal für die Straße von Hormus einzurichten, erklärten die
Vermittler. Damit sollten „Vorfälle und Kommunikationspannen“ verhindert
und eine „sichere“ Handelsschifffahrt in der Meerenge ermöglicht werden.
Von der nun von Ghalibaf verkündeten künftigen Verwaltung der für die
Weltwirtschaft immens wichtigen Meerenge durch Teheran wurde von den
Vermittlern nichts gesagt.
Vor dem Hintergrund der Iran-Verhandlungen reist US-Außenminister Marco
Rubio ab Dienstag in drei Golfstaaten. Rubio besucht zunächst die
Vereinigten Arabischen Emirate und dann Kuwait und Bahrain. Im Rahmen der
dreitägigen Reise will der US-Außenminister nach Angaben aus Washington bis
Donnerstag das Rahmenabkommen mit Iran erläutern sowie die Bemühungen um
einen freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus.
In Bahrain wird Rubio demnach am Donnerstag auch mit Vertretern des
Golf-Kooperationsrates zusammenkommen. Nach Beginn der US-israelischen
Luftangriffe auf Iran Ende Februar hatte Iran seinerseits Ziele in mehreren
Golfstaaten angegriffen. In der Region unterhalten die USA militärische
Stützpunkte.
Nach Angaben von US-Energieminister Chris Wright ist der Ölverkehr durch
die Straße von Hormus wieder auf Vorkriegsniveau – Datenanalysen
widersprechen dieser Darstellung allerdings. Als US-Präsident Donald Trump
erklärte, aus der Straße von Hormus „fließe viel Öl heraus“, sagte Wright,
Öl und Erdgas würden dort auf „Vorkrisenniveau“ transportiert. „Wir können
sogar darüber hinausgehen, und wir werden darüber hinausgehen“, fügte
Wright hinzu. Trump behauptete anschließend, es habe vor zwei Tagen einen
Rekord beim Öltransport durch die Meerenge gegeben.
Doch trifft keine dieser Aussagen laut der Daten- und Analysefirma Kpler
zu. Demnach wurden am Wochenende 71 bestätigte Durchfahrten registriert,
mit einem Höchstwert von 35 Passagen am Samstag. Vor dem Krieg passierten
täglich etwa 100 bis 130 Schiffe die Meerenge.
Am Montag hatten die USA Sanktionen auf iranisches Öl gelockert. Das
US-Finanzministerium veröffentlichte eine Genehmigung, die bisherige
US-Verbote im Zusammenhang mit Produktion, Lieferung und Verkauf von Rohöl
und Erdölprodukten iranischen Ursprungs bis zum 21. August vorübergehend
aufhebt. Die Sanktionserleichterung ist die bislang größte seit Beginn des
Irankriegs am 28. Februar. Bereits im März hatten die USA vorübergehend
Sanktionen auf iranisches Öl gelockert, das sich auf Schiffen befand. Damit
wollten die USA die Energiemärkte beruhigen. (afp/ap/dpa)
23 Jun 2026
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