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       # taz.de -- Merz beim „Tag der Industrie“: Der Kanzler will's den jungen Leuten zeigen
       
       > Friedrich Merz fordert beim „Tag der Industrie“ mehr Optimismus. Seine
       > Wirtschaftsministerin weiß einen Grund für Zuversicht: künstliche
       > Intelligenz.
       
   IMG Bild: Erste Reihe beim „Tag der Industrie“: Friedrich Merz lächelt freundlich, neben ihm spielt BDI-Chefin Goenner mit ihrem Smartphone
       
       [1][Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)] hat vor
       Industrievertreter:innen mehr Optimismus und Zuversicht gefordert.
       „Zeigen wir vor allem den Jüngeren in unserem Land, dass nicht nur die
       besten Jahre hinter uns liegen, sondern dass sehr gute Jahre vor uns
       liegen“, sagte er am Dienstag beim „Tag der Industrie“ in Berlin, einem
       [2][Kongress des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI)].
       
       Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist schlecht. Die
       Wachstumserwartungen für dieses Jahr sind mehrfach heruntergesetzt worden.
       Unternehmen leiden unter hohen Energiepreisen, schwacher Nachfrage und
       Unsicherheit aufgrund der geopolitischen Lage. „Die Stärke, die wir noch
       haben, müssen wir nutzen und beleben“, sagte der Kanzler. „Das, was wir
       Ausnahmezustand nennen, wird der Normalzustand in den nächsten Jahren,
       vielleicht Jahrzehnten bleiben.“
       
       Merz wünscht sich eine Neuauflage von Ludwig Erhards Buch und Versprechen
       „Wohlstand für alle“ – allerdings mit dem neuen Titel „Wohlstand für die
       Jungen“. Erhard habe sein Versprechen eingelöst, sagte Merz. Was vor 70
       Jahren möglich gewesen sei, müsse auch heute möglich sein. In Deutschland
       sei viel Zeit verschenkt worden. Das gehe seine Koalition nun an, sagte er.
       Die Bundesregierung plant weitgehende Änderungen in den Sozialsystemen.
       Kritiker:innen bemängeln, dass vieles für die Bürger:innen
       schlechter und teurer wird.
       
       Anders als Merz präsentierte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
       (CDU) den Industrievertreter:innen in Berlin einen konkreten Grund
       für Zuversicht: künstliche Intelligenz. Deutschland müsse wieder an die
       Spitze Europas und der Welt gelangen, sagte sie. Die deutsche Wirtschaft
       müsse ihre Stärke in Branchen wie Maschinenbau mit künstlicher Intelligenz
       verbinden. „Wir sitzen auf dem wertvollsten industriellen Datenschatz der
       Welt“, sagte sie. Industrielle künstlicher Intelligenz könne zum
       „Stabilitätsanker“ werden.
       
       ## Ausschreibungen für Gaskraftwerke in der zweiten Jahreshälfte
       
       Energiepolitik sei dabei keine Randfrage, sondern eine fundamentale
       Standortfrage. Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klima ständen nicht
       in Konkurrenz zueinander. „In Deutschland wurde das zu lange beiseite
       geschoben“, sagte sie. Reiche verteidigte ihre umstrittenen Pläne für den
       Bau neuer Gaskraftwerke. Es sei keine Frage, ob Gas weiterhin gebraucht
       werde, sondern nur wie und von wem es komme.
       
       Um den Kohleausstieg abzusichern, sollen neue Kraftwerke gebaut werden, die
       einspringen, wenn aufgrund der Wetterverhältnisse Wind- und Solaranlagen
       keinen Strom liefern. Umweltverbände bemängeln, dass Reiche dabei zu stark
       auf Gaskraftwerke und zu wenig auf Großbatterien und andere Alternativen
       setzt. Die [3][sogenannte Kraftwerksstrategie] soll noch vor der
       Sommerpause vom Bundestag verabschiedet werden. In der zweiten Jahreshälfte
       erfolgten die ersten Ausschreibungen, kündigte Reiche an.
       
       23 Jun 2026
       
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